Polizei entdeckte Nazi-Lager in Reutte, rechte Szene wieder etwas im Aufwind

Einen Wehrmachtshelm, Abzeichen mit Hakenkreuzen sowie verbotene Waffen und Drogen fanden die Beamten bei Hausdurchsuchungen in Reutte. Die Anzahl der Strafverfahren gegen die rechte Szene steigt.

Das ist die Ausbeute der beiden Hausdurchsuchungen in der rechten Szene von Reutte. Vier Verdächtige wurden ausgeforscht.
© LPD Tirol

Von Thomas Hörmann

Reutte – Zwei Wehrmachtsstahlhelme mit Hakenkreuzen und SS-Runen, drei Abzeichen mit Hakenkreuzen, Schlagringe, Macheten, Patronen, Wurfmesser: Das war die Ausbeute von zwei Hausdurchsuchungen, die Polizeibeamte am Donnerstag im Außerfern durchführten. Kein Einzelfall – laut Staatsanwaltschaft ist die rechte Szene wieder etwas im Aufwind. „Die Anzahl der Strafverfahren steigt“, bestätigt deren Sprecher Hansjörg Mayr.

Die Mitglieder der rechten Szene nützen immer mehr die sozialen Netzwerke.
Hansjörg Mayr (Staatsanwaltschaft)

Die erste Hausdurchsuchung fand in einer Wohnung statt, in der zwei Männer und eine Frau (35, 25 und 24 Jahre) aus Deutschland leben. Neben den Waffen und den Nazi-Utensilien entdeckten die Beamten auch geringe Mengen Suchtgift. Wie die Ermittlungen ergaben, hatte die Gruppe weitere Nazi-Gegenstände an eine 26-jährige Serbin weitergegeben. In deren Wohnung fand dann eine zweite Hausdurchsuchung statt. Mit einem ähnlichen Ergebnis – die Beamten stellten einen weiteren SS-Helm, Abzeichen und mehrere verbotene Waffen sicher. Die Serbin und die Deutsche wurden von der Polizei mit Waffenverboten belegt.

Laut Staatsanwalt Mayr nützt die rechte Szene verstärkt soziale Netzwerke. „Über WhatsApp werden Bilder und Informationen ausgetauscht.“ Außerdem sei auch feststellbar, dass die Täter zunehmend jünger werden. „Oft sind es Jugendliche oder junge Erwachsene“, erklärt er.


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