Verdachtsfälle in Jochberg: Polizei und Behörden befragen Skilehrer-Anwärter

Drei Jochberger und eine Kontaktperson zur britischen Skilehrer-Anwärter-Gruppe wurden bei den freiwilligen PCR-Tests in Jochberg positiv getestet. Bei letzterer besteht der konkrete Verdacht, dass es sich dabei um die britische Virus-Mutation handelt. Nun soll auch das Abwasser in den Bezirken Kitzbühel und Kufstein untersucht werden.

In der Gemeinde Jochberg wurden bei den freiwilligen Corona-Tests bisher vier positive Fälle registriert.
© APA/ROLAND MÜHLANGER

Jochberg – In Jochberg werden heute die 18 in der Skischule untergebrachten Personen von den Behörden und der Polizei befragt. Wie berichtet, schreibt die englische Boulevardzeitung The Sun, dass es Non-Stop-Partys gegeben haben soll. Das wurde bei den bisherigen Befragungen verneint, doch Gerüchte über eine Silvesterfeier kursieren seit Tagen. Dass es am Silvester- bzw. am Neujahrstag Polizeieinsätze bei der Unterkunft gegeben habe, sei aber falsch, wie die Polizei gegenüber der Tiroler Tageszeitung bestätigte. Es habe demnach "keine polizeilichen Vorkommnisse" um den Jahreswechsel gegeben. Die Befragungen werden durchgeführt wie geplant.

Wo und wie sich die Skibegeisterten angesteckt haben könnten, steht noch nicht fest. Hier erwartet sich das Land heute mögliche neue Hinweise.

"Laut derzeitigem Stand der Erhebungen im Zuge der Kontakt-Nachverfolgung hatte die betroffene Gruppe zur Bevölkerung keinen Kontakt. Wir gehen allen eingehenden Meldungen nach und berücksichtigen neue Erkenntnisstände im Zuge von Befragungen und des Contact-Tracing", betont Elmar Rizzoli, Leiter des Einsatzstabs

Doch nicht nur die Gruppe, deren Mitglieder vorwiegend aus Großbritannien stammen, werde "interviewt". Die Verantwortlichen der "Ski Instructor Academy" müssen in den nächsten Tagen erklären, welche "Kurse" sie zur Vorbereitung auf Ski- und Snowboardlehrerausbildungen durchführen.

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Der Tiroler Skilehrerverband bat nämlich das Land, diesen Sachverhalt zu prüfen. Eine Gesellschaft des Wiener Skilehrerverbands ist Partner der "Academy". Offenbar soll die Angelegenheit auch im Sportministerium aufgeschlagen sein. Schließlich geht es um den Ruf der qualitätsvollen Skilehrerausbildung.

Abwasser im Unterland wird untersucht

Die flächendeckenden Corona-Tests in Jochberg haben bisher keine Verbreitung der britischen Virus-Mutation in der dortigen Bevölkerung ergeben. Vier Ansteckungen wurden bisher herausgefiltert, eine ist auf den Cluster im Personalhaus der Skischule zurückzuführen. Der Betroffene war bereits enge Kontaktperson, deshalb gibt es dort jetzt 18 Verdachtsfälle. Zwei positiv getestete Jochberger wiesen keine Auffälligkeiten auf, eine Untersuchung ist noch ausständig.

Bis Montag werden jetzt Corona-Abstriche im gesamten Bezirk Kitzbühel genommen, zugleich gibt es Abwassertests: Das Research Center for Molecular Medicine (CeMM) wird zur Sicherheit Abwasserproben aus Kläranlagen in den Bezirken Kitzbühel und Kufstein untersuchen. Damit soll geklärt werden, ob die britische Virus-Variante im Unterland schon verbreitet oder innerhalb der betroffenen Gruppe isoliert ist. In rund sieben Tagen soll das Ergebnis vorliegen.

62.000 Personen im Bezirk zu Corona-Test aufgerufen

Ab Freitag sind nun 62.000 Personen im gesamten Bezirk Kitzbühel aufgerufen, einen kostenlosen Corona-Test mittels PCR-Abstrich zu machen. Infolge der Erstprüfung der AGES besteht der konkrete Verdacht, dass es sich bei dem Cluster in Jochberg um die britische Coronavirus-Mutation handelt.

Auch bei vereinzelten weiteren PCR-Profilen im Bezirk Kitzbühel wurden Auffälligkeiten gemeldet, denen nun nachgegangen wird.

„Ich danke der Jochberger Bevölkerung, dass sie diese Vorsichtsmaßnahme mittragen und zahlreiche Menschen bereits die Möglichkeit nutzten, um ihren aktuellen Corona-Status zu überprüfen. Wir rufen in diesem Zusammenhang auch die gesamte Kitzbüheler Bevölkerung auf, es den Jochbergerinnen und Jochbergern gleich zu tun. Je mehr Testungen durchgeführt werden, desto detaillierter wird das Bild des Infektionsgeschehens im Bezirk. Die aktuell vorliegenden Ergebnisse stimmen vorsichtig optimistisch – dennoch sind die weiteren Ergebnisse aus dem Bezirk ausschlaggebend für die weitere Vorgehensweise“, sagte LH Günther Platter. (pn, TT.com)

Anmeldung zu den PCR-Testungen

Die Anmeldung zu den kostenlosen PCR-Testungen erfolgt wie gehabt über die Online-Plattform des Landes Tirol www.tiroltestet.at. Die Anmeldung ist ab morgen Mittag online möglich. Die PCR-Testungen sind an den drei großen Test-Standorten St. Johann (Kaisersaal), Kirchberg (Arena 365) und Reith bei Kitzbühel (Kultursaal) möglich. Auch telefonisch ist eine Anmeldung über die Gesundheitshotline 1450 möglich.


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