Corona-Causa Jochberg: Ski-Weltcup abgesagt, Massentests in Kitzbühel

Die Freude über zwei Weltcup-Wochenenden mit insgesamt fünf Rennen währte in Kitzbühel nur kurz: Am Mittwoch wurden die beiden für dieses Wochenende geplanten Slaloms am Ganslernhang abgesagt. Im gesamten Bezirk soll ein Corona-Massentest stattfinden. Flachau springt als Ausrichter der beiden Technik-Rennen ein.

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Symbolfoto.
© GEPA pictures/ Hans Osterauer

Kitzbühel – Die Causa Jochberg hat nun auch Auswirkungen auf den alpinen Ski-Weltcup. Die beiden für Samstag und Sonntag in Kitzbühel geplanten Slaloms der Herren wurden abgesagt und nach Flachau verlegt.

Der Corona-Cluster mit dem Verdacht auf eine britische Virus-Mutation habe den Schritt aus gesundheitlichen Gründen notwendig gemacht, teilte Landeshauptmann Günther Platter am Mittwoch bei einer Pressekonferenz nach der Regierungsklausur mit. Die Entscheidung sei aus Sicherheitsgründen unter anderem in Abstimmung mit Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober erfolgt. Im gesamten Bezirk Kitzbühel sollen Massentests auf das Coronavirus durchgeführt werden.

🔗 >>> Verdacht auf britische Mutation

"Aus Sicherheitsgründen werden die von Wengen übernommenen Weltcuprennen abgesagt. Dabei handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme", betonte Platter. Er bedankte sich ausdrücklich beim Skiclub Kitzbühel, der die Maßnahmen mittragen würde.

⚠️ Kostenlose PCR-Tests für Bevölkerung im Bezirk Kitzbühel

Über 62.000 Personen sind im Bezirk Kitzbühel aufgerufen, zwischen Freitag, 15. Jänner und Montag, 18. Jänner einen kostenlosen Corona-Test mittels PCR-Abstrich zu machen.

Die Anmeldung erfolgt wie gehabt über die Online-Plattform des Landes Tirol www.tiroltestet.at. Die Anmeldung ist ab Donnerstagmittag online möglich.

Die PCR-Testungen sind an den drei großen Test-Standorten St. Johann (Kaisersaal), Kirchberg (Arena 365) und Reith bei Kitzbühel (Kultursaal) möglich. Auch telefonisch ist eine Anmeldung über die Gesundheitshotline 1450 möglich.

OK-Chef Hubers ungutes Gefühl bestätigt

Michael Huber, der Präsident des Kitzbüheler Skiclubs (KSC) und OK-Chef der Hahnenkammrennen (HKR), hatte bereits am Dienstag ein ungutes Gefühl, als die Meldungen von einem Corona-Cluster in Jochberg offiziell bestätigt wurden: „Wir haben oft genug bewiesen, dass wir die Organisation, die Abwicklung, die Pistenpräparation, ja manchmal sogar das Wetter im Griff haben, aber dieses Virus haben wir nicht im Griff, da sind wir nur Passagier. Und das ist das, was mir Sorgen bereitet.“

Verständnis für die Absage kam auch von ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel: „Aufgrund des zu kurzen Vorlaufs ist diese Maßnahme die einzige Möglichkeit. Wir hätten uns natürlich sehr gefreut, diese zusätzlich von der FIS erhaltenen Slaloms in Kitzbühel durchzuführen, doch oberste Priorität hat immer die Gesundheit aller Beteiligten und natürlich die sichere Durchführung der Veranstaltungen. Nach unseren derzeitigen Informationen ist kein erhöhtes Risiko in der Region gegeben.“

Flachau springt für Kitzbühel ein

Kitzbühel war zu Wochenbeginn für Wengen eingesprungen, das die traditionellen Lauberhornrennen aufgrund stark steigender Corona-Zahlen absagen hatte müssen. Das ursprünglich geplante Hahnenkammrennen in der kommenden Woche (22.-24. Januar) kann laut Platter stattfinden, wenn die Massentests ohne auffällige Ergebnisse verlaufen. Dann sollen in der Gamsstadt zwei Abfahrten (Freitag und Samstag) und ein Super-G (Sonntag) über die Bühne gehen.

Die beiden abgesagten Slaloms werden nun in Flachau ausgetragen, wie die FIS am Mittwoch bekanntgab. Dort fuhren erst am Dienstagabend die Frauen einen Nachtslalom, eine rennfertige Piste und die zur Abwicklung des TV-Events notwendige Infrastruktur ist also bereits vor Ort. (TT.com)


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