Die B-Adler heben in Ruka ab: „Erwartungen niedrig, aber Einsatz hoch“

Der Ex-Skispringer Flo Liegl (37) steht mit der zweiten Springer-Garde vor einem Weltcup-Abenteuer. Sorgen um seine teils unerfahrenen Schützlinge macht sich der Tiroler nicht.

Zuletzt vor zwei Jahren beim Weltcup in Ruka (FIN) dabei: Tirols Skisprung-Routinier Manuel Fettner.
© GEPA pictures/ Christian Walgram

Von Florian Madl

Ruka, Innsbruck – Erst hieß es für Österreich „Bereithalten“, dann lautete des Kommando „Auf nach Finnland“: Viel Zeit, sich auf den Kaltstart im Weltcup vorzubereiten, hatte die zweite Trainingsgruppe unter Trainer Florian Liegl nach dem jüngsten Corona-Ausfall des österreichischen A-Teams nicht. Aber der 37-Jährige, im Jahr 2003 Gewinner eines Weltcup-Bewerbs (Kulm), galt schon früher als Querdenker – und will auch in diesem Not-Einsatz Positives erkennen: „Ein Riesenerlebnis! Es kann ein Vorteil sein, dass wir keine Vorlaufzeit hatten.“

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So sehr es ihm um die A-Mannschaft um Cheftrainer Andreas Widhölzl leidtut, die zuletzt in Wisla (POL/Sieg im Teamspringen) aufzeigte, so sehr freut er sich mit seinen Schützlingen auf die Bewährungsprobe Weltcup statt Continentalcup (2. Leistungsstufe): „Wir haben 18-Jährige, 20-Jährige und den ewig jungen Manuel Fettner.“ Der Angesprochene, der mittlerweile 35-jährige Innsbrucker, seit 2001 im Weltcup aktiv und 2013 Mannschafts-Weltmeister, will es heuer noch einmal wissen. Und Routine, wie sie Hardrock-Fan Fettner hat, kann speziell auf dem gefürchteten Bakken in Finnlands Norden kein Nachteil sein. „Es kam zwar unerwartet, aber mich freut es.“ Schon in den Sommerbewerben habe er im Vergleich mit dem Nationalteam gut abgeschnitten, die Hoffnung auf erfolgreiche Zeiten lebt: „Ich will mich in Ruka auf keine Platzierung festlegen. Aber wenn meine Sprünge in Ordnung sind, ist vieles möglich.“

Ob sich sein Trainer Florian Liegl angesichts der windanfälligen Anlage in Ruka um seine teils unerfahrenen Leute sorgt? „Nein, das Windnetz entschärfte die Schanze“, meinte der passionierte E-Gitarre-Spieler. Und dass er an sein Team glaubt, dass Finnland nicht bloß „ein Riesen-Erlebnis“ (O-Ton Liegl) sei, liege auf der Hand: „Der Einsatz ist hoch, die Erwartungshaltung niedrig.“

Auf eine Platzierung will sich der Innsbrucker genauso wenig festlegen, Überheblichkeit wäre seine Sache nicht: „Aber Punkte (Top 30, Anm.) können schon ein Ziel sein.“ Der ehemalige Bergisel-Zweite traut seinen Burschen allerhand zu.


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