Nach dem Brexit kein Erasmus-Studium mehr in Großbritannien

Bereits genehmigte Mobilitäten und Projekte werden bis zu deren geplantem Ende noch durchgeführt. Aufgrund einer Sondervereinbarung mit Irland ist Nordirland vom Erasmus-Aus nicht betroffen.

Das Trinity College, Teil der berühmten Universität von Cambridge: Für Studenten aus der EU wird es nun schwieriger in Großbritannien Auslandssemester zu absolvieren.
© JUSTIN TALLIS

London – Nach dem Abschluss des Post-Brexit-Abkommens wird es mittelfristig keine Erasmus-Studienaufenthalte für österreichische Studenten in Großbritannien (und für britische in Österreich) mehr geben. Bereits genehmigte Mobilitäten und Projekte werden allerdings bis zu deren geplantem Ende noch durchgeführt. Im Forschungsbereich nimmt Großbritannien weiter an wichtigen Programmen teil - etwa Horizon Europe, Copernicus oder Euratom. Die Details müssen aber noch geklärt werden.

Mit Erasmus (seit 2014: Erasmus plus) kann im Ausland für einen bestimmten Zeitraum studiert, gelehrt oder ein Praktikum absolviert werden. Am bekanntesten ist das Programm im Hochschulbereich: Je nach den Lebenshaltungskosten im Zielland erhalten Studenten dabei auch einen Zuschuss. Für Österreicher ist Großbritannien dabei (nach Deutschland und Spanien) das drittbeliebteste Zielland mit jährlich zwischen 700 und 800 Aufenthalten.

Zugesagte Erasmus-Programme können absolviert werden

Trotz des Austritts Großbritanniens aus der EU und des Ausscheidens aus Erasmus wird es auch 2021 aber noch geförderte Aufenthalte geben. Festgelegt wurde nämlich auch, dass bis Ende 2020 genehmigte Projekte und Aufenthalte noch bis zum darin festgelegten Ende durchgeführt werden können.

Wer also für 2021 einen Erasmus-Aufenthalt in Großbritannien bereits zugesagt bekommen hat, darf diesen auch noch absolvieren. Aufgrund einer Sondervereinbarung mit Irland vom Erasmus-Aus nicht betroffen ist übrigens Nordirland. Schottland scheidet dagegen mit aus.

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Briten wollen eigenes Programm

Statt Erasmus will die britische Regierung ein eigenes Programm entwickeln, das nach dem britischen Wissenschafter Alan Turing benannt ist. Details gibt es noch keine - es soll aber nicht nur die EU, sondern die ganze Welt abdecken. Allerdings wird erwartet, dass damit eher britische Studenten im Ausland unterstützt werden als ausländische Studenten, die nach Großbritannien kommen wollen.

Nach wie vor möglich ist natürlich das Absolvieren eines Studiums in Großbritannien abseits von Erasmus. Allerdings gelten dann andere Visa-Bedingungen.

Zusammenarbeit bei Forschungsprogrammen

Anders als bei Erasmus haben sich EU und Großbritannien im Forschungsbereich bei wichtigen Programmen auf eine weitere Zusammenarbeit geeinigt. Das betrifft etwa das am 1. Jänner 2021 startende, knapp 100 Mrd. Euro schwere Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe. Die genauen Konditionen für die Kooperation müssen aber noch ausverhandelt werden.

Auch beim Forschungs- und Ausbildungsprogramm der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom), dem Kernfusionsreaktorprojekt Iter, dem Erdbeobachtungssystem Copernicus sowie dem Satellitenüberwachungssystem SST ist Großbritannien weiter mit dabei. (APA)


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