Tod auf der Ostsee vorgetäuscht: Familientrio vor Gericht

Ein 53-Jähriger wollte laut Anklageschrift seinen Tod vortäuschen, damit die Familie 4,1 Millionen Euro aus der Versicherung kassieren konnte.

(Symbolfoto)
© APA/Gindl

Kiel – Weil er seinen eigenen Tod auf der Ostsee vorgetäuscht haben soll, um 4,1 Millionen Euro von Versicherungen zu kassieren, muss sich von Mittwoch an ein 53-Jähriger vor dem Landgericht Kiel verantworten. Mit ihm auf der Anklagebank sitzen seine gleichaltrige Frau und seine 87-jährige Mutter, die ihn tatkräftig bei dem Plan unterstützt haben sollen. Der Vorwurf der Anklage: versuchter Betrug in 14 Fällen.

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass das Ehepaar gemeinsam mit der Mutter des Angeklagten im Herbst 2019 dessen Tod durch ein Bootsungluck vorgetäuscht hat, um an die Gelder der Unfall- und Lebensversicherung zu gelangen. Diesen Vorwurf bestreiten die Angeklagten nach Angaben von Oberstaatsanwalt Michael Bimler.

Mann hielt sich auf Dachboden versteckt

Am 7. Mai nahmen Polizisten den 53-Jährigen auf dem Dachboden im Haus seiner Mutter im niedersächsischen Schwarmstedt fest. In der alten Stadtvilla hatte er sich hinter Kisten in einer Ecke hockend versteckt. Das Geld aus den Versicherungen sollte im Todesfall an seine Frau und die Mutter ausgezahlt werden. Ein entsprechender Antrag war bereits gestellt worden.

Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Seine Frau kam dagegen nach kurzer Untersuchungshaft unter Auflagen wieder frei. Die Mutter blieb aufgrund ihres Alters haftverschont. Die Strafkammer plant für das Verfahren zehn Verhandlungstage. Ein Urteil könnte am 28. Januar verkündet werden. (dpa)

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