"Selbstinszenierung": Breite Abfuhr für Dornauers Ruf nach Sonderlandtag

Die anderen Oppositionsparteien orten im Vorstoß des SPÖ-Chefs, einen Sonderlandtag zum Thema Impf-Tempo einzuberufen, reine Selbstdarstellung. Genervt reagiert auch die ÖVP.

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FPÖ, Liste Fritz und NEOS können Dornauers Sonderlandtags-Vorstoß nichts abgewinnen.
© TT / Böhm

Innsbruck – Die Drohung von SPÖ-Chef Georg Dornauer mit einer Sonderlandtagsitzung – sollte das seiner Meinung nach schleppende Impf-Tempo in Tirol nicht Fahrt aufnehmen – stößt auf wenig Gegenliebe bei den anderen Oppositionsparteien. FPÖ, Liste Fritz und NEOS lehnten einen Sonderlandtag ab. Die ÖVP sah einen "Selbstinszenierungstrieb" Dornauers, der nur noch nerve.

"Es braucht keinen Sonderlandtag, sondern den Rücktritt der gesamten schwarz-grünen Landesregierung wegen monatelangen Totalversagens im Kampf gegen die Corona-Pandemie", ließ FPÖ-Obmann Markus Abwerzger wissen. Was sich derzeit abspiele, sei viel zu tragisch für eine "Inszenierung à la Dr. Dornauer, der ja in letzter Zeit die tägliche Schlagzeile sucht".

"Die Tiroler Bevölkerung braucht jetzt weder die Selbstinszenierung der schwarz-grünen Landesregierung, noch einen Selbstdarsteller Dornauer", assistierte Liste Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider. Man brauche "größtmögliche Planungssicherheit und den politischen Willen von allen Seiten, die wichtigen Themen anzupacken und Veränderung auf den Weg zu bringen". "Die Tiroler Impfstrategie ist ein reiner Organisationsakt, der in wenigen Stunden aufgestellt sein muss", meinte die Liste Fritz-Politikerin.

Ablehnung kam auch von den Pinken. Die Forderung nach einem Impf-Sonderlandtag reihe sich nahtlos in die bisherigen populistischen Forderungen Dornauers ein, befand NEOS-Klubobmann Dominik Oberhofer. Er forderte einen detaillierten Impfplan bis Ende der Woche.

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ÖVP-Klubobmann sieht "wilde Rundumschläge" Dornauers

Scharf ins Gericht mit dem SPÖ-Chef ging ÖVP-Klubobmann Jakob Wolf. Er habe den Eindruck, dass Dornauer "aufgrund der schwächelnden Umfrage seiner Partei und dem Umstand, dass er auch innerparteilich immer stärker unter Druck" gerate, nun versuche, "mit wilden Rundumschlägen von seiner eigenen katastrophalen Performance abzulenken", so Wolf.

Der schwarze Klubobmann sah keine Impf-Verzögerung in Tirol. "In den Alten- und Pflegeheimen und in den Covid-Stationen ist die Aktion Tirol impft!' bereits voll angelaufen", erklärte er. Das Land habe am Montag an alle Gemeinden Tirols konkrete und umfassende Informationen versandt, wie die Impfung aller Bürgerinnen und Bürger über 80 Jahre organisiert und durchgeführt werde. Bis zum 21. Jänner werde die Erhebung, wie viele der über 80-Jährigen sich impfen lassen wollen, abgeschlossen sein. "Dann wird die Impfaktion landesweit ausgerollt. Grundsätzlich gilt, dass jeder Impfstoff, der in Tirol eintrifft, sofort verimpft wird. Nichts bleibt liegen", betonte Wolf.

Dornauer bezeichnete Situation als "absolut fahrlässig"

Dornauer hatte einen fehlenden Impfplan beklagt und von einem "handfesten Skandal und einer absoluten Fahrlässigkeit und manifestierten Unfähigkeit" gesprochen. Sollte die schwarz-grüne Landesregierung bis Freitag nichts Konkretes und Nachvollziehbares präsentieren, wollte er mit den anderen Oppositionsparteien das Gespräch suchen und einen Sonderlandtag beantragen. (TT.com, APA)


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