Oppositionskandidat Wine erklärte sich zum Wahlsieger in Uganda

Der Herausforderer des langjährigen Staatchefs hält Auszählungswerte, nach denen der Amtsinhaber in Führung liegt, für "einen Witz". Die Wahl sei von Betrug und Gewalt überschattet gewesen, beklagt sich Bobi Wine.

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Der ehemalige Musiker Robert Kyagulanyi, auch bekannt als Bobi Wine, bei einem Auftritt vor der Presse.
© SUMY SADRUNI

Kampala – Nach der Präsidentschaftswahl in Uganda beansprucht Oppositionskandidat Bobi Wine den Sieg für sich. "Wir haben die Wahl mit Sicherheit gewonnen, und wir haben sie mit großem Vorsprung gewonnen", sagte Wine am Freitag. Erste Auszählungsergebnisse, denen zufolge Amtsinhaber Yoweri Museveni deutlich in Führung liegt, nannte er einen "Witz". Laut Wahlkommission kommt Museveni nach Auszählung von 13 Prozent der Stimmen auf 65 Prozent. Wine liegt demnach bei rund 27 Prozent.

Der frühere Popsänger beklagte Unregelmäßigkeiten bei der Wahl. Die Abstimmung am Donnerstag sei von "Betrug und Gewalt" überschattet worden, schrieb Wine im Onlinedienst Twitter. Er dankte den Wählern, die für eine Rekordbeteiligung gesorgt hätten.

Amtsinhaber seit 1986 an der Macht

Der 38-jährige Wine will den seit 1986 amtierenden Museveni ablösen, der eine sechste Amtszeit anstrebt. Die Verkündung des Wahlergebnisses wird für Samstag erwartet. Während die Stimmen ausgezählt wurden, blieben die seit Mittwoch blockierten Internet-Verbindungen in Uganda ausgesetzt.

Die Behörden in dem ostafrikanischen Land erklärten, die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen selbst seien friedlich und ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Während des Wahlkampfes allerdings war es zu gewaltsamen Zusammenstößen gekommen. Bei Protesten gegen die Festnahme Wines im November wurden 54 Menschen getötet. Zudem wurden Journalisten angegriffen, die über Veranstaltungen der Opposition berichtet hatten. Regierungskritiker wurden eingesperrt.

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Mit Hinweis auf die Sicherheitsmaßnahmen, die wegen der Corona-Pandemie nötig seien, hatten die Behörden auch zahlreiche Treffen der Opposition verboten. Museveni konnte hingegen als Präsident auf starke mediale Präsenz setzen. (APA, AFP)


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