Studentin in Leonding getötet: Frau erlitt vier Stiche in Brustkorb

Der brutale Mord an einer 25-jährigen Spanierin in Leonding scheint geklärt: Der mutmaßliche Täter hat gestanden und sein Motiv genannt. Ob der Mann zurechnungsfähig war, wird noch ermittelt.

Die 25-Jährige wurde in den frühen Morgenstunden des Sonntags in Leonding getötet.
© APA/FOTOKERSCHI.AT/WERNER KERSCHBAUMMAYR

Leonding – Nachdem eine 25-Jährige am Sonntag in Leonding (Bezirk Linz-Land) getötet worden ist, hat die Obduktion am Montag ergeben, dass die Kombination aus Würgen und Stichen ihr das Leben kostete. Der Verdächtige, ein 29-jähriger entfernter Verwandter des Opfers, wurde bereits festgenommen und ist geständig.

Als Motiv habe sich "verschmähte Liebe" herausgestellt, sagte Ulrike Breiteneder, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Linz, am Montag. Ob der Mann zurechnungsfähig ist bzw. war, werde "im Ermittlungsverfahren Thema sein". "Es dürfte eine Erkrankung vorliegen", inwieweit sie mit der Tat zu tun habe, sei zu klären.

Opfer erlitt sechs Stiche

Die Studentin erlitt sechs Stiche, vier davon in den Brustkorb. Die junge Frau sei durch das vorangegangene Würgen bereits so geschwächt gewesen, dass ihr Blutkreislauf verlangsamt war, und sie nicht mehr so stark blutete, berichtete die Behördensprecherin nach der Obduktion.

Die 25-Jährige aus Honduras lebte schon längere Zeit bei ihrer 39-jährigen Halbschwester, ebenfalls aus Honduras, und deren Mann in Leonding. Der 29-Jährige, der ebenfalls aus dem mittelamerikanischen Land stammt, nun aber spanischer Staatsbürger ist und in Spanien lebt, kam kurz vor Weihnachten auf Besuch. Am Sonntagvormittag kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Spanier und der Studentin – offenbar wegen seiner Avancen.

Achtjährige holte Hilfe

Das Hausbesitzerpaar und seine achtjährige Tochter schliefen im ersten Stock und hörten um etwa 9 Uhr Tumult von unten, aus dem Erdgeschoß und Keller. Die 39-Jährige ging hinunter, sah ihre Halbschwester blutend liegen und wurde offenbar auch vom Spanier attackiert und gewürgt. Ihr gleichaltriger Ehemann war ihr gefolgt und überwältigte den 29-Jährigen in einer Rauferei. Die Achtjährige war inzwischen zu ihren Großeltern ins Nebenhaus gelaufen, um Hilfe zu holen. Der Großvater kam und half seinem Sohn, den Aggressor mit Kabelbindern an die Kellerstiege zu fesseln. Dann riefen sie Polizei und Rettung. (APA)


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