Geiger Auftaktsieger bei der Tournee, ÖSV-Adler nicht auf dem Podest

Am Sonntag noch in Corona-Quarantäne, am Dienstag strahlender Sieger: Der Deutsche Karl Geiger gewann das Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf. Beste Österreicher: Stefan Kraft (6.) und Philipp Aschenwald (8.), der zur Halbzeit als Dritter noch auf Podestkurs lag.

So sieht das Siegerlächeln des Tages aus: Karl Geiger gewann den Tournee-Auftakt in Oberstdorf.
© CHRISTOF STACHE

Oberstdorf – Karl Geiger hat in seiner Heimat Oberstdorf das Auftaktspringen der Vierschanzentournee gewonnen und damit die Hoffnung auf den ersten Gesamtsieg eines Deutschen seit Sven Hannawald (2001/02) genährt. Der zuletzt mit Corona infizierte Geiger setzte sich am Dienstag 2,8 Punkte vor Kamil Stoch durch, der als Pole sein ganz eigenes Märchen schrieb: Erst wenige Stunden zuvor hatte das polnische Team nach dem Corona-Alarm und der Sperre vom Vortag doch die Freigabe bekommen.

Mit den beiden Norwegern Marius Lindvik und Halvor Egner Granerud sowie dem Deutschen Markus Eisenbichler landeten weitere Mitfavoriten der 69. Auflage auf den Rängen drei bis fünf. Österreichs Skispringer fielen in der Entscheidung kollektiv zurück, Stefan Kraft wurde als Sechster einmal mehr bester Österreicher. Vor dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen hat Kraft 17,5 Punkte Rückstand auf Geiger.

Der Halbzeit-Dritte Philipp Aschenwald landete auf Platz acht, Jan Hörl und Daniel Huber auf den Plätzen elf und 13. Thomas Lackner sprang beim Tournee-Debüt als 24. in die Punkteränge. Markus Schiffner als 42. und Michael Hayböck als 48. des ersten Durchgangs hatten das Finale der Top-30 verpasst. Eisenbichler rutschte als 27. gerade noch ins Finale, ließ dort aber mit einem fulminanten 142-m-Satz die Tagesbestweite folgen, wodurch er nur 1,5 m unter dem Schanzenrekord blieb.

ÖSV-Adler fielen im Finale kollektiv zurück

Die ÖSV-Springer konnten ihre vielversprechenden Positionen nach dem ersten Durchgang nicht beibehalten. Vor den letzten zehn Springern, zu denen auch Hörl, Kraft und Aschenwald gehörten, verkürzte die Jury den Anlauf bei stärkerem Rückenwind um zwei Luken. Hörl (123,5) büßte vier, Aschenwald fünf, und Kraft eine Position ein.

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Krafts Freude war mit Platz sechs nach einer Corona- und Rückenzwangspause groß. "Sechster, genial - ein Traumauftakt", jubelte der Salzburger im ORF, haderte gleichzeitig aber mit der Jury-Entscheidung und Windpech. "Wenn der 'Eisei' von zwei Luken mehr keine Minuspunkte kriegt und ich von zwei Luken weniger plus acht (Windkompensation), dann ist es nicht ganz fair", sagte der Weltcup-Titelverteidiger nach seinem erst zweiten Einzelbewerb der Saison.

Hayböck erlebte hingegen gleich eine Enttäuschung. Mit einem Sprung auf 112 Meter und Rang 48 verpasste der Skiflug-WM-Vierte den zweiten Durchgang, eine Topplatzierung in der Gesamtwertung ist für den Oberösterreicher damit außer Reichweite. Eine Erklärung hatte Hayböck zunächst nicht parat. "Es war ein komischer Sprung, wo ich gleich gemerkt habe, dass irgendwas nicht zusammenpasst." Auch Huber war nicht gänzlich zufrieden. "Ganz stimmig ist es nicht. Es braucht Bomben, dass man da (vorne) mitspringt."

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Mit dabei waren nach einer Kehrtwende über Nacht auch die Polen um den Tageszweiten Stoch. Das Team war am Montag zwar nach einem positiven Coronatest von Klemens Muranka vom ersten Bewerb ausgeschlossen worden, durfte nach zwei weiteren negativen Testreihen aber die Quarantäne verlassen und springen.

Der erste Durchgang ging deshalb mit allen 62 gemeldeten Teilnehmern in Szene, auf das geplante K.o.-System, das bei der Tournee bei 50 Qualifizierten vorgesehen ist, wurde verzichtet. Ein Dilemma droht bei den nächsten Stationen in Garmisch-Partenkirchen (1. Jänner), Innsbruck (3.) und Bischofshofen (6.) aber dennoch: Werden bei weiteren Serientestungen Infizierte unter den Sportlern entdeckt, könnten Teams den 'polnischen Weg' mit weiteren Tests wählen. Im Hygienekonzept ist das eigentlich nicht vorgesehen. (APA)

📊 Vierschanzentournee in Oberstdorf – Endstand:


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