Weihnachtsgeschäft für Tourismus gestrichen, Skifahren ab 24.12. möglich

Die Beherbergungsbetriebe und die Lokale bleiben bis 7. Jänner geschlossen, das Skifahren wird also hauptsächlich den Einheimischen vorbehalten sein. Wer aus einem Corona-Risikogebiet wie etwa Deutschland anreist, muss zehn Tage in Quarantäne.

Skifahren ist ab Weihnachten wieder möglich – aber nur für Einheimische und Tagesausflügler.
© TT/Böhm

Wien – Wegen Corona ist das Weihnachtsgeschäft im Tourismus heuer komplett gestrichen. Hotels und Gastronomiebetriebe bleiben behördlich geschlossen und dürfen erst am 7. Jänner wieder aufsperren. „Wir setzen sehr bewusst bis Weihnachten Maßnahmen, um mit 7. Jänner eine Wintersaison für möglichst viele Gäste zu ermöglichen", sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Mittwoch. „Aber Österreich wird es schaffen, dass es heuer zu Weihnachten Skifahren gibt."

In der vergangenen Woche sei „eine emotionale Debatte über den Wintertourismus in Österreich" geführt worden, so die Ministerin mit Blick auf den Vorstoß Italiens und Deutschlands, die Skigebiete und die Liftanlagen heuer europaweit bis weit in den Jänner hinein geschlossen zu halten. „Wir sind die Skifahrernation Nummer eins – die Pisten sind in Vorbereitung. Viele wünschen sich Sport und Erholung", so Köstinger in einer Pressekonferenz.

📽️ Video | Heuer kaum Geschäft mit dem Skifahren

Da die Beherbergungsbetriebe und die Lokale geschlossen bleiben, wird das Skifahren wohl hauptsächlich den Einheimischen oder Tagesausflüglern vorbehalten sein. Wer aus einem Corona-Risikogebiet wie etwa Deutschland oder Italien anreist, muss zehn Tage in Quarantäne, kann sich davon aber nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test befreien.

„Après-Ski wird in abgespeckter Form stattfinden"

„Wir versuchen mit weiteren Öffnungsschritten sehr behutsam umzugehen", erklärte die Ministerin. Après-Ski wird auch ab dem coronabedingt verspäteten Start der Wintersaison im Jänner 2021 nur in abgespeckter Version stattfinden – Essen und Getränke dürfen auch im Freien nur im Sitzen konsumiert werden. An den behördlichen Vorgaben vom Herbst ändert sich diesbezüglich nichts. Neu ist allerdings, dass es nun doch keine Weihnachtsmärkte und Punschstände mehr geben wird.

Bis die Gastronomie wieder öffnen darf, ist die Abholung von Speisen und Getränken möglich – „mit Ausnahme von offenen Getränken", betonte Köstinger. „Das wird in Hinkunft nicht mehr möglich sein – vor allem Christkindlmärkte sind mit der Infektionslage nicht vereinbar und müssen auch geschlossen werden."

Nachgeschärft wird den Angaben zufolge auch das Sicherheitskonzept bei den Seilbahnen. „Wir werden eine Kapazitätsbeschränkung für geschlossene Kabinen vornehmen", kündigte Köstinger an. Die Passagierzahl werde dort „auf 50 Prozent reduziert", hieß es auf Nachfrage.

Hilfsmaßnahmen der Regierung werden weitergeführt

Um die wirtschaftlich von all diesen Maßnahmen hart getroffenen Unternehmen zu unterstützen, werden die Hilfsmaßnahmen der Regierung weitergeführt. Der Umsatzersatz für die Betriebe wurde bis 31. Dezember (bisher: 6. Dezember) verlängert, aber auch herabgesetzt. Statt bis zu 80 Prozent gibt es nur noch 50 Prozent des Umsatzes vom entsprechenden Vorjahresmonat aus dem Budget abgegolten. Nicht gegengerechnet werden Kurzarbeit, Fixkostenzuschuss sowie die Gastro-Einnahmen aus Take-away und Delivery.

„Der Dezember-Umsatzersatz (von 7. bis 31. Dezember, Anm.) wird den Staat rund eine Milliarde zusätzlich kosten", sagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Köstinger und Bildungsminister Heinz Faßmann (ebenfalls ÖVP). Er muss aber von neuem beantragt werden, läuft also nicht automatisch weiter. „Der Umsatzersatz bietet den Betrieben die Möglichkeit, die notwendige Liquidität zu haben", meinte Köstinger. „Danach steht der erweiterte Fixkostenzuschuss zur Verfügung, um die laufenden Kosten abdecken zu können."

Auch die November-Kurzarbeit wurde für alle geschlossenen Branchen bis Ende Dezember verlängert. Ein Drittel der österreichweiten Kurzarbeit entfalle auf den Tourismus und die Gastronomie. Alleine in diesem Bereich seien bereits über 20.000 Anträge abgewickelt und 540 Mio. Euro ausbezahlt worden. „Für uns in Österreich ist der Wintertourismus ein erheblicher Wirtschaftsfaktor", strich die Ministerin hervor.

„Wir müssen davon ausgehen, dass die Wintersaison eine sehr sehr schwierige wird", sagte die Tourismusministerin. Sie strich die Bedeutung der Massentestungen bis Weihnachten hervor, mit den „möglichst viele Infizierte herausgefunden werden sollen, um ein sicheres Wiederaufsperren möglich machen zu können". Köstinger forderte dringend dazu auf, an diesen Corona-Massentests teilzunehmen. „Die Coronapandemie wird uns auch noch in den nächsten Monaten fest im Griff halten." (APA)

📽️ Video | Details zu Wirtschaft, Tourismus und Schulen aus der PK


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