Lösung für Dilemma? Land plant Versicherung fürs Tourengehen

Mit einer Versicherung bis zum 24. Dezember soll das Dilemma rund ums Tourengehen auf Tirols Pisten gelöst werden. Das kündigt Sportreferent Geisler an.

Das Tourengehen auf Pisten wird immer beliebter, die Probleme allerdings ebenfalls größer. Gerade bei gesperrten Pisten.
© ZOOM.TIROL

Innsbruck – Der Unmut ist groß, die Situation absurd: Die Tiroler Skigebiete dürfen Corona-bedingt bekanntlich erst am 24. Dezember öffnen. Zugleich hat die Bundesregierung das Tourengehen auf Pisten oder Rodeln offiziell erlaubt. Auch der Schnee kam zur richtigen Zeit, doch mit der Präparierung der Pisten wurde die Tourenfreude getrübt. Viele Skigebietsbetreiber haben die Pisten vorsichtshalber gesperrt. Manche, wie am Patscherkofel, tolerieren zwar weiterhin die Tourengeher, andere allerdings sind rigoros. Schlussendlich kennt sich niemand mehr im Land aus.

Die Seilbahner fordern vor der Öffnung die Klärung von Haftungs- und Versicherungsfragen, der Österreichische Alpenverein kritisiert hingegen ihre mangelnde Handschlagqualität. Gerade in Zeiten wie diesen. „Ich bin richtig sauer, wir sollten doch froh sein, wenn sich die Tiroler in dieser Zeit körperlich betätigen“, sagt Präsident Andreas Ermacora.

Die Politik gerät unter Druck, das weiß auch Sportreferent und Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP). Der Koalitionspartner, die Grünen, sehen die Seilbahner in der Pflicht. „Derzeit wird immer wieder von Solidarität geredet, die Skigebietsbetreiber sollen auch zeigen, dass sie für die Einheimischen da sind“, fordert Klubchef Gebi Mair. Die Haftung könne sicher nicht das Hauptproblem sein, „jeder Tourengeher weiß natürlich: Wenn er stürzt, ist er selbst dafür verantwortlich.“ Von den generellen Verboten hält Mair nichts.

Doch aus der Sicht der Tiroler Seilbahner geht es um den Versicherungsschutz der Betreiber. „Manche glauben, dass eine Öffnung mit einem schnellen Daumen nach oben erledigt ist, doch hier sind vorab wichtige Fragen zu klären“, sagt etwa Seilbahnobmann Franz Hörl. Josef Geisler will jetzt den Konflikt rasch lösen, „es darf in Tirol kein Keil zwischen Tourengeher und Skigebietsbetreiber getrieben werden“. Generell funktioniere es sehr gut, in vielen Skigebieten wie etwa am Glungezer bemühe man sich mit eigenen Tourengeherspuren um ein gutes Nebeneinander. Im Großraum Innsbruck gebe es naturgemäß gewisse Spannungen, gleichzeitig appelliert Geisler auch an die Sportfexen, sich an Regelungen zu halten.

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Am Montag will Geisler jedenfalls das Thema vom Tisch bringen. „Bis zum 24. Dezember wollen wir deshalb eine subsidiäre Haftpflichtversicherung analog zum Tiroler Mountainbikemodell abschließen.“ Damit wäre ein Restrisiko versichert. Für Geisler benötigt es schlussendlich ein gegenseitiges Entgegenkommen, „wann und wo die Pisten für die Tourengeher gesperrt sind“. Mit der Versicherung möchte er den gordischen Knoten durchtrennen – schließlich gehe es auch ums Image. (pn)


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