Nach „Hitler-Transe"-Sager: Nina Queer bei der RTL-„Dschungelshow" ersetzt

Am Freitag beginnt die Corona-bedingt etwas andere Dschungelshow bei RTL. Doch für eine Kandidatin steht bereits fest, dass sie ihr Köfferchen gar nicht erst auszupacken braucht. Dafür rückt jemand nach, der mal „Prince Charming" erobern wollte.

Nina Queer zieht vor dem Einzug wieder aus. Sam Dylan löst sie ab.
© TVNOW / Stefan Gregorowius

Köln – Kurz vor dem Start der RTL-„Dschungelshow" hat der Sender einen Kandidaten-Wechsel angekündigt: Statt Nina Queer sei nun Sam Dylan in der Ersatz-Show fürs reguläre „Dschungelcamp" dabei, teilte RTL am Montagabend mit.

„Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen und unserer Haltung, jegliche Form von Antisemitismus, Rassismus sowie Diskriminierung klar zu verurteilen, können und wollen wir jemanden, der sich selbst ,Hitler-Transe' nennt, keine Plattform in einer Unterhaltungssendung bieten", wurde RTL-Geschäftsführer Jörg Graf in einer Mitteilung zitiert. „Wir erkennen Nina Queer als Künstlerin an, aber wer öffentlich solche Begrifflichkeiten wählt, ob als bloße Provokation gedacht oder nicht, dem wollen wir konsequenterweise keine Bühne bieten."

Äußerungen im Sommer

Der Tagesspiegel hatte bereits im Juni 2020 über die Berliner Dragqueen und Entertainerin geschrieben, sie wolle es nicht hinnehmen, wenn Schwule in Kreuzberg von Arabern angegriffen würden. Es interessiere sie wenig, wenn jemand nicht ertragen könne, wie sie dagegen vorgehe, hieß es damals. Wörtlich sagte sie: „Dann bin ich eben die erste Hitler-Transe, die es gibt, dann nehme ich das so hin." Nach Äußerungen im Zusammenhang mit einem homophoben Angriff in Kreuzberg hatte sich Nina Queer zuvor 2017 Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt gesehen. Später distanzierte sie sich nach RTL-Angaben von diesen.

Die Äußerung im Tagesspiegel-Interview nannte RTL nun als Grund für den Wechsel bei „Ich bin ein Star - Die große Dschungelshow". Der in Niedersachsen geborene Sam Dylan hat bereits Reality-TV-Erfahrung: 2019 war der heute 29-Jährige Kandidat bei der Dating-Show „Prince Charming" dabei, 2020 bei „Kampf der Reality-Stars" auf RTL2.

TT-ePaper testen und eine von drei Cookit Küchenmaschinen gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Die „Dschungelshow" startet an diesem Freitag (15. Jänner) das Finale ist für den 29. Jänner geplant. Sie wird nahe Köln aufgezeichnet. RTL hatte das Format angekündigt, nachdem sich eine normale Ausgabe der beliebten Show wegen der Corona-Pandemie weder in Australien noch an einem möglichen Ausweich-Quartier in Wales hatte umsetzen lassen. Die Idee: Die Siegerin oder der Sieger löst ein „Goldenes Ticket" und bekommt damit einen Platz im „Dschungelcamp" 2022.

Wendler wegen „KZ"-Sager gecancelt

Die Ankündigung kommt kurz nach einem harten Schnitt bei „DSDS". Ursprünglich war bei der RTL-Castingshow auch Sänger Michael Wendler Juror. Szenen mit ihm wurden jedoch herausgeschnitten oder digital verpixelt, nachdem Wendler Deutschland wegen der Anti-Corona-Maßnahmen bei Telegram als „KZ" bezeichnet hatte. „KZ" sei dabei eine Abkürzung für „Krisen Zentrum" gewesen, hatte er später auf Instagram behauptet. Zwischen Wendler (48, „Sie liebt den DJ") und RTL war es schon im Herbst 2020 zum Bruch gekommen. (APA/dpa)


Kommentieren


Schlagworte