Norwegen liefert terrorverdächtigen Bürger an Frankreich aus

In Frankreich ist der Mann wegen Beteiligung an dem Anschlag auf ein jüdisches Restaurant in Paris im August 1982 angeklagt.

(Symbolfoto)
© Thomas Böhm

Oslo – Norwegen will einen Terrorbeschuldigten mit norwegischem Pass wegen eines Angriffs auf ein jüdisches Restaurant vor fast 40 Jahren an Frankreich ausliefern. Der aus den palästinensischen Autonomiegebieten stammende Mann ist seit 1997 norwegischer Staatsbürger.

Die norwegische Regierung wies einen Einspruch des 61-Jährigen am Freitag ab, womit dem norwegischen Inlandsgeheimdienst PST zehn Tage bleiben, um ihn den französischen Behörden zu übergeben. Das bestätigte der PST Samstag früh der Deutschen Presse-Agentur, nachdem zunächst der norwegische Rundfunksender NRK darüber berichtet hatte.

In Frankreich ist der Mann wegen Beteiligung an dem Anschlag auf ein jüdisches Restaurant in Paris im August 1982 angeklagt. Damals hatte ein Terrorkommando das Restaurant "Jo Goldenberg" im Pariser Viertel Marais mit einer Handgranate und Maschinenpistolen überfallen.

Auf der Flucht schossen die Terroristen in der belebten Rue des Rosiers im jüdischen Viertel auf Passanten und entkamen durch Seitenstraßen. Bei dem Angriff wurden sechs Menschen getötet und 22 verletzt. Die Tat wurde später der mittlerweile aufgelösten palästinensischen Terrorgruppe Abu Nidal zugeschrieben.

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Frankreich hat dazu mehrere Haftbefehle ausgestellt. Der 61-Jährige war im September vom norwegischen Geheimdienst festgenommen worden. Er bestreitet, an dem Angriff beteiligt oder überhaupt in Paris gewesen zu sein. (APA/dpa)


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