Großbritannien hob Beschränkung für homosexuelle Blutspender auf

Bisher durften Männer kein Blut spenden, wenn sie innerhalb der drei Monate davor Sex mit einem Mann hatten. Künftig soll nur noch ausschlaggebend sein, ob eine Person innerhalb von drei Monaten wechselnde Sexualpartner oder eine feste Beziehung hat.

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© A3724 Felix Heyder

London – Homo- und bisexuelle Männer werden künftig in Großbritannien beim Blutspenden nicht mehr anders behandelt als andere Spender, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Bisher dürfen Männer kein Blut spenden, wenn sie innerhalb der drei Monate davor Sex mit einem Mann hatten. Künftig soll nur noch ausschlaggebend sein, ob eine Person innerhalb von drei Monaten wechselnde Sexualpartner oder eine feste Beziehung hat – unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung.

Bei der Auswahl von Blutspendern soll stattdessen stärker als bisher ein Fokus auf riskante Sexualpraktiken wie den sogenannten Chemsex gelegt werden, eine Form von Geschlechtsverkehr mehrerer Beteiligter unter dem Einfluss von Drogen. Die neue Regelung soll von Sommer 2021 an gelten. Gesundheitsminister Matt Hancock bezeichnete die Entscheidung als positiven Schritt, der "einzelne nach ihren Handlungen bewertet und nicht nach ihrer sexuellen Orientierung".

Schwule in Österreich ausgeschlossen

In Österreich sind derzeit Männer, die in den vergangenen zwölf Monaten Sex mit Männern (MSM) gehabt haben, von der Blutspende ausgeschlossen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hatte Anfang Oktober angekündigt, dies noch heuer ändern zu wollen. Am 1. Dezember fand dazu ein Expertenhearing im Gesundheitsausschuss des Nationalrates statt. Michael Amort von der FH Joanneum betonte dabei unter anderen, die aktuelle Regelung in Österreich sei jedenfalls diskriminierend. Bei der Fragestellung dürfe nicht auf die sexuelle Orientierung, sondern müsse auf das Verhalten des Einzelnen abgestellt werden. (APA/dpa)

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