Gut zu wissen: Antigen-Tests in Tirol seit Samstag möglich

Nach dem Massentest erhalten die Tiroler erneut die Möglichkeit, sich ohne zusätzliche Kosten auf das Coronavirus testen zu lassen. Das soll dazu beitragen, dass die Infektionen nach Weihnachten nicht explodieren. Indes warnt das Land auch, dass ein negativer Antigen-Test kein Freibrief sei.

Um Neuinfektionen nicht über die Feiertage wieder nach oben schnellen zu lassen bietet das Land Tirol die Möglichkeit an, sich gratis testen zu lassen.
© EXPA/JOHANN GRODER

Innsbruck – An dem Massentest, der Anfang des Monats in Tirol durchgeführt wurde, nahmen weniger Menschen teil als von den Initiatoren erhofft. Nun wird vor den Feiertagen ein neues Instrument angeboten, das dabei helfen soll, Neuinfektionen nach Möglichkeit zu verhindern. In Tirol kann man sich seit Samstag ohne zusätzliche Kosten einem Antigen-Test unterziehen lassen. Das soll explizit auch dazu beitragen, nach Weihnachten die Fallzahlen nicht wieder exponentiell ansteigen zu lassen. Was es dazu zu wissen gibt:

❓ Warum sollte man sich testen lassen?

Alle, die ihren aktuellen Corona-Status noch vor, während und nach den Weihnachtsfeiertagen überprüfen lassen möchten, können das unkompliziert tirolweit tun. Jede und jeder in Tirol hat die eigene Gesundheit und den Schutz der Familie und Freunde damit selbst in der Hand, mahnt das Land.

Mit den kostenlosen Antigen-Testungen sollen auch unbemerkte Infektionen ausfindig gemacht und dadurch mögliche Infektionsketten noch vor ihrer Entstehung gestoppt werden. Bekanntlich kann man auch ohne Symptome mit SARS-CoV-2 infiziert sein und dann möglicherweise das Virus an Menschen weitergeben, bei denen die Lungenkrankheit Covid-19 ausbricht.

„Jede Coronavirus-Infektion, die wir damit aufspüren können, hilft uns, mögliche Infektionsketten so schnell wie möglich einzudämmen", appelliert Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) in einer Aussendung am Mittwoch.

🙋 Wer kann sich testen lassen?

Das Angebot gilt laut Angaben der Landesregierung für alle in Tirol wohnhaften Personen. Testen lassen kann sich jeder, der das sechste Lebensjahr vollendet hat. Die Antigen-Tests sind für Personen vorgesehen, die keine Symptome aufweisen und innerhalb der letzten drei Monate nicht positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

🤧 Was ist, wenn ich Symptome habe?

Wenn jemand unter Corona-Symptomen leidet, soll wie bisher bereits üblich eine Abklärung über die Gesundheitshotline 1450 oder das Online-Einmeldetool der Leitstelle Tirol erfolgen.

👁‍🗨 Wo kann man sich testen lassen?

Durchgeführt werden die kostenlosen Antigen-Tests in den bestehenden Screeningstraßen in allen Bezirken Tirols. Sollten sich regionale Cluster bilden, kommen mobile Teams vor Ort in den betroffenen Gemeinden zum Einsatz. In jedem Bezirk wird es demnach eine Teststraße geben, in der Stadt Innsbruck sogar mehrere. Insgesamt werden es 17 Standorte in ganz Tirol sein. Die Kapazitäten werden laufend evaluiert und bei Bedarf soll aufgestockt werden.

  • Testzentrum Innsbruck in der Olympiahalle täglich von 7 bis 16 Uhr
  • Screeningstraße Alphotel in Innsbruck, Bernhard-Höfl-Straße 16, täglich von 7 bis 16 Uhr (nur für Radfahrer und Fußgänger)
  • Screeningstraße Kufstein in der Münchnerstraße 22 täglich von 7 bis 16 Uhr
  • Screeningstraße Lienz bei der Dolomitenhalle in Lienz täglich von 7 bis 11 Uhr
  • Screeningstraße Reutte bei der Feuerwehr Breitenwang täglich von 7 bis 12 Uhr
  • Screeningstraße Schwaz beim Parkplatz Mausefalle täglich von 7 bis 16 Uhr
  • Screeningstraße Kitzbühel bei Parkplatz Schwarzsee täglich von 7 bis 16 Uhr
  • Screeningstraße Zams beim Auweg am Areal Holzlagerplatz täglich von 7 bis 16 Uhr
  • Screeningstraße Imst beim Schwimmbadparkplatz Imst täglich von 7 bis 16 Uhr

