13.630 Menschen in Österreich leben mit der Diagnose HIV

Bei 430 Menschen in Österreich ist im vergangenen Jahr HIV diagnostiziert worden. Späte Diagnosen erschweren weiterhin die Therapie

Eine rote Schleife prangt derzeit am Ausweichquartier des Parlaments in der Wiener Hofburg.
© ROLAND SCHLAGER

Wien – Eine überdimensionale rote Schleife, weltweites Symbol der Solidarität mit HIV-Infizierten und Aids-Kranken, prangt diese Woche am Ausweichquartier des Parlaments in der Wiener Hofburg. „Wir setzen damit ein deutlich sichtbares Zeichen für Toleranz und gegen Ausgrenzung“, sagte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember. In Österreich wird im Schnitt täglich mindestens eine HIV-Neudiagnose gestellt.

Rund 13.630 Menschen leben in Österreich mit der Diagnose HIV, davon haben sich 430 Menschen im Jahr 2019 neu infiziert, erinnerte die Pharmig, die Interessenvertretung der heimischen Pharmaindustrie. „Besonders den niederschwelligen Zugang zu Medikamenten und zu Tests betreffend, haben wir eine gemeinsame Verantwortung“, betonte Sobotka. Ralph Schallmeiner, Gesundheitssprecher der Grünen, verwies auf die Bedeutung von Aufklärung besonders von Jugendlichen: „HIV ist eine Krankheit in der Mitte unserer Gesellschaft.“

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Diagnose oft viel zu spät

„Wer einen HIV-Test durchführt, schafft für sich selbst Klarheit, kann schnell eine Therapie beginnen, damit die Chance erhöhen, ein normales, von HIV oder gar Aids uneingeschränktes Leben zu führen und verringert so auch das Risiko, andere unwissentlich mit HIV anzustecken“, sagte Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog. Durch wirksame Arzneimittel sei HIV zu einer chronischen Erkrankung geworden, die Diagnose erfolge aber oft viel zu spät. In Österreich würden jedes Jahr 400 bis 500 HIV-Neudiagnosen gestellt, die Dunkelziffer sei mit Sicherheit höher. „Einige Patienten verschweigen ihre Infektion aus Angst vor Stigmatisierung. Dabei wirkt sich eine frühzeitige Diagnose positiv auf den Therapieerfolg der Betroffenen aus“, so Herzog.

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Diagnosemöglichkeiten sind gut verfügbar, beispielsweise Schnelltests aus Apotheken. Zusätzlich gibt es Prä- und Post-Expositions-Prophylaxen, das sind Arzneimittel, mit denen eine HIV-Infektion verhindert werden könne, so die Pharmig. Für Infizierte stehen mehr als 35 Präparate als Einzelwirkstoffe oder fixe Kombinationen von bis zu vier Wirkstoffen zur Verfügung.

Deklaration gegen Diskriminierung von im Arbeitsleben

72 Arbeitgeber unterzeichneten indes mit den Aids-Hilfen Österreichs eine Deklaration gegen Diskriminierung von HIV-Positiven im Arbeitsleben. Nach dem Launch am Welt-Aids-Tag sollen fortlaufend weitere Unternehmen und Organisationen dafür gewonnen werden.

Der Welt-Aids-Tag wurde 1988 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen und wird jedes Jahr von der UNAIDS, dem Gemeinsamen Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids, unter ein Motto gestellt, das heuer lautet: „Globale Solidarität, gemeinsame Verantwortung“. Weltweit leben laut WHO etwa 37,9 Millionen Menschen mit HIV, mehr als 20 Prozent davon wissen nichts von ihrer Ansteckung. (APA)


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