Eisige Zeiten: Schnee und Kälte halten ab Dienstag in Nordtirol Einzug

Während der heurige Winter es bislang vor allem auf Osttirol abgesehen hatte, rückt nun eine Schlechtwetterfront aus dem Norden an. Am meisten Neuschnee fällt in den kommenden Nächten im Außerfern und am Arlberg, im ganzen Land wird es noch frostiger.

Frostige Aussichten wie hier in Seefeld erwarten Tirol die nächsten Tage.
© Carola Hörmann

Innsbruck – Pünktlich zum Ende der ersten Halbzeit zieht der Winter 2020/21 diese Woche andere Saiten auf: „Bis jetzt lag der Schwerpunkt eindeutig im Süden, die Strömung dreht sich jetzt", erklärt Werner Troger von den Meteo Experts. Am Dienstag trifft eine Schlechtwetterfront aus dem Norden in Tirol ein und sorgt für frostige Temperaturen sowie eine Menge Neuschnee. Neu ist, dass diesmal vor allem Nordtirol den Wintereinbruch zu spüren bekommt, am aktivsten dürfte Frau Holle in Richtung Arlberg und Außerfern werden.

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Dass bislang Südwest- und Südlagen vorherrschend waren, zeigt nicht nur das mehrfach herrschende Schnee-Chaos in Osttirol, sondern auch die Niederschlagsverteilung der vergangenen Wochen: Von den Ötztaler Alpen über den Brenner bis hin nach Osttirol fiel bereits jetzt deutlich mehr Niederschlag als durchschnittlich in drei vollen Wintermonaten, berichtet der Wetterdienst Ubimet. In Lienz wurde im Vergleich zu einem durchschnittlichen ganzen Winter mehr als acht mal so viel Regen und Schneefall registriert.

„Völlig konträr präsentiert sich die Lage hingegen in den Nordalpen. Vom Arlberg bis zum Schneeberg fehlen derzeit 50 bis 70 Prozent auf eine ausgeglichene Bilanz“, sagt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Österreichischen Unwetterzentrale.

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Halber Meter Schnee im Außerfern, klirrende Kälte in ganz Tirol

Genau dort – am Arlberg – liegt in den kommenden Tagen der Schwerpunkt des Schneefalls. Los geht es damit spätestens am Dienstagabend, meint Meteorologe Troger. Am aktivsten ist Frau Holle in den darauffolgenden Nächten, tagsüber klingt der Schnee immer wieder ab und es lockert auf. „Im Außerfern bleibt bis Freitag ein halber Meter, stellenweise auch etwas mehr, liegen."

In tieferen Lagen kommen rund 10 bis 30 Zentimeter zusammen, in der Landeshauptstadt Innsbruck rechnet Troger mit 10 bis 15. Im Tal ist vereinzelt auch Schneeregen möglich. Deutlich weniger Flocken fallen diesmal in Osttirol: „Vielleicht ein paar Zentimeter in der Nacht auf Donnerstag, mehr ist hier nicht zu erwarten", so der Experte.

Insbesondere während den verschneiten Nächten, aber auch tagsüber rasseln die Temperaturen in Tirol nach unten. So spricht die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) für den Mittwoch eine hohe Kältewarnung aus. Bis zu -7 Grad sind möglich, über die Null-Grad-Grenze steigt das Thermometer kaum. Der Schneefall dürfte zum Wochenende hin wieder nachlassen, erklärt Troger: „Am Freitag beruhigt sich das Wetter und eine deutliche Besserung stellt sich ein."

So scheint am Wochenende zwar verbreitet die Sonne, der Frost legt jedoch noch einmal eine Schippe drauf. Aus Russland strömt eisige Luft heran, die uns bis zu -15 Grad und Dauerfrost auch tagsüber beschert. Am Sonntag könnten dann auch wieder ein paar Schneeflocken im Spiel sein, eine genaue Prognose ist aber laut Troger noch schwierig. (TT.com/kla)

📞 Kältetelefon

Menschen, die obdachlos sind, leiden besonders unter der prognostizierten Kälte. Um ihnen zu helfen, steht das Innsbrucker Kältetelefon unter der Nummer +43 512 21447 zur Verfügung. Es ist auf der einen Seite für Betroffene selbst, vor allem aber für aufmerksame Bürger gedacht.

„Wir alle sind gefordert: Wenn uns wohnungslose und frierende Menschen auffallen, sollten wir soziales Engagement zeigen und nachfragen, ob sie Hilfe benötigen. Ein Anruf beim Kältetelefon kann Leben retten“, erklärt Innsbrucks Vize-Bürgermeister Johannes Anzengruber in einer Aussendung. „Wir sind laufend in Abstimmung mit den Notschlafstellen und mit den Streetworkern. Derzeit gibt es noch verfügbare Plätze in den Notschlafstellen. Das Kältetelefon, das von der TSD betrieben wird, ist täglich rund um die Uhr erreichbar. Ein eigener Kältebus steht für die Abholung der Obdachlosen in Innsbruck bereit.“


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