Gut zu wissen: So entgeht man beim Online-Shopping Betrügern

Auf der Schnäppchenjagd im Internet stoßen Konsumenten häufig auf Online-Shops, die mit vermeintlich sensationellen Angeboten locken und dann trotz Bezahlung keine Ware liefern. Das Erkennen dieser Fake-Shops ist oft gar nicht so einfach – mit ein paar Tipps aber durchaus möglich.

Ist das Angebot im Internet fast zu gut, um wahr zu sein, sollten die Alarmglocken schrillen.
© pixabay

Innsbruck – Weihnachten naht, die „Black Week“ ist in vollem Gange und die Geschäfte haben wegen des zweiten Lockdowns geschlossen: Der ohnehin seit jahren boomende Online-Handel hat in der Corona-Krise erneut zugenommen. Das wissen auch Kriminelle, die als vermeintliche Händler am Online-Geschäft mitnaschen wollen.

Sogenannte Fake-Shops, die einzig und allein dem Betrug dienen und keine Ware liefern, sind meist professionell aufgezogen und schwer von seriösen Online-Shops zu unterscheiden. Im Folgenden ein paar Tipps, wie Sie Fake-Shops erkennen können und was zu tun ist, wenn Sie doch in die Schnäppchen-Falle getappt sind.

🕵️ Wie erkenne ich Fake-Shops und unseriöse Händler?

Vorsicht bei sensationell günstigen Preisen: Vergleichen Sie vor dem Kauf mit Hilfe von Suchmaschinen Preise verschiedener Anbieter. Wenn ein Produkt bei einem Anbieter konkurrenzlos günstig ist, kaufen Sie es lieber woanders. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Online-Shop die Preise der Konkurrenz um oft mehrere hundert Euro unterbieten kann.

‣ Erfahrungsberichte lesen: Suchen Sie im Netz nach Erfahrungsberichten und Bewertungen für den Shop, in dem Sie einkaufen möchten. Häufig sind bereits negative Erfahrungsberichte und Warnungen zu finden. Gibt es überhaupt keine Bewertungen zu einem Shop, ist ebenso Vorsicht geboten. Eine Liste betrügerischer Online-Shops finden Sie etwa bei Watchlist Internet. Greifen Sie bei Unsicherheit auf bekannte oder bereits genutzte Händler zurück.

‣ Impressum überprüfen: Fake-Shops haben häufig ein vermeintlich vollständiges Impressum, mit dem die Kriminellen hinter den Websites Vertrauen erwecken wollen. Die Daten sind häufig frei erfunden oder gestohlen. Überprüfen Sie daher die Angaben, indem Sie beispielsweise die UID-Nummer oder den Firmennamen googeln. Dabei stellen Sie fest, ob die Nummer gültig ist, oder die Daten von anderen Websites kopiert wurden. Suchen Sie auch nach den angeblichen Firmenadressen. Oft existieren diese gar nicht oder befinden sich mitten im Wohngebiet.

📽️ Video | Fake-Shops im Internet

‣ Gütesiegel überprüfen: Geprüfte und sichere Online-Shops sind mit Gütezeichen gekennzeichnet. Fake-Shops kopieren oder erfinden jedoch oft Gütesiegel, um Vertrauen zu erwecken. Ein echtes Gütesiegel wie etwa das Österreichische E-Commerce-Gütezeichen, Trusted Shops oder Trustmark Austria lässt sich durch Anklicken überprüfen.

❗ Kein Gütesiegel heißt nicht automatisch unsicher

Firmen müssen die Überprüfung ihres Online-Shops aktiv beantragen und dafür teilweise hohe Gebühren zahlen. Gerade kleinere Unternehmen können das häufig nicht stemmen. Ein Online-Shop ohne Gütesiegel ist also nicht automatisch unsicher!

‣ Zahlungsmethode: Zahlen Sie nach Möglichkeit erst nach Erhalt der Ware. In Fake-Shops wird meist ausschließlich die Zahlung per Vorkasse angeboten. Auf andere Zahlungsmöglichkeiten wird zwar hingewiesen, sie funktionieren aber nicht. Geben Sie niemals Kartendaten weiter, wenn Sie kein Produkt kaufen oder keine Dienstleistung bestellen.

‣ Unsichere Verbindung: Achten Sie darauf, dass der Online-Shop ein „https“-Zertifikat in der Adressleiste aufweist, damit ihre persönlichen Daten nicht unverschlüsselt gesendet werden. Endet eine Web-Adresse auf .at oder .de, ist das kein Hinweis auf die Herkunft der Website.

🔎 https

Hypertext Transfer Protocol Secure (HTTPS, englisch für „sicheres Hypertext-Übertragungsprotokoll“) ist ein Kommunikationsprotokoll im World Wide Web, mit dem Daten abhörsicher übertragen werden können. Es stellt eine Transportverschlüsselung dar

‣ Zusätzliche Identifikation notwendig: In seltenen Fällen versuchen Fake-Shops vorab, sich selbst als Betrugsopfer darzustellen und verlangen die Zusendung von Ausweiskopien oder ähnliches. So soll Vertrauen geschaffen werden. Seien Sie in derartigen Fällen besonders skeptisch, um nicht auch noch Opfer eines Identitätsdiebstahls zu werden.

‣ Auf das Kleingedruckte achten: Lesen Sie auch das Kleingedruckte und achten Sie auf versteckte Zusatzkosten oder unverhältnismäßig hohe Versandkosten.

😦 Ich bin in die Shopping-Falle getappt. Was jetzt?

Bank kontaktieren: Wenn Sie bei einem Fake-Shop bestellt haben, ist Ihr Geld höchstwahrscheinlich verloren. Banküberweisungen lassen sich, wenn überhaupt, nur in einem sehr kurzen Zeitraum zurückholen. Kontaktieren Sie dennoch unverzüglich Ihre Bank, um zu klären, was noch möglich ist.

‣ Anzeige erstatten: Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. (TT.com)

Beratung

Vereine wie der Konsumentenschutz oder www.ombudsstelle.at unterstützen Sie bei rechtlichen Fragen oder Problemen.


Kommentieren


Schlagworte