Gut zu wissen: Wie wir uns zu Weihnachten trotz Distanz nahe sind

Im Corona-Jahr ist nichts wie es zuvor war – auch die Weihnachtsfeiertage nicht. Mit den richtigen Vorkehrungen, etwas Kreativität und Einfühlungsvermögen wird es hoffentlich trotzdem ein schönes Fest. Wir haben die wichtigsten Tipps gesammelt.

© APA/dpa/Tom Weller

Innsbruck – Weihnachten steht bevor: Ein Fest, das auch in anderen Jahren mit so mancher Herausforderung beladen ist, wenn es darum geht, alle Familienmitglieder glücklich zu machen. Diese Schwierigkeiten wirken heuer aber beinahe nebensächlich, denn das Coronavirus fordert bei jedem sonst selbstverständlichen Treffen Distanz. Aufgrund der Einreisebeschränkungen sind manche Familien getrennt und auch der nächste Lockdown steht bereits in den Startlöchern.

„Die Vorstellung, auf gewohnte Rituale verzichten zu müssen oder Weihnachten womöglich ganz ohne geliebte Menschen zu feiern, belastet viele“, bestätigt Birgit Satke, Leiterin von Rat auf Draht. „Ärger, Wut, Trauer und Unzufriedenheit können die Folge sein, daher ist eine gute Planung heuer umso wichtiger.“ Folgende Tipps können dabei helfen:

💬 Gemeinsame Planung und kreative Lösungen: Besprechen Sie bereits vorab in Ruhe, wie jeder einzelne das Fest gerne feiern würde. Wenn die verschiedenen Wünsche und Bedenken miteinander geteilt werden, beginnt die Suche nach Wegen, Rituale Corona-sicher zu gestalten. Kinder sind dabei oft sehr kreativ – ein Kinderpunsch im Freien oder ein Laternen-Spaziergang mit den Großeltern können etwa große Freude bereiten.

Überlegen Sie auch, worauf Sie vielleicht verzichten möchten. Erklären Sie den Kindern, warum es wichtig ist, Abstand zu halten und reden sie darüber, wie sie zum Beispiel den Großeltern auch ohne Umarmung zeigen können, dass sie sie lieb haben.

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👩‍👩‍👦 Klein aber fein: Erlaubt sind an den Weihnachtsfeiertagen Familientreffen mit bis zu zehn Personen, generell gilt natürlich aus Corona-Sicht – je kleiner der Kreis, desto besser. Das kann auch Vorteile haben: Eingefahrene Routinen werden aufgebrochen, Gespräche sind intimer und vielleicht tiefgehender. So wird das Fest besinnlicher.

🌲 Wohnzimmer im Freien: Wenn es die Wetterlage erlaubt – vielleicht sogar bei weißen Weihnachten – treffen Sie Ihre Liebsten im Freien und sorgen sie dort für Weihnachtsstimmung, zum Beispiel mit Liedern und Keksen.

📱 Virtuelle Kontakte: Fällt ein persönliches Treffen flach, helfen digitale Alternativen dabei, sich trotzdem nahe zu fühlen. Vereinbaren Sie zum Beispiel ein gleichzeitiges Essen via Videotelefonat, packen Sie Geschenke reihum aus oder lesen Sie sich gegenseitig eine Geschichte vor. Auch viele Spiele lassen sich online oder über eine App spielen.

🙂 Prioritäten statt Perfektionismus: Zum Thema Besinnlichkeit passt auch, sich in Erinnerung zu rufen, dass es nicht nur um Geschenke und Essen geht, sondern die gemeinsame Zeit im Vordergrund steht. Überlegen Sie, wie Sie diese so entspannt wie möglich miteinander verbringen können. Ein lustiges Spiel kann dazu mehr beitragen als eine auf Hochglanz polierte Wohnung.

⚡ Konfliktthemen meiden: Kritische Themen sollte man an Weihnachten außen vor lassen. Das gilt zwar auch abseits von Corona, gerade nach diesem anstrengenden Jahr tut es der Familie aber gut, ein paar harmonische Tage miteinander zu verbringen. Das bedeutet, Schulnoten und Piercings des Nachwuchses oder die politische Einstellung von Verwandten kann auch nach den Feiertagen noch debattiert werden. Lässt sich eine Diskussion nicht mehr vermeiden, zeigen Sie sich tolerant und lassen Sie anderen ihre Sichtweise. Konzentrieren Sie sich auf die positiven Aspekte und stellen Sie auch an sich selbst nicht zu hohe Ansprüche.

☎️ Was, wenn es trotzdem zum Streit kommt?

142 (tägl. 0 - 24 Uhr): vertrauliche kostenlose Telefonseelsorge

147 (tägl. 0 - 24 Uhr): „Rat auf Draht" für Kinder und Jugendliche

💕 Für andere Menschen da sein: Machen Sie Personen, die heuer alleine feiern, eine kleine Freude. Das kann beispielsweise etwas Selbstgebasteltes oder -gebackenes sein, das vor die Tür gelegt wird. (TT.com)

⚠️ Hier finden Sie Hilfe

Weitere nützliche Kontaktadressen und Nummern für Menschen in psychischen Ausnahmesituationen:

  • Pro mente: https://promente-tirol.at/de/
  • Psychiatrische Ambulanz der Innsbrucker Klinik: Tel. +43 (0)50 504 23648
  • Notaufnahme des MZA, Anichstraße 35, Innsbruck, Tel. +43 (0)50 427 057
  • Psychosozialer Dienst in Hall in Tirol: www.psptirol.org, Tel. +43 (0)52 2354 9 11
  • Kriseninterventionsdienst des Roten Kreuzes: Notruf 144

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