Heftige Gasexplosion erschüttert Madrid: Zahl der Toten auf vier gestiegen

Schock in Madrid: Eine Gasexplosion im Zentrum der spanischen Hauptstadt ist am Mittwoch kilometerweit zu hören. Trümmer fliegen durch die Luft. Mindestens vier Menschen sterben. Der jüngste „Jahrhundertschnee“ verhindert womöglich eine noch größere Tragödie.

Das Haus, in dem es zur Explosion kam.
© GABRIEL BOUYS

Madrid – Die Zahl der Todesopfer bei der Gasexplosion in einem Wohnhaus im Zentrum Madrids hat sich am Donnerstag auf vier erhöht. Ein Priester, der bei der Detonation am Vortag schwere Verbrennungen erlitten hatte, sei im Krankenhaus gestorben. Er sei im Augenblick der Explosion bei dem ebenfalls ums Leben gekommenen Techniker gewesen, der die Gasheizung reparieren sollte. Zwei weitere Menschen seien vor dem Gebäude ums Leben gekommen. Mindestens zehn Menschen wurden verletzt.

Die Explosion in der Nähe der bei Touristen beliebten Plaza Mayor war im Umkreis von mehreren Kilometern zu hören und zerstörte das mehrstöckige Wohngebäude für Priester weitgehend. Trümmerteile flogen durch die Luft und trafen auch ein benachbartes Schulgrundstück. In der Schule sei ein Kind leicht von Splittern eines geborstenen Fensters verletzt worden. Grund des Unglücks war nach Angaben des spanischen Innenministeriums ein Gasleck. Zum Zeitpunkt der Explosion seien am Heizkessel des Gebäudes Arbeiten durchgeführt worden. Das Gebäude wurde so stark beschädigt, dass es abgerissen werden muss.

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Das Unglück hatte sich nach Angaben der Feuerwehr und der Sicherheitsbehörden am Mittwoch gegen 15 Uhr ereignet. Die Leichen einer 85 Jahre alten Frau und zweier zunächst nicht identifizierter Männer wurden am selben Tag geborgen, wie der spanische TV-Sender RTVE und andere Medien unter Berufung auf Sprecher des Innenministeriums und der Feuerwehr berichteten.

Die Explosion war im Umkreis von mehreren Kilometern sehr laut zu hören. „Es war schrecklich, es war schrecklich“, stammelte eine ältere Nachbarin mit zitternden Händen vor TV-Kameras im Gespräch mit dem zum Unglücksort geeilten Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida. Eine andere Augenzeugin, Lola López, sagte dem TV-Sender La Sexta: „Es war wie Krieg. Es war wie eine Bombe. Überall flogen uns Steine um die Ohren. Eine Wand ist zwei Meter neben uns eingestürzt. Wir sind weggelaufen.“ Der 37-jährige Rodrigo Verano, der unweit des Unglücksgebäudes wohnt, sagte der Zeitung El País: „Unser Gebäude hat 15 Sekunden lang gezittert.“

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Wie TV-Bilder zeigten, stürzte die Fassade des sechsstöckigen Gebäudes mit der Hausnummer 98 der Straße Calle de Toledo – etwa 700 Meter südlich der Plaza Mayor – nahezu völlig ein. Es handelte sich um ein Residenz- und Bürogebäude für Priester.

Gasleck als Ursache bestätigt

Das Unglück sei aufgrund eines Gaslecks geschehen, sagte der Vertreter des spanischen Innenministeriums in der Region Madrid, José Manuel Franco, vor Journalisten am Mittwochabend. Zu dem Zeitpunkt seien am Heizkessel des Unglücksgebäudes Wartungsarbeiten durchgeführt worden. Der Mann, der diese Arbeiten durchführte, werde noch vermisst.

Die Feuerwehr, die Polizei und die Notfalldienste waren gut dreieinhalb Stunden nach der Explosion weiterhin mit zirka zwei Dutzend Fahrzeugen im Einsatz. Ein Hubschrauber der Polizei überflog immer wieder die Unglücksstelle. Diese blieb wegen Einsturzgefahr weiträumig abgeriegelt. Regierungschef Pedro Sánchez twitterte: „Leider haben wir einige Tote zu beklagen (...)“.

Nicht nur die unmittelbaren Nachbarn des Unglücksgebäudes