Erdogan will Krise in Beziehungen mit EU beenden

Der türkische Präsident setzt hohe Erwartungen in Gespräche mit Griechenland zur Beilegung des Erdgasstreits. Außerdem sei die Türkei bereit, die Beziehungen zur EU zu verbessern und dem Ziel einer vollwertigen Mitgliedschaft verpflichtet.

Erdogan sprach am Dienstag vor EU-Diplomaten in Ankara.
© MUSTAFA KAMACI

Ankara, Athen, Nikosia – Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan strebt eine Verbesserung des unter anderem wegen des Gasstreits im östlichen Mittelmeer in eine Krise geratenen Verhältnisses zur EU an. „Wir sind bereit, unsere Beziehungen wieder in die Spur zu bringen", sagte Erdogan am Dienstag vor EU-Diplomaten in Ankara. "„Wir hoffen, dass unsere europäischen Freunde den gleichen Willen zeigen werden." Erdogan forderte eine "langfristige Vision, weit entfernt von Vorurteilen und Furcht".

Die Beziehungen der EU mit der Türkei waren zuletzt in eine schwere Krise geraten. Grund dafür sind neben Kritik der EU an der Menschenrechtslage in der Türkei und dem militärischen Vorgehen der Türkei in Syrien, Libyen und in Berg-Karabach auch der Streit um die Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer zwischen der Türkei und Griechenland. Am Montag erklärten die beiden Staaten, sie wollten am 25. Jänner ihre Gespräche zur Beilegung des Streits wieder aufnehmen.

Hoffen auf „neue Ära" durch Gespräche mit Griechenland

„Ich glaube, so Gott will, werden die Sondierungsgespräche mit unserem Nachbarn Griechenland am 25. Jänner eine neue Ära einleiten", sagte Erdogan. Gleichzeitig rief er Griechenland dazu auf, „die Eskalation der Spannungen" nicht weiter voranzutreiben.

Griechenland wirft der Türkei vor, in Meeresgebieten nach Erdgas zu suchen, die nach internationalem Seerecht nur von Griechenland ausgebeutet werden dürften. Nach Lesart Ankaras gehören diese Gebiete zum türkischen Festlandsockel.

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Seit der Entdeckung reicher Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer gibt es heftigen Streit um deren Ausbeutung. Sowohl die EU-Mitglieder Griechenland und Zypern als auch die Türkei erheben Anspruch auf die betreffenden Seegebiete, Athen und Ankara untermauerten ihre Forderungen auch durch die Entsendung von Kriegsschiffen im vergangenen August. Kurz darauf verlängerte die Türkei ihre umstrittenen Gas-Erkundungsmission in der Region. Die EU beschloss bei ihrem Gipfel Ende Dezember Sanktionen gegen Verantwortliche und beteiligte Firmen. (APA/dpa/AFP)


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