OECD-Studie: Sterblichkeit ging 2020 teilweise zurück – Tirol im Durchschnitt

Norditalien und Zentralspanien verzeichnen jedoch eine starke Übersterblichkeit. Die OECD stellte am Montag die Ergebnisse der Studie über 37 Mitgliedsstaaten vor.

José Ángel Gurría ist seit 2006 Vorsitzender der OECD (Archivbild).
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Wien – Obwohl im Frühjahr und Sommer aufgrund der Corona-Pandemie in vielen Regionen Europas eine gewisse Übersterblichkeit zu verzeichnen war, ging die Sterblichkeit gleichzeitig in großen Gebieten des Kontinents zurück. Einzelne Regionen verzeichneten wiederum extrem hohe Übersterblichkeiten. Das geht aus den Daten hervor, die für die am Montag vorgestellte OECD-Studie „Regions and Cities at a Glance" ausgewertet wurden.

Demnach war die Übersterblichkeit in Norditalien (Po-Ebene) sowie in den zentralen Regionen Spaniens am stärksten, mit bis zu 80 Prozent (Region Madrid). Abseits dieser beiden besonders betroffenen Großgebiete verzeichnete auch die britische Region London, die spanische Region Katalonien, die ostitalienische Provinz Pesaro-Urbino sowie das ostfranzösische Departement Haut-Rhin (Süd-Elsass) herausragend hohe Übersterblichkeiten.

In Großbritannien, Schweden und Nordfrankreich waren die Werte flächendeckend ebenfalls relativ hoch. Ein gesamter Sterblichkeitswert für ganz Europa wird nicht angegeben, die Studie verweist lediglich darauf, dass „in großen Regionen Europas eine Übersterblichkeit von sechs Prozent zu verzeichnen war".

OECD und Studie zur Sterblichkeit

Der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gehören 37 Mitgliedsstaaten an, darunter die am stärksten wirtschaftlich entwickelten Länder der Welt. Die meisten Mitglieder der Europäischen Union – mit Ausnahme Rumäniens, Bulgariens, Kroatiens, Zyperns und Maltas – sind auch in der OECD.

Die Studie „Regions and Cities at a Glance" versammelt Informationen und Zahlen zu verschiedensten Dimensionen von Wirtschaft, Umwelt, Soziales und Infrastruktur in den OECD-Staaten und vergleicht die Werte nach Regionen miteinander.

Mit Übersterblichkeit ist der Anstieg der Sterberate gegenüber dem Durchschnittswert der Vorjahre gemeint.

Rückgang in Mittel- und Osteuropa

In großen Gebieten insbesondere Mittel- und Osteuropas ging hingegen die Sterblichkeit zwischen Februar und Juni gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2018/19 deutlich zurück: Das gilt für große Teile Österreichs, Deutschlands, der Schweiz, Ungarns, der Slowakei, Rumäniens, aber auch Norwegens oder Griechenlands ebenso, wie für den Großteil Mittel- und Süditaliens sowie für Süd- und Westfrankreich.

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In Österreich lagen die Bundesländer Wien, Steiermark, Salzburg und Vorarlberg von der Sterblichkeit her im Durchschnitt, die anderen Länder darunter – selbst Tirol, wo in absoluten Zahlen in diesem Zeitraum die meisten Corona-Toten zu verzeichnen waren. Den stärksten Anstieg an Todesfällen innerhalb Österreichs gab es während der Corona-Pandemie demnach in der Steiermark.

Stadt-Land-Unterschiede bei Internetverbindungen

In Bezug auf die Corona-Krise stellt die Studie etwa fest, dass weit mehr Todesfälle in urbanen als in ländlichen Gebieten zu verzeichnen waren, aber etwa auch, dass urbane Regionen bessere Voraussetzungen für das Homeoffice (etwa schnellere Internetverbindungen) haben als ländliche Gebiete.

Bezüglich der Internetverbindungen und -zugänge liegt demnach innerhalb Österreichs übrigens das Burgenland deutlich hinter den anderen Bundesländern zurück, mit nur 80 Prozent Internetnutzung - die anderen Bundesländer liegen zwischen 85 (Steiermark) und 90 Prozent (Wien und Tirol). Die meisten für Homeoffice geeignete Jobs gibt es in Wien (45 Prozent), österreichweit sind es etwa 35 Prozent. Damit liegt Österreich bei den OECD-Ländern im Mittelfeld, aber noch über dem OECD-Durchschnitt von etwa 32 Prozent. (APA)


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