ÖSV-Sportdirektor Stecher: „Das Virus entscheidet über den Weltcup mit“

Der nordische Sportdirektor des Österreichischen Skiverbands, Mario Stecher, zog sich aufgrund der Infektionsgefahr zuletzt selbst zurück. Der 43-jährige Ex-Kombinierer geht in Sachen Coronavirus auf Nummer sicher.

Für Mario Stecher ist klar: "Man ist nicht vor dem Virus gefeit."
© GEPA pictures/ Patrick Steiner

Sie gaben im Bereich Nordisch die Weisung aus, künftig auf Stoffmasken zugunsten von FFP2-Masken zu verzichten.

Mario Stecher: Wenn die Möglichkeit besteht, auf die jüngsten Ansteckungen zu reagieren, dann machen wir das. Wir wollen uns bestmöglich aufstellen, aber man sieht trotz aller Gewissenhaftigkeit: Du bist nicht vor dem Virus gefeit.

Aus Sicht eines Ski-Sportlers wird dem Gesamtweltcup die größte Bedeutung eingeräumt, da diese Wertung die Konstanz über eine Saison wiedergibt. Relativiert sich das heuer?

Stecher: Vor zwei Wochen hätte ich das anders gesehen, aber mittlerweile hat uns die Realität schnell eingeholt. Wenn es so weitergeht, wird es wahrscheinlich auch andere Nationen treffen – selbst wenn man sich an alle Regeln hält, lässt sich das nicht verhindern. Das entscheidet wohl auch über den Gesamtweltcup.

Wie darf man sich das Testprozedere bei Springern und Kombinierern vorstellen?

Stecher: Das ist unterschiedlich – aber allein in der vergangenen Woche wurde jeder Nordische viermal getestet. Wir haben intern die Regelung eingeführt: Bei der Anreise wird ein Antigentest durchgeführt, nach 24 Stunden ein PCR-Test.

Für manche Skispringer, die aufgrund der Quarantäne pausieren müssen, wird es im Hinblick auf die Vierschanzentournee zum Jahreswechsel eng mit der Qualifikation.

Stecher: Klar, einige können nicht mehr aufzeigen, auch das Training konnte nicht so wie gewünscht stattfinden. In Österreich haben wir zumindest die Schanzen in Eisenerz, Ramsau und Seefeld.

Eine Chance für die Springer der zweiten Garde, oder?

Stecher: Man muss das nächste Wochenende abwarten. Aber einer wie Markus Schiffner (11. in Ruka) rückte zuletzt in den Vordergrund.

Das Interview führte Florian Madl


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