ÖHB-Männer unterlagen zum Auftakt Einspringer Schweiz

Österreichs Handball-Männer sind mit einer Niederlage gegen Einspringer Schweiz in die WM in Ägypten gestartet. Das 25:28-(13:13) am Donnerstag bringt die Truppe von Teamchef Ales Pajovic im Kampf um die Hauptrunde in eine höchst knifflige Situation.

Lenny Rubin (m.) und Boris Zivkovic.
© ANNE-CHRISTINE POUJOULAT

Kairo – Österreichs Handball-Männer sind mit einer Niederlage gegen Einspringer Schweiz in die WM in Ägypten gestartet. Das 25:28-(13:13) am Donnerstag bringt die Truppe von Teamchef Ales Pajovic im Kampf um die Hauptrunde in eine höchst knifflige Situation. Denn die weiteren Gegner, die Medaillenkandidaten Norwegen und Frankreich, die am Abend (20.30 Uhr) aufeinandertrafen, sind wohl außer Reichweite. Und damit der nötige Platz drei in Vorrundengruppe E.

"Das ist eine schwere Niederlage, denn das Ziel war zu gewinnen", meinte Pajovic, dessen ersatzgeschwächte Truppe gegen die Schweiz vor allem in der zweiten Hälfte zu fehlerhaft auftrat. Die Franzosen sind am Samstag (18.00/live ORF 1) nächster Kontrahent Österreichs ehe am Montag noch das Duell mit Norwegen folgt. "Da Punkte zu suchen, ist nicht realistisch. Aber es ist wichtig, dass wir eine Einheit bleiben und weiterkämpfen", betonte Pajovic. Für die Eidgenossen scheint hingegen ein Märchen wahr zu werden: Sie waren erst am späten Montagabend kurzfristig für den krassen Außenseiter USA nachgerückt, der nach zahlreichen Corona-Fällen absagen musste.

Österreich eröffnete die Partie in Gizeh am Rande Kairos mit einem erfolgreichen Siebenmeter durch Robert Weber, er bildete mit Flügelkonterpart Sebastian Fimmel, Kreis Tobias Wagner, und der Aufbaureihe Boris Zivkovic, Gerald Zeiner, Lukas Hutecek die erwartete Anfangsformation. Und Österreich blieb am Drücker. Denn die Schweizer um ihren Star Andy Schmid vom deutschen Tabellenzweiten Rhein-Neckar Löwen waren erst rund vier Stunden vor Anpfiff gelandet und hatten dementsprechend Mühe, auf Touren zu kommen.

3:0 lautete der Stand nach fünf Minuten, doch die Eidgenossen arbeiteten sich langsam ins Spiel. Goalie Thomas Bauer verhinderte bei 5:5 mit zwei Paraden die erste Führung der Schweizer (12. bzw. 13.), die dann aber doch erstmals mit 7:6 (16.) in Front lagen. Von da an stand die Begegnung auf Messers Schneide. Vom Siebenmeterpunkt und Flügel Weber (6 Tore) funktionierte das rot-weiß-rote Spiel vor der Pause, auch der Rückraum (Zivkovic 3) strahlte Gefahr aus. Einzig Aktionen über den Kreis misslangen durchwegs. Die Abwehr agierte aggressiv, auch wenn sie gerade von Schmid und 2,05-m-Mann Lenny Rubin immer wieder vor große Herausforderungen gestellt wurde.

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Letzterer dominierte die Anfangsphase nach Wiederbeginn, stellte mit vier Treffern bis zur 40. Minute die 19:15-Führung der Schweizer sicher und spielte damit in einer vorentscheidenden Phase auch die entscheidende Rolle. Denn Österreich bekam nicht nur die Schweizer Offensive nicht in Griff, sondern agierte seinerseits im Angriff nicht mehr so geduldig wie vor der Pause, beging unnötige Fehler oder hatte Pech im Abschluss. Bei 16:19 traf Weber etwa das leere Tor nicht, bei 19:22 scheiterte Wagner vom Kreis.

Handball-Ergebnisse WM 2021:

Gruppe E - 1. Runde:

Österreich - Schweiz 25:28 (13:13)

Werfer Österreich: Weber 7, Zivkovic 5, Hutecek 4, Schmid 3, Frimmel, Wagner je 2, Stefanovic, Zeiner je 1

Norwegen - Frankreich 24:28 (13:13)

Gruppe F - 1. Runde:

Algerien - Marokko 22:23 (8:15)

Portugal - Island 25:23 (11:10)

Gruppe G - 1. Runde:

Schweden - Nordmazedonien 32:20 (16:11)

Gruppe H - 1. Runde:

Weißrussland - Russland 32:32 (15:15)

Slowenien - Südkorea 51:29 (25:16)

Pajovic konnte mit mehreren Wechseln keine Trendwende herbeiführen - auch wenn der wieder fitte Dominik Schmid mehrmals Akzente setzte. Spätestens mit dem 26:21 fünf Minuten vor Schluss hatten die Schweizer die Partie für sich entschieden. "Ein Problem war die Tormannleistung. Aber wir hatten auch im Angriff Probleme: zu wenig Torgefahr, und wir haben viele Bälle verloren. Mit 16 Fehlern ist es sehr schwer gegen die Schweiz zu gewinnen."

Zeiner ärgerte sich vor allem über die Phase nach der Pause. "In der zweiten Hälfte haben wir den Anfang verschlafen. Da haben wir in den ersten zehn Minuten eigentlich nicht konsequent genug gespielt und sind dann hinterhergelaufen", sagte der Schwaz-Akteur und gelobte, trotz Enttäuschung noch alle Kräfte zu mobilisieren: "Wir werden alles geben, um das vielleicht Unmögliche möglich zu machen." (APA)


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