Corona bis „Oaschloch": Das wollten die Österreicher 2020 von Google wissen

Was haben Rapunzel, Dominic Thiem, faschierte Laibchen und Joe Biden gemeinsam? Ein Blick auf die Google-Trends des Jahres 2020 verrät es.

Natürlich prägte die Pandemie das Jahr 2020 – das schlug sich auch in der Google-Suche nieder. „Coronavirus" ist in Österreich der meistgesuchte Begriff des Jahres.
© Stocker Tamara

Innsbruck – Die Pandemie und viele damit einhergehende Fragen und Entwicklungen dominierten in diesem Jahr die Google-Suche. „Coronavirus" ist der meistgesuchte Begriff des Jahres – in den Top 10 eingefunden haben sich aber auch die Schlagworte US-Wahl, Dominic Thiem, iPhone12 sowie Kobe Bryant.

🔎 Top 10 Suchbegriffe in Österreich

  1. Coronavirus
  2. US-Wahl
  3. French Open
  4. Dominic Thiem
  5. Kobe Bryant
  6. Joe Biden
  7. iPhone 12
  8. Dow Jones
  9. PS5
  10. US Open

Google rankte auch die heimischen Aufreger und großen Schlagzeilen. Ganz vorne prangt der vielschichtige Wirtschaftskrimi rund um den Wirecard-Finanzskandal, aber auch der Terroranschlag in Wien mit dem Ausruf Schleich di du Oaschloch sowie die Wien-Wahl im Oktober wurden oft gegoogelt. Über die rot-weiß-roten Grenze hinaus informierten sich viele über die gigantische Explosion in Beirut, Trumps Twitter-Eskapaden oder die Bewegung Black Lives Matter.

✝️ Abschiede von Legenden

Diese geriet bekanntlich rund um den Todesfall George Floyd in den Fokus. Der Afroamerikaner wird in der Kategorie „Abschiede international“ auf Platz zwei gerankt. Denn auch das Ableben bekannter Persönlichkeiten sorgt jedes Jahr für großes Suchinteresse. Den größten Anteil nahmen die Österreicher am tragischen Tod von US-Basketballstar Kobe Bryant, der bekanntlich im Jänner bei einem Hubschrauber-Absturz ums Leben kam. Auch die Abschiede anderer Legenden – wie Maradona, Sean Connery oder Kirk Douglas – zogen viele Suchanfragen nach sich.

🔎 „Year in Search": Gesammelte Suchergebnisse

Bei den meistgesuchten nationalen Promis sicherte sich Tennis-Ass Dominic Thiem die Goldmedaille. Mit Justizministerin Alma Zadic, Innenminister Karl Nehammer und Gesundheitsminister Rudolf Anschober sind auch drei Regierungsmitglieder in den Top 10 vertreten. Ebenfalls politisch besetzt ist das Ranking bei den internationalen Persönlichkeiten: Joe Biden, Kim Jong-un und Boris Johnson teilen sich das Stockerl. Noch vor der First Lady Melania Trump und der neuen US-Vizepräsidentin Kamala Harris reiht sich Laura Müller ein – die 20-jährige Frau von Schlagerbarde Michael Wendler beherrschte 2020 die Klatschspalten.

❓ Fragen, Fragen, Fragen rund um Corona

Wie immer listet der Jahresrückblick der Suchmaschine auch die populärsten Was- und Wie-Fragen auf. „Auch heuer wieder ein Spiegel der Gesellschaft", konstatierte Wolfgang Fasching-Kapfenberger, Pressesprecher von Google Austria. Wenig verwunderlich also, dass sich die Menschen in vielfältiger Weise über das Coronavirus informierten. Wie lange ist Corona ansteckend, Wie ist der Coronavirus entstanden, Wie wird Corona übertragen sind nur einige Beispiele – das Virus warf schließlich eine Menge Fragen auf. Viele googelten auch schlicht Was ist ein Virus oder wollten wissen, was Kurzarbeit, eine Rezession oder eine Pandemie per se ist.

🔎 Top 10 Corona-Suchbegriffe in Österreich

  1. Coronavirus
  2. Corona-Ampel
  3. Corona Fälle in Österreich
  4. Coronavirus Tipps
  5. Coronavirus Italien
  6. Lockdown
  7. Coronavirus Symptome
  8. Kurzarbeit
  9. Neuinfektionen
  10. Biontech Aktie

Auf Coronas Kappe gehen auch Anstiege von Suchanfragen in Richtung „Do it yourself" oder auch Online-Bestellungen von Lebensmitteln, Pflanzen, Puzzles oder dem „Martinigansl“. Aus eigener Hand fertigen wollten die Österreicher vor allem Desinfektionsmittel und Gesichtsmasken. In den heimischen Küchen wurde aber auch damit experimentiert, Hefe, Eis, Pizzateig oder Joghurt selber zu machen.

❓ Fragen abseits von Corona

Und apropos Essen: Die allermeisten Österreicher suchten nach dem Schlagwort Brot backen oder wollten wissen, wie Holundersirup hergestellt wird. Beliebt waren auch Rezepte für Zucchini, faschierte Laibchen, Béchamelsauce oder Buchteln. Dabei sind einige wohl auch auf den Begriff Schmand gestoßen, der bei den populärsten „Was"-Fragen auf Rang 4 landete. Und Google schaffte – hoffentlich – noch bei einer Reihe weiterer „Probleme“ Abhilfe:

🔎 Ungewöhnliche Suchanfragen

  • Wie heißt das Königreich von Rapunzel?
  • Was ist Schmand?
  • Was ist ein Affineur?
  • Wie schnell wachsen Haare?
  • Was ist ein Podcast?
  • Was ist ein Verb?
  • Wie viele Bretter hat eine Europalette?

„Year in Search" nennt der Internetriese Google seine immer zum Jahresende veröffentlichte Liste der Suchbegriffe, die die Interessen der Nutzer am besten widerspiegeln soll: Abgebildet werden nicht die Suchen mit den absolut meisten Anfragen, sondern diejenigen mit dem prozentual größten Zuwachs („trending terms"). Konkrete Zahlen, wie häufig ein Begriff abgerufen wurde oder in welchem Ausmaß er zulegte, werden von Google nicht veröffentlicht. (tst)


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