Von „Ally Pally“ bis Zahlenkombinationen: Das ABC zum Darts-WM-Auftakt

Knabbereien, Bier, Fachdebatten: Das alles gehört nicht nur zum gemeinsamen Fußballschauen, sondern rund um Weihnachten auch zur Darts-WM.

Österreichs Darts-Aushängeschild Mensur Suljovic kam in London noch nicht weiter als ins Achtelfinale.
© GEPA pictures/ Christian Walgram

London – Heute (19 Uhr/Sport1 und DAZN) beginnt der knapp dreiwöchige Pfeile-Marathon mit mehr als 100 Sendestunden. Der Trendsport erklärt in 26 Stichworten von A bis Z:

A - wie Alexandra Palace: Name der Halle im Londoner Norden. Bis zu 3000 Zuschauer finden Platz in dem Darts-Palast, der auch „Ally Pally“ genannt wird. Coronabedingt dürfen diesmal zum Start 1000 Fans hinein. Ab Mittwoch gibt es bis zum 23. Dezember Geisterspiele, wie die britische Regierung am Montagabend verkündete.

B - wie Bulls Eye: Der kleine rote Kreis in der Mitte der Scheibe. Trifft ein Spieler dieses Feld, bekommt er 50 Punkte. Umrahmt wird das Bulls Eye vom Single Bull (grün, 25 Punkte).

C - wie Chase the Sun: Der Song, der im „Ally Pally“ rauf und runter gespielt und von den Fans normal leidenschaftlich mitgegrölt wird. Die italienische Band Planet Funk veröffentlichte ihn im Jahr 2000.

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D - wie Double out: Die Spieler können einen Satz oder ein Leg - also ein einzelnes Spiel - nur mit einem Treffer in ein Doppel-Feld beenden.

E - wie Exhibition: Ein Einlagematch, das neben der Profitour absolviert wird. Vereine oder Kneipen können die Stars für eine Exhibition buchen. Der Anfang 2018 abgetretene Rekord-Weltmeister Phil Taylor tritt nur noch in Exhibitions an.

F - wie Finish: Eine Restpunktzahl, die mit einer Aufnahme (drei Pfeile) ausgemacht werden kann. Das höchste Finish im Darts-Sport sind 170 Punkte (Triple-20, Triple-20, Bulls Eye).

G - wie Gerwyn Price: Der frühere Rugby-Spieler aus Wales gehört zur Weltelite. Gewinnt er in London den Titel, wird der Muskelprotz am 4. Januar erstmals die Nummer eins der Welt.

H - wie High Finish: Darunter versteht man ein Finish von über 100 Punkten, das mit maximal drei Darts ausgemacht werden kann.

I - wie International: Zwar wird der Sport von den Briten dominiert, doch mischen immer mehr andere Länder oben mit. Der Niederländer van Gerwen ist seit knapp sieben Jahren die Nummer eins.

J - wie Jahreswechsel: Das größte Event der Darts-Szene steigt traditionell um den Jahreswechsel. Oft wird an Neujahr der neue Weltmeister gekürt, diesmal ist es erst am 3. Januar soweit.

K - wie Kostümierung: Für die Fans im Alexandra Palace ist neben dem Konsum von Unmengen an Bier vor allem eines üblich: die Verkleidung. Aufgrund von Corona sind Kostüme und Gesänge diesmal verboten. Das Bier aber gibt es - zumindest an diesem Dienstag - weiter.

L - wie Leg: Um einen Set zu gewinnen, muss man drei Legs für sich entscheiden. Wer zuerst 501 Punkte auf null stellt, gewinnt ein Leg.

M - wie Mensur Suljovic: Der 48-jährige Wiener ist Österreichs Darts-Aushängeschild. "The Gentle" stand bereits drei mal im WM-Achtelfinale.

N - wie No score: Wenn ein Spieler mehr Punkte wirft, als er noch benötigt, fällt er auf die Punktzahl vor seiner Aufnahme zurück.

O - wie Onehundredandeighty (180): Die beste Aufnahme, die einem Spieler gelingen kann: drei Treffer in das Triple-20-Feld.

P - wie Perfektes Spiel: Um 501 Punkte auszumachen, werden mindestens neun Pfeile benötigt. Der Neun-Darter gilt als „das perfekte Spiel“. Es gibt 71 verschiedene Kombinationen, um von 501 auf 0 zu kommen. Dabei gilt in der Regel: achtmal ein Triple- und zum Auswerfen ein Doppel-Feld.

Q - wie Qualifikation: Neben der Weltrangliste gibt es viele weitere Chancen zur Qualifikation.

R - wie Robin Hood: Die Bezeichnung für einen Pfeil, der nicht in der Scheibe, sondern in einem anderen, schon in der Scheibe steckenden Pfeil landet.

S - wie Set: Der Gewinn eines Satzes. Bei der WM müssen drei Legs gewonnen werden, um einen Set für sich zu entscheiden.

T - wie „The Power“: Spitzname von Phil Taylor, erfolgreichster Spieler der Darts-Historie. Der 60 Jahre alte Engländer hat 16 WM-Titel gewonnen und ist nach der WM im Januar 2018 abgetreten.

U - wie Underground: Wichtigstes Transportmittel für Fans. Weil die Sessions oft bis Mitternacht dauern und die Arena weit außerhalb des Stadtzentrums liegt, müssen Anhänger nachts allerdings statt mit der U-Bahn häufig per Taxi nach Hause fahren.

V - wie Van Gerwen: Michael van Gerwen hat den Sport in den vergangenen Jahren geprägt. Zu gerne würde er Titelverteidiger Peter Wright die 23 Kilogram schwere Sid-Waddell-Trophy wieder entreißen.

W - wie West Hall: Die Halle im Alexandra Palace, in der das Turnier stattfindet. Ein Umzug in die deutlich größere Great Hall wird seit Jahren thematisiert, aber bislang nicht umgesetzt.

X - wie X-beliebig: Darts gilt als Sport für Jedermann. Drei Pfeile und eine Scheibe - mehr braucht es nicht. In den vergangenen Jahren begannen immer mehr Hobbyspieler mit der Trend-Sportart.

Y - wie Youngster: Obwohl einige Top-Spieler weit über 40 sind, haben auch Youngster eine Chance. In diesem Jahr sind zum Beispiel der Ire Kean Barry (18) und der Engländer Bradley Brooks (20) dabei.

Z - wie Zahlenkombinationen: Neben dem Umgang mit Pfeilen müssen die Profis auch im Kopfrechnen stark sein. Das schnelle Überschlagen vieler Kombinationen ist Voraussetzung beim Auswerfen von 501 Punkten. (dpa)


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