Zudem wird an folgende Orten mit Hilfe von Testbussen an ungeraden Tagen von 8 bis 17 Uhr getestet:

  • Weißenbach am Lech im Bezirk Reutte
  • Kappl im Bezirk Landeck
  • Kaltenbach im Bezirk Schwaz
  • Fieberbrunn im Bezirk Kitzbühel

An folgenden Orten wird mit Hilfe von Testbussen an geraden Tagen von 8 bis 17 Uhr getestet:

  • Längenfeld im Bezirk Imst
  • Telfs im Bezirk Innsbruck-Land
  • Wörgl im Bezirk Kufstein
  • Matrei i. O. im Bezirk Lienz

📲 💻 Wie kann man sich anmelden?

Die Anmeldung ist seit Mittwoch, 16. Dezember, 17 Uhr möglich. Online anmelden kann man sich für die Tests unter diesem Link. Auch eine Anmeldung per Telefon ist unter der Hotline 1450 möglich.

Erster Ansturm führte zu Ausfall

Die Anmeldung zu den Antigen-Tests war nach Beginn teilweise völlig überlastet. Ein regelrechter Ansturm mit über 25.000 Zugriffen auf die Online-Anmeldung der Leitstelle Tirol binnen weniger Minuten nach Aufschaltung führte am Mittwochabend zu zeitweisen Systemausfällen, berichtet das Land Tirol. Auftretende Fehler seien behoben.

Die Leitstelle Tirol entschuldigt sich bei allen Betroffenen für die zeitweisen Systemausfälle und die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Aktuell (Samstagabend) liegen bis 10. Jänner bereits 32.679 Anmeldungen vor, davon mehr als die Hälfte für den 22., 23. oder 24. Dezember.

Insgesamt 4.088 Personen hatten sich für den ersten Testtag angemeldet. „Die allermeisten Personen, nämlich aktuell 3.585, haben ihre gebuchten Termine auch wahrgenommen", so Einsatzleiter Elmar Rizzoli.

📅 Ab wann kann man sich testen lassen?

Die Anmeldung ist bereits möglich, getestet wird seit Samstag. „Die Screeningstraßen selbst öffnen mit Samstag, 19. Dezember 2020, und stehen auch über die Weihnachtsfeiertage zur Verfügung“, informiert Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP).

Das Testangebot soll übrigens auch nach den Feiertagen weiterlaufen und dauerhaft in ganz Tirol angeboten werden, so die Landesregierung.

🧫 Wie laufen die Tests ab?

Nach der Anmeldung folgt ein QR-Code mit der Bestätigung des gewünschten Testortes. Die Auswertung der Antigen-Tests erfolgt vor Ort in den Screeningstraßen. Die Verständigungen werden automatisiert abgewickelt, die Testpersonen erhalten ein Verständigungs-SMS, in welcher das Testergebnis – positiv oder negativ – abgerufen werden kann.

😌 Was ist, wenn ich negativ getestet werde?

Die Tests sollen dazu dienen, unbemerkte Infektionen ausfindig zu machen. Es wird jedoch gewarnt, dass ein negativer Test dann kein Freibrief sei, Corona-Maßnahmen wie Abstandhalten, Hygiene oder Mund-Nasen-Schutz zu vernachlässigen. Es handle sich nur um eine Momentaufnahme. Es ist möglich, dass der Antigen-Test (noch) nicht anschlägt oder man sich direkt darauf ansteckt. Es gilt also weiterhin, auf sich und seine Mitmenschen Rücksicht zu nehmen.

🤧 Was, wenn ich positiv getestet werde?

Ergibt der Antigen-Test ein positives Ergebnis, soll dieses wie bei den Massentests durch einen PCR-Test überprüft werden. Dadurch sollen falsch-positive Tests möglichst ausgeschlossen werden. Nach einem positiven Antigen-Test wird automatisch ein Zuweisungscode zu einer PCR-Testung in einer Screeningstraße übermittelt.

In jedem Fall gilt es nach einem positiven Antigen-Test Kontakte zu anderen Menschen zu meiden. Auch wenn man asymptomatisch ist, kann man bekanntlich andere Menschen anstecken, die dann eventuell einen schweren und potenziell tödlichen Verlauf der Lungenkrankheit Covid-19 zu befürchten haben.


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