Salzburg darf in CL weiter hoffen: Atletico 1:1 gegen Bayern

Die Spanier kamen im Abendspiel gegen den bereits aufgestiegenen Titelverteidiger Bayern München über ein 1:1-Remis nicht hinaus. Nun muss Salzburg also Atletico besiegen, um weiterzukommen.

Atletico hatte mit der „besseren B-Elf" der Bayern in der ersten Hälfte keine Mühe.
© PIERRE-PHILIPPE MARCOU

Madrid – Red Bull Salzburg darf weiter vom Aufstieg ins Achtelfinale der Fußball-Champions-League träumen. Österreichs Serienmeister rückte mit einem 3:1-Erfolg bei Lok Moskau bis auf zwei Punkte an den Gruppe-A-Zweiten Atletico Madrid heran, da die Spanier im Abendspiel gegen den bereits aufgestiegenen Titelverteidiger Bayern München über ein 1:1-Remis nicht hinauskamen. Salzburg muss also kommenden Mittwoch in Wals-Siezenheim Atletico besiegen, um weiterzukommen.

Atletico konnte immerhin einen Teilerfolg verbuchen, beendeten sie doch nach 15 Siegen in Folge den Erfolgslauf des nicht in Bestbesetzung angetretenen deutschen Rekordmeisters in der „Königsklasse". Ein Treffer von Joao Felix (26.) war zu wenig, da „Joker" Thomas Müller (86./Elfmeter) noch traf. ÖFB-Star David Alaba war einer der wenigen Stammspieler, die über die volle Distanz im Bayern-Einsatz waren.

In der Gruppe D fixierte Liverpool mit einem 1:0-Heimsieg gegen Ajax Amsterdam schon in der vorletzten Runde das Weiterkommen und Rang eins. Auch die Niederländer haben nach wie vor Chancen, da das einen Punkt vorausliegende Atalanta Bergamo gegen Schlusslicht Midtjylland nur 1:1 spielte. In Pool C folgte der FC Porto dem englischen Spitzenreiter Manchester City ins Achtelfinale. Ein 0:0 im direkten Duell war genug. Im Parallelspiel holte Olympique Marseille mit einem 2:1 gegen Olympiakos Piräus die ersten Punkte. Richtig eng geht in der Gruppe B zur Sache, wo Leader Mönchengladbach (8) zu Hause gegen den Letzten Inter Mailand (5) eine 2:3-Niederlage kassierte. Dazwischen liegen noch Schachtar Donezk und Real Madrid (je 7) nach einem überraschenden 2:0-Heimtriumph der Ukrainer über die „Königlichen".

Atletico hatte mit der „besseren B-Elf" der Bayern in der ersten Hälfte keine Mühe. Joao Felix sorgte nach Vorarbeit von Marcos Llorente in der 26. Minute für die Führung, traf in der Mitte vor dem zu spät kommenden Niklas Süle. Llorente verabsäumte es, das 2:0 nachzulegen (38.). Auch nach Wiederbeginn blieben die Hausherren vorerst gefährlicher, Felix knallte den Ball an die Latte (58.). Der Treffer hätte allerdings nicht gezählt, da nach Video-Studium eine Abseitsstellung bei der Aktion deutlich wurde.

In der Folge begnügten sich die Spanier aber nur noch damit, das Resultat zu verwalten, und die Münchner legten einen Gang zu. Das auch dank der Einwechslung etwa von Serge Gnabry und Müller. Routinier Müller wurde auch zum Sargnagel Atleticos. Der Stürmer holte – von Felipe gefoult – zuerst einen Elfmeter heraus und verwandelte trocken zum 1:1. Beinahe hätte Atletico noch einmal zurückgeschlagen, bei einem Hermoso-Kopfball fehlte nicht viel (89.). Bei den Bayern fehlten waren Tormann Manuel Neuer, Topstürmer Robert Lewandowski oder Leon Goretzka absent. Atletico schaffte etwas Wiedergutmachung für das klare 0:4 im ersten Duell. Einen Rekord stellten die Münchner auf: Mit dem 16. ungeschlagenen Auswärtsspiel in der „Königsklasse" in Folge stellten sie die Bestmarke von Manchester United (2007 bis 2010) ein.

Gladbach ließ hingegen die große Chance auf den vorzeitigen Aufstieg liegen. Ein Doppelpack von Alassane Plea (45.+1., 76.) war zu wenig, da für die Italiener Matteo Darmian (17.) und Romelu Lukaku (64., 73.) trafen. Besonders bitter für die Deutschen war, dass Plea in der 83. Minute einen Elfmeter vergab. Somit hatten Stefan Lainer, Valentino Lazaro und der in der 78. Minute eingewechselte Hannes Wolf am Ende keinen Grund zum Jubeln. In der Pole Position im Kampf um den Aufstieg ist die Truppe von Coach Marco Rose aber nach wie vor.

Für Real ging es statt nach vor, zurück auf Rang drei, da in Kiew gegen Donezk kein Treffer gelang. Den ukrainischen Heimsieg fixierten Dentinho (57.) und Manor Solomon (83.). Für die „Königlichen" war es der nächste Nackenschlag nach dem 1:2 gegen Alaves in der Liga.

Zum Matchwinner für Liverpool gegen Ajax avancierte Curtsi Jones in der 58. Minute. Der Champion von 2019 kann somit nach dem jüngsten 0:2 gegen Atalanta Bergamo durchschnaufen. (APA/dpa)


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