Eltern für die Impfung von Pädagogen und wöchentliche Tests für Schüler

Noch ist unklar, wie es ab wann Corona-bedingt an den hiesigen Schulen weitergeht. Wöchentliche Corona-Tests für die Schüler werden begehrt.

Heimunterricht wird wohl noch länger stattfinden.
© ERWIN SCHERIAU

Von Karin Leitner

Wien – Wie geht es an den Schulen Corona-bedingt weiter? Der hiesige „harte Lockdown“ soll am 25. Jänner enden. Ab 7. Jänner soll es – nach den Ferien – erneut Fernlehre geben, ab 18. Jänner sollen Kinder und Jugendlichen wieder vor Ort unterrichtet werden. Laut derzeitiger Rechtslage ist das vorgesehen; auch ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann möchte das. Wobei es aus seinem Ressort heißt: Wann in die Klassenzimmer zurückgekehrt werde, hänge auch von der Entwicklung der Infektionszahlen ab. ÖVP-Klubchef August Wöginger, gefragt, ob auch Schulen bis 25. Jänner geschlossen bleiben, sagt schon jetzt: „Ja, Lockdown ist Lockdown.“

Zu klären ist auch, unter welchen Bedingungen Schüler und Lehrer wieder an den Bildungsstätten sein werden. Darüber wird derzeit beraten. Faßmann sagt, dass die „Hygienemaßnahmen“ verschärft werden sollen. Ein „ehrgeiziges Programm“ werde entwickelt, um künftig Schüler und Pädagogen jede Woche auf das Virus zu testen – nicht mittels der für viele unangenehmen Nasen-Rachen-Abstriche, sondern nur mit solchen im vorderen Nasenbereich. Ein neues Testverfahren wäre das. Die Lehrergewerkschaft hat sich dazu noch nicht geäußert.

Schüler testen, Lehrer impfen

Der Dachverband der Elternvereine an öffentlichen Pflichtschulen sagt, was er will: wöchentliche Corona-Tests für die Schüler – und Impfpflicht für die Lehrer.

Sprecherin Evelyn Kometter glaubt nicht, dass zu realisieren ist, was der Bildungsminister begehrt: „Präsenzunterricht“ ab dem 18. Jänner. Die Woche bis zum 24. Jänner solle deshalb genutzt werden, um Schüler zu testen, Lehrer zu impfen.

Eltern seien erbost ob der Situation, befindet Kometter. „Es ist keine Planungssicherheit gegeben, weder für Schüler und Eltern noch für Lehrer.“ Den Schülern werde seit Monaten Enormes abverlangt. Auch wenn der Fernunterricht mittlerweile teils gut funktioniere, wäre eine zusätzliche Woche „Distance Learning“ aus Sicht der Elternvertreterin „ein Wahnsinn“.

Sie verweist darauf, dass in allen Bundesländern Lehrer vor Weihnachten „blaue Briefe“ als Vorwarnung vor einem „Nicht genügend“ verschickt hätten – weil es während der Zeit des „Präsenzunterrichts“ nicht möglich gewesen sei, eine Schularbeit oder einen Test zu machen, fehle die Beurteilungsgrundlage. Davon seien auch Schüler betroffen gewesen, die üblicherweise auf einem „Gut“ oder „Befriedigend“ stünden, sagt Kometter. Dabei seien Schularbeiten und Tests laut Leistungsbeurteilungsverordnung nur eine von mehreren Arten der Leistungsfeststellung.

Aus dem Bildungsressort ist dazu zu hören: Auch bei Fernunterricht sei möglich, Schüler für Schularbeiten und Prüfungen an die Schulen zu holen. Außerdem gebe es – unabhängig von Corona – andere Möglichkeiten der Leistungsfeststellung, etwa die Mitarbeit. Diese sei auch im „Distance Learning“ eruierbar. Das sei auch der Grund, warum es trotz weniger „Präsenzphasen“ im laufenden Semester eine Schulnachricht geben solle: Die Schüler hätten im Fernunterricht etwas geleistet; das sei zu dokumentieren.

Wenn erst am 25. Jänner wieder in der herkömmlichen Form unterrichtet werden sollte, würde das noch weniger Zeit für Prüfungen bedeuten, wendet Kometter ein. Dabei hätten so manche Eltern während der Weihnachtsferien viel Geld in Nachhilfe investiert, damit ihre Kinder die Rückstände aufholen können.


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