Tirol gibt 215.000 Euro Soforthilfe für Griechenland

1,5 Millionen Euro stellen die Bundesländer an Soforthilfe für die Versorgung Geflüchteter in Griechenland zur Verfügung. Der jeweilige Anteil richtet sich nach Bevölkerungsgröße – Tirol stockte aber auf.

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Nach heftigen Regenfällen standen Teile des Flüchtlingslagers Kara Tepe zu Beginn der Woche unter Warsser.
© M. Punz/Twitter

Wien, Athen – Bei der Versorgung von Geflüchteten erhält Griechenland Unterstützung von den Bundesländern. Insgesamt 1,5 Millionen Euro stellen die Landesregierungen verschiedenen Hilfsorganisationen zur Verfügung, die jeweilige Summe ist abhängig von der Bevölkerungsgröße. Der Beschluss dazu wurde bereits in der Landeshauptleutekonferenz im November gefasst.

Tirol stockte auf

In Tirol liegt bereits ein Beschluss vor. Gemäß Bevölkerungsschlüssel wäre der Tiroler Beitrag bei rund 128.000 Euro gelegen, die Landesregierung habe sich jedoch dazu entschlossen, durch freigemachte Mittel insgesamt 215.000 Euro zur Verfügung zu stellen, teilte das Land mit. Die Gelder wurden bereits ausbezahlt. 200.000 Euro gingen an das Österreichische Rote Kreuz und 15.000 Euro an den Greek Council for Refugees. Die finanziellen Mittel werden für die medizinische Versorgung und diverse Hilfspakete für Flüchtlinge verwendet, darunter für die Unterbringung in Notunterkünften und rezeptfreie Medikamente, hieß es.

Im Bundesland Salzburg wird die Soforthilfe für Griechenland über die Caritas Salzburg abgewickelt. In der Landeshauptleutekonferenz sei beschlossen worden, dass jedes Bundesland den Empfänger der Spende selbst festlegen könne, sagte ein Sprecher von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). Salzburg stelle rund 100.000 Euro zur Verfügung.

Der niederösterreichische Anteil beträgt 284.000 Euro. Die Abwicklung findet über das Rote Kreuz statt. Vorarlberg wird 66.755 Euro geben. Auch hier ergeht das Geld an das Rote Kreuz. Auch Oberösterreich und die Steiermark wickeln ihre Anteile über das Rote Kreuz ab. Der Anteil Oberösterreichs beträgt rund 250.000 Euro, der steirische 210.000 Euro. Das Burgenland beteiligt sich an der Soforthilfe mit rund 50.000 Euro. Der Betrag wird je zur Hälfte an den Arbeiter-Samariter-Bund und das Rote Kreuz überwiesen. Kärntens Beitrag beträgt rund 95.000 Euro und geht je zur Hälfte an die Caritas und die Diakonie für Projekte zur Flüchtlingshilfe in Griechenland.

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Wien, das sich neben finanzieller Hilfe für Geflüchtete auch mehrmals für die Aufnahme von Kindern aus Camps wie Lesbos aussprach, gibt je 100.000 Euro für die Caritas, Diakonie und den Samariterbund frei.

Derzeit befinden sich rund 120.000 Geflüchtete auf dem griechischen Festland sowie den Inseln der Ägäis. Vor allem die Situation auf den Inseln ist prekär. Nach dem Brand in Europas bis dahin größtem Flüchtlingslager Moria auf Lesbos wurde das Ausweichlager Kara Tepe errichtet, aber auch dort seien die Zustände menschenunwürdig, kritisieren Hilfsorganisation. Durch starke Regenfälle stehen große Teile des Lagers unter Wasser. Ärzte berichten vermehrt davon, Kinder mit Rattenbissen zu behandeln. Derzeit leben in Kara Tepe mehr als 7.000 Menschen.

Schönborn bittet um Aufnahme von Flüchtlingen aus Lesbos

Kardinal Christoph Schönborn appellierte an Österreich, Menschen aus den Flüchtlingslagern aufzunehmen. „Bürgermeister, Gemeinden, Pfarren haben ihre Bereitschaft erklärt, Familien bei uns aufzunehmen. Ich bitte darum!“ schrieb der Wiener Erzbischof am Freitag in seiner Kolumne für die Gratiszeitung Heute.

„Die Menschen in diesen Lagern haben fast immer dramatische Fluchtwege hinter sich. Die Hoffnung auf eine menschenwürdige Zukunft hält sie aufrecht. Wir können nicht alles Leid der Welt lösen. Aber das Klopfen der Herbergsuchenden sollten wir nicht überhören. Jesus war einer von ihnen!“, schrieb der Kardinal weiter. Er verwies dabei auf den Besuch des Innsbrucker Bischofs Hermann Glettler in der Vorwoche auf der griechischen Insel Lesbos. Dieser habe die Zustände im dortigen Lager Kara Tepe als „erschütternd und katastrophal“ bezeichnet.

Zum „Internationalen Tag der Migranten“ am heutigen Freitag hatten sich bereits zuvor zahlreiche Organisationen zu den Zuständen in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln zu Wort gemeldet und eine Aufnahme von Menschen in Österreich gefordert. Die Frage spaltet die Regierung bisher: Während sich die Grünen dafür aussprechen, stellt sich die ÖVP vehement gegen die Forderung. (APA, TT.com)


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