Präsenzunterricht an Schulen ab 25. Jänner, aber mit Fragezeichen

Die eigentlich für kommenden Montag (18. Jänner) geplante Rückkehr der Schüler in die Klassenzimmer wird um mindestens eine Woche verschoben. Der Unterricht soll im Schichtbetrieb und mit weiteren Vorsichtsmaßnahmen stattfinden.

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© APA/Neubauer

Wien – Wie gut unterrichtete Kreise der Tiroler Tageszeitung und auch das Bildungsministerium Mittwochmittag bestätigten, sollen Österreichs Schülerinnen und Schüler nicht am 18., sondern ab dem 25. Jänner wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren. Aber nur im Schichtbetrieb, so, wie es bereits vor den Sommerferien 2020 der Fall war. Weiterer Unsicherheitsfaktor: Dieser Plan würde durch einen allgemeinen Lockdown allerdings wieder obsolet.

Für zusätzliche Sicherheit an den Schulen sollen die bereits georderten Schnell-Selbsttest-Kits sorgen, hieß es. Außerdem gilt wie schon zuletzt abseits der Volksschulen eine Maskenpflicht im Unterricht.

📽️ Video | Rückkehr in Schulen ab 25. Jänner

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) sprach im Ö1-„Mittagsjournal" von einer „schrittweisen Öffnung" mit „Verstand und Abwägung". Man werde dabei sicher auf regionale Inzidenzen Rücksicht nehmen. Für eine Rückkehr ohne Einschränkungen sei die Zeit zu unsicher: Die Infektionszahlen seien trotz Lockdown noch immer hoch, dazu komme die britische Mutation, über die es noch wenig gesichertes Wissen gebe. In den Nachbarländern würden die Lockdowns teilweise verlängert. „Die Zeit ist leider sehr, sehr unsicher und daher gibt es auch noch eine gewisse Unsicherheit in den Entscheidungen. Aber der 25. ist sicher."

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Allgemeiner Lockdown würde auch für Schulen gelten

In der Mittags-„ZIB" schränkte Faßmann dann allerdings ein, dass dies im Falle einer Verlängerung des allgemeinem Lockdown nicht gelte. „Wenn es ein genereller Lockdown ist, mit all den Branchen und gesellschaftlichen Aktivitäten, dann kann sich natürlich die Schule nicht exkludieren, sondern ist ein Teil eines Lockdowns."

📽️ Video | Faßmann in der Mittags-„ZIB"

Ob Faßmann der 25. Jänner also eingehalten werden kann, wenn zeitgleich Gesundheitsminister Anschober laut über eine Verlängerung des allgemeinen Lockdowns nachdenkt, ist zweifelhaft.

Die Schüler sollen jedenfalls „mit der gebotenen Vorsicht" in die Klassen zurückkehren: Man verweist im Ministerium auf die Corona-Selbsttests, die Schüler und Lehrer einmal pro Woche machen sollen. Das Testen erfolgt allerdings freiwillig. Dazu kommt nun auch eine Ausdünnung der Klassen, etwa indem diese wie im Frühjahr in zwei Gruppen geteilt und im Wechsel vor Ort unterrichtet werden können. Die Details sollen noch mit den Bildungsdirektionen besprochen werden, das werde laut Faßmann auch mit den Schulen "in einem gewissen Sinn autonom ausgehandelt".

Tage mit Präsenzunterricht, Distance Learning und Schichtbetrieb seit März 2020.
© APA

Auch für Oberstufen bei Öffnung kein Distance Learning mehr

Eine Verlängerung des Fernunterrichts bis zu den Semesterferien, über die zuletzt spekuliert wurde, ist vorerst vom Tisch. Auch die Oberstufenschüler, die seit den Herbstferien Distance Learning am Stundenplan hatten, dürfen ab 25. Jänner wieder zumindest im Schichtbetrieb in die Klassen. Jeder Präsenztag sei wichtig, um das Semester noch abschließen zu können, betonte man im Bildungsressort.

Für Schüler in Wien und Niederösterreich bedeutet die Verlängerung des Distance Learning, dass sie nur noch eine Woche Präsenzunterricht haben, bevor sie mit 1. Februar in die einwöchigen Semesterferien starten. Etwas mehr Unterrichtstage im Klassenzimmer gibt es in Tirol und anderen Bundesländern, wo die Ferien erst mit 8. Februar (Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Kärnten, Burgenland) bzw. 15. Februar (Oberösterreich, Steiermark) beginnen.

Die FPÖ forderte in einer Aussendung die Öffnung der Schulen bereits am kommenden Montag. „Diese permanente weiche Haltung von ÖVP-Bildungsminister Faßmann ist nicht mehr länger zu akzeptieren und ist für einen Minister dieser Republik schlichtweg zu wenig", so Bildungssprecher Hermann Brückl. Der Wiener Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) kritisierte die Einschränkungen Faßmanns: „Im aktuellen Verwirrspiel kennen sich weder Eltern, Schülerinnen und Schüler, noch Lehrkräfte aus!" (mami, TT.com, APA)


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