Ledecka triumphiert beim Super-G in Val d'Isere, Schlappe für ÖSV-Damen

Die tschechische Olympiasiegerin setzte sich knapp vor Corinne Suter (SUI) und Federica Brignone (ITA) durch. Beste ÖSV-Läuferin wurde Tamara Tippler als 14.

Olympiasiegerin Ester Ledecka zauberte die schnellste Linie in den Schnee.
© GEPA pictures/ Patrick Steiner

Val d'Isere - Österreichs Alpinski-Damen sind am Sonntag mit dem schlechtesten Super-G-Ergebnis im Weltcup seit fast 24 Jahren geschlagen worden, Beste in Val d'Isere war als 14. Tamara Tippler. Der Sieg ging an die tschechische Olympiasiegerin Ester Ledecka, die sich zum Abschluss des Speedauftakts vor der Schweizerin Corinne Suter (+0,03 Sek.) und der Italienerin Federica Brignone (+0,35) durchsetzte. Die nächsten Rennen sind die Technikbewerbe am 28./29. Dezember am Semmering.

Spitzen-Snowboarderin und -Skifahrerin Ledecka hatte im Februar 2018 sensationell den Super-G bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang gewonnen und ließ nun den ersten Sieg in dieser Disziplin auch im Weltcup folgen. Im Dezember 2019 gewann sie bereits eine Abfahrt in Lake Louise, sie hält nun bei zwei Weltcuperfolgen.

"Ich hatte einen schlechten Start in den Tag und kein gutes Aufwärmen. Die Abfahrt hat sich nicht gut angefühlt. Aber so schlecht war sie scheinbar nicht. Das ist ein großartiges Ergebnis", sagte Ledecka, überrascht von ihrer eigenen Leistung. Suter jubelte über den dritten Podestrang im dritten Speedrennen. Im Gesamtweltcup führt weiterhin die Slowakin Petra Vlhova, die Tagessechste wurde.

Ganz anders war die Stimmung im ÖSV-Lager, in dem hängende Köpfe und Ratlosigkeit zu sehen waren. Man muss weit zurückblättern, um ein ähnlich ernüchterndes Abschneiden im Super-G zu finden. Am 13. März 1997 war Alexandra Meissnitzer 16. in Vail.

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Am Freitag hatte sich mit Nicole Schmidhofer die in den vergangenen zwei Saisonen stärkste Super-G-Fahrerin im ÖSV-Team einen Riss des Kreuzbandes und des Seitenbandes im linken Knie zugezogen, für sie ist die Saison zu Ende. Ob das ein Mitgrund für das schlechte Abschneiden gewesen sein könnte, wollte ÖSV-Damen-Rennsportleiter Christian Mitter nicht beurteilen. "Ich bin kein Psychologe, eigentlich haben wir das aufgearbeitet und analysiert."

Er vermisste im Super-G bei seinen Läuferinnen das Selbstverständnis. "Das ist schon enttäuschend heute. Wir werden schauen, dass wir die richtigen Hebel setzen in Richtung St. Anton. Wir müssen schauen, dass das Selbstverständnis zurückkommt, dass sie bedingungslos an die Sache heerangehen und es sich zutrauen." In den beiden Abfahrten hatte es mit den Rängen fünf für Nina Ortlieb und sieben für Tippler am Freitag bzw. sechs für Ramona Siebenhofer am Samstag zumindest drei Top-Ten-Ergebnisse gegeben.

Tippler merkte man den Substanzverlust an, sie hat nach ihrer schweren Coronaerkrankung nun zwei Trainings und drei Rennen in fünf Tagen in den Beinen. "Was ich anders machen würde? Ich würde mich anders vorbereiten, aber das kann man nicht ändern. Ich habe mir vorgenommen, dass ich es ein bisschen wertfreier sehe, was die Platzierungen betrifft und mehr auf die Leistung schaue", sagte die Steirerin, die fünf Wochen nicht trainieren konnte. Es sei viel Gutes dabei gewesen, aber natürlich Luft nach oben. "Technisch passt es gut."

Ortlieb war als 20. zweitbeste Österreicherin, sie hatte zunächst keine Erklärung und wollte erst einmal analysieren. "Ich habe oben schon so viel Rückstand aufgerissen und bin nicht wirklich auf Zug gekommen." Im Ziel hielt sie sich die Hand, weil sie eine Stange draufbekommen hatte, die Vorarlbergerin gab aber Entwarnung. Punkte gab es noch für Ariane Rädler (24.), Stephanie Venier (25.) und Ricarda Haaser (26). Siebenhofer blieb außerhalb der 30. "Ein gutes Ergebnis in drei Rennen ist zu wenig und enttäuschend", sagte Siebenhofer. (APA)

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