Bayern kritisiert Verschärfung bei Lkw-Nachtfahrverbot in Tirol, Platter kontert

Das mit 1. Jänner in Kraft tretende neue Nachtfahrverbot für Lkw auf der stößt den Bayern sauer auf. Man sei von der Maßnahme überrascht worden, hieß es. Diesem Vorwurf konterte LH Platter prompt – mit klaren Worten.

(Symbolbild)
© Keystone

Innsbruck – Die bayrische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) hat die jüngste Verschärfung des Lkw-Nachtfahrverbots in Tirol, wonach ab 1. Jänner auch Lkw der neuesten Schadstoffklasse Euro VI in der Nacht nicht mehr im Transitverkehr durch Tirol fahren dürfen, scharf kritisiert. Tirol habe den Schritt gegenüber dem bayrischen Ministerium nicht gesondert angekündigt. Man sei von der Maßnahme überrascht worden. „So etwas tut man unter Nachbarn nicht", stellte Schreyer am Freitag in einer Aussendung fest.

Diesem Vorwurf konterte der Tiroler Landeshauptmann prompt: „Die zeitlich gestaffelt in Kraft tretenden Tiroler Maßnahmen zur Reduzierung des Transitverkehrs kommen nicht überraschend, sondern sind seit 2018 angekündigt. Die Tiroler Landesregierung setzt damit konsequent ihren Kampf gegen den internationalen Transitverkehr fort", sagte Günther Platter (ÖVP) am Freitag.

Bayern hält sich laut Platter nicht an die Vereinbarungen

Schreyer sieht das anders. Mit der Bekanntmachung der Verschärfung habe sich Tirol nicht nur die Verärgerung der bayerischen Transportbranche eingehandelt, sondern auch der bayerischen Verkehrsministerin, hieß es weiter. „Dass nun auch Lkw mit moderner Abgasnorm nicht mehr nachts fahren können, verschärft die Problematik des Brenner-Transits auf der wichtigen Autobahn A12", so Schreyer. Sie habe ihren Platter ihren Unmut bereits in einer Videokonferenz am Donnerstagnachmittag mitgeteilt.

Besonders betroffen seien zeitkritische Transporte wie Ersatzteillieferungen, die auf die Nacht ausweichen müssen. Zudem verschärfe die Maßnahme die Auswirkungen der Blockabfertigung, weil nun alle Lkw morgens geballt losfahren würden. Auch die bayerischen Logistikverbände brachten ihren Unmut über das Verbot zum Ausdruck.

Platter betonte, Tirol und Österreich würden sich an die Vereinbarungen wie etwa den 10-Punkte-Plan halten, der im vergangenen Jahr mit dem deutschen Verkehrsminister Andreas Scheuer ausverhandelt wurde. „In Deutschland und Bayern ist das Gegenteil der Fall", so Platter. „Konsequent werden alle Vereinbarungen der letzten Jahre ignoriert." Weder gebe es Fortschritte bei den Zulaufstrecken noch bei einer höheren Maut für den Schwerverkehr oder einer Verlagerung des Schwerverkehrs von der Straße auf die Schiene.

„Keine neuen Verbote, sondern mehr Nachbarschaftlichkeit"

„Bayern und Deutschland ignorieren damit nicht nur die Belastung der Tirolerinnen und Tiroler, sondern auch der transitgeplagten bayerischen Bevölkerung,“ schloss Platter sein Statement. Scheyer beharrte hingegen auf „eine bessere Kommunikation unter Nachbarn." Es brauche keine neuen Verbote, sondern „wieder mehr Nachbarschaftlichkeit", fügte sie hinzu. (TT.com)


Kommentieren


Schlagworte