WM-Hauptrunde verpasst: ÖHB-Team hofft auf Lerneffekt im President's Cup

Auch wenn die ungeliebten Platzierungsspiele über die verpasste Hauptrunde nicht hinwegtäuschen können, so bietet sich Österreichs verjüngtem und relativ unerfahrenen Team damit doch eine weitere Möglichkeit zur Entwicklung.

Für ÖHB-Teamchef Ales Pajovic und seine Mannschaft platzte der Traum von der WM-Hauptrunde.
© GEPA pictures/ Michael Riedler

Kairo - Die Handball-WM in Ägypten ist für Österreichs Männer nach dem 29:38 am Montagabend gegen den haushohen Favoriten Norwegen auf gewisse Art zu Ende, und geht mit dem President's Cup um die Plätze 25 bis 32 doch weiter. Auch wenn die ungeliebten Platzierungsspiele über die verpasste Hauptrunde nicht hinwegtäuschen können, so bietet sich Österreichs verjüngtem und relativ unerfahrenen Team damit doch eine weitere Möglichkeit zur Entwicklung.

Den Auftakt macht am Mittwoch (15.30 oder 18.30 Uhr/noch offen) in President's-Cup-Gruppe II die Partie gegen Marokko, danach folgen Duelle mit Chile (Freitag) und Südkorea (Sonntag) bzw. ein Platzierungsspiel gegen das gleichplatzierte Team von Gruppe I am 27. Jänner. "Ich will diese vier Spiele Vollgas geben und gewinnen", stellte ÖHB-Teamchef Ales Pajovic klar. Lieber wäre der Slowene wohl in der Hauptrunde angetreten, da hätten Portugal, Island und Algerien gewartet - und auch die Chance auf weitere Punkte. Die aber sicherte sich die Schweiz. Die Eidgenossen waren kurzfristig für die von Corona geplagten USA eingesprungen, erwischten die Österreicher damit kalt (25:28) und erleben nun ein kleines Märchen.

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"Wir haben das erste Match gegen die Schweiz versemmelt, das wäre unser Ticket für die Hauptrunde gewesen", resümierte Flügel-Routinier Robert Weber, der bereits ein - eher leidvolles - Lied von den President's Cups 2011 und 2019 singen kann. Der Unterschied zu damals sollte aber nicht übersehen werden. Auch wenn Österreich seine Chance gegen die Schweiz hatte, so ist es eine ungleich unerfahrenere Truppe, die sich diesmal versucht - und die wohl auch motivationstechnisch ganz anders an die Platzierungspartien herangehen wird.

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In Absenz von Ausnahmekönner Nikola Bilyk oder Rückraum-"Bomber" Janko Bozovic bietet sich Leuten wie der 20-jährigen Rückraumhoffnung Lukas Hutecek (14 Länderspiele), dem 22-jährigen Nikola Stefanovic (6), Goalie Florian Kaiper (6) u.a. die Gelegenheit, weiter internationale Erfahrung zu sammeln. "Gut für die Jungs, dass sie sich einspielen und auch noch Punkte holen können. Vielleicht ist das die Mannschaft für die Zukunft", betonte Weber.

Selbst Pajovic gestand, "ein bisschen enttäuscht" zu sein, freute sich nach der Partie gegen Vizeweltmeister Norwegen aber wie schon gegen Frankreich nicht nur über phasenweise gelungenes Spiel, sondern vor allem die Einstellung. "Das sind beides Teams, die um die Medaillen spielen werden. Aber die Burschen haben gekämpft, Charakter und Herz gezeigt", meinte der ehemalige Weltklassespieler. Auch er setzt - nicht zuletzt im Hinblick auf den Abschluss der EM-Qualifikation im Frühjahr gegen Estland und Bosnien - auf den Lerneffekt in den kommenden Tagen. "Viele sind zum ersten Mal dabei und lernen viel von diesen Spielen. Das ist wichtig für die Zukunft des österreichischen Handballs." (APA)


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