Ballonfahrt des Sohnes mit Untertasse erfunden: Eltern begnadigt

Eltern hatten behauptet, ihr sechsjähriger Sohn sei von einem selbstgebauten Heißluftballon in Form einer fliegenden Untertasse davongetragen worden. Es kam zu einem teuren Rettungseinsatz. Später stellte sich heraus: Das Kind war wohlbehalten zuhause, die Eltern wollten sich als Kandidaten fürs Reality-TV positionieren.

Jared Polis sprach eine Begnadigung für die Eltern aus.
© JASON CONNOLLY

Denver – Elf Jahre nach dem Schwindel um einen angeblich in einem Heliumballon entschwebten Sechsjährigen in den USA sind die Eltern des Kindes begnadigt worden. "Es ist an der Zeit, nicht länger zuzulassen, dass eine permanente Vorstrafe aus der Ballonbuben-Saga folgt und die Eltern für den Rest ihres Lebens herunterzieht", erklärte der Gouverneur von Colorado, Jared Polis, einen Tag vor Weihnachten.

Die Eltern waren damals zu 90 beziehungsweise 20 Tagen hinter Gittern verurteilt worden. Die Lügengeschichte der Eltern hatte im Oktober 2009 das TV-Publikum einen Tag lang in Atem gehalten und weltweit Schlagzeilen gemacht. Die Eltern des sechsjährigen Falcon, Richard und Mayumi Heene, hatten sich später schuldig bekannt, die Geschichte in die Welt gesetzt zu haben, ihr Sohn sei versehentlich in einem selbstgebauten Heißluftballon in Form einer fliegenden Untertasse davongetragen worden. Der Bub tauchte später unversehrt zu Hause auf.

Das Ehepaar hatte gehofft, sich durch die fingierte Geschichte als Kandidaten für eine Reality-Show im Fernsehen attraktiv zu machen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft beliefen sich die Kosten für den vermeintlichen Rettungseinsatz auf fast 50.000 Dollar (41.007,14 Euro). Der Richter in Fort Collins bei Denver bezeichnete den Fall als "ausgeklügelten Scherz", mit dem die Heenes ihre Kinder, die Medien und die Gefühle der Menschen "ausgenutzt" hätten, um Geld zu machen.

Falcon gründete später mit seinen Brüdern Ryo und Bradford eine Heavy-Metal-Band. Sie veröffentlichten einen Song mit dem Titel "Ballon-Bub, kein Schwindel", im passenden Video dazu war eine vermeintliche fliegende Untertasse zu sehen. (APA, AFP)

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