„PFAU-EP": Tiroler Mundart-Rap aus dem Pfadfinderlager

„Pfadi Au, Landeck, Zams. Von Grins nach Stanz bis auf'd Trams". Die beiden Oberländer Mundart-Rap Bands „Von Seiten der Gemeinde" und „Da Kessl" sind zurück und bringen mit „PFAU EP" ihr erstes Kollaborationsprojekt auf die Plattenspieler.

Testa (2.v.l.), Chrisfader (3.v.r.) und Yo!Zepp (r.) von „Von Seiten der Gemeinde" in Kollaboration mit Klaus Run (l.) Mo Cess (3.v.l.) und Pirmin (2.v.r.) von „Da Kessl".
© THOMAS HOFER

Von Max Moschen

Landeck – Seit ihrem ersten gemeinsamen Auftritt im April 2014 spielten die beiden Mundart-Rap Bands „Von Seiten der Gemeinde" und „Da Kessl“ zusammen viele Konzerte in ganz Österreich, zelebrierten das „Geweihnachtsfest“ im Alten Kino Landeck und arbeiteten immer wieder miteinander an Songs. Im Dezember erschien ihr neues Kollaborationsprojekt mit dem Namen „PFAU EP".

„Von Seiten der Gemeinde" – oder „VSDG" – sind seit Jahren eine Größe in der lokalen Musik-Szene. Es war 2014, als Yo!Zepp, Chrisfader und Testa dieses Projekt ins Leben riefen und mit Sprachsamples, Raps und Beats ein Album bauten. Jahrelang wurden dafür die Archive heimischer Regionalsender nach verwertbaren Sprachsamples durchsucht. Der Erfolg spricht für sich, so kam es 2017 zu einer Fortsetzung mit dem Album „State of Gmeind".

Die Jungs von „Da Kessl" sind auch schon seit 2014 am Start. Damals noch zu viert, wurden aus gemeinsamen Sessions bald erste Tracks und kurz darauf wurde ihr erstes Mixtape veröffentlicht. 2017 folgte das Album „Größenwahn", nachdem man bereits auf dem Album „State of Gmeind", von „Von Seiten der Gemeinde", mitgewirkt hatte. Der Bandname wurde vom Landecker Talkessel inspiriert.

Der Wunsch nach einem Kollaborationsprojekt bestand schon seit längerem, im Sommer 2020 bot sich dann die Gelegenheit: Die sechs Tiroler packten ihre sieben Sachen, verschanzten sich für einige Tage in einem alten Pfadfindercamp in ihrer „Homebase" in Landeck, arbeiteten ununterbrochen an der Musik und präsentierten nun ihre erste gemeinsame EP – oder Extended Play – mit sieben Songs.

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Nach dem Landecker Pfadfindercamp wurde die EP benannt: Aus „Pfadi Au" wurde „PFAU". Vielfältig wie dessen Federkleid zeigt sich auch die Platte: Verschiedene musikalische Einflüsse treffen auf altbewährte, sowie für die Gruppen neue Textthemen und werden im breiten Oberländer Dialekt, gepaart mit Turntablism, vertont.

Die sieben Songs auf der „Pfau EP" resümieren die Tage im alten Pfadfindercamp.
© VSDG/Da Kessl

Eine weitere Inspiration für das kreative Schaffen war die Widerstandskämpferin Sophie Scholl, welcher die Unterkunft der Pfadi Au gewidmet ist. Ihr bekanntes Lieblingslied „Die Gedanken sind frei“ wurde zum Leitmotiv und half dabei, sich musikalisch frei zu machen und etwas komplett Eigenständiges und Originelles zu kreieren.


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