Entminungsdienst barg im Vorjahr 26 Tonnen Kriegsmaterial

80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Beseitigung der Kriegsrelikte noch immer tägliche Arbeit für die Mitarbeiter unseres Entminungsdienstes.

Bei einer Sondierung mit Hilfe einer Drohne wurde im März des Vorjahres nahe des Modellflugplatzes eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Das Kriegsrelikt wurde gesprengt. Es war nur einer von vielen Einsätzen des Entminungsdienstes.
© APA/LPD BURGENLAND

Wien – Der Entminungsdienst des Bundesheeres hat im vergangenen Jahr bei 1.267 Einsätzen in ganz Österreich 26 Tonnen Kriegsmaterial geborgen, darunter 30 Streubomben, 13 Anti-Personen-Minen und 18 Bombenblindgänger. Fast die Hälfte der Einsätze (603) fand in Niederösterreich statt, gefolgt von der Steiermark (186) und Oberösterreich (128). In Kärnten gab es 101 Einsätze, im Burgenland 94, in Wien 79, in Tirol 48, in Salzburg 19 und in Vorarlberg neun.

Das geht aus dem Jahresbericht des Entminungsdienstes hervor. Unter dem geborgenden Material befanden sich weiters 6500 Kilogramm Gewehrmunition, 95 Kilogramm Sprengstoff, 3700 Granaten, 362 Handgranaten und 41 Panzerfäuste. Neun der insgesamt 26 geborgenen Tonnen wurden in Niederösterreich gefunden und jeweils fünf Tonnen in Wien und Kärnten. Von der Tauchgruppe des Entminungsdienstes wurden aus diversen Gewässern 3457 Kriegsmaterialien geborgen. Im hochalpinen Gelände des österreichisch-italienischen Grenzgebietes wird auch 100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs immer wieder sprengkräftiges Kriegsmaterial gemeldet. Im vorigen Jahr waren es 534 Kilogramm.

Beseitigung von Kriegsrelikten noch immer tägliche Arbeit für Entminungsdienst

Auf den Sprengplätzen Großmittel und Allentsteig wurden acht Tonnen des geborgenen Kriegsmaterials durch Sprengung vernichtet. Etwa 2800 Kilogramm Infanteriemunition wurden im Brennofen ausgeglüht und der entstandene Munitionsschrott einer Wiederverwertung zugeführt. 45 Mal musste der Entminungsdienst Munition vor Ort durch Sprengen vernichten.

"Fast 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Beseitigung der Kriegsrelikte noch immer tägliche Arbeit für die Mitarbeiter unseres Entminungsdienstes. Diese Experten leisten Außerordentliches und riskieren täglich ihr Leben. Dafür gebührt ihnen unser Dank", so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP). (APA)


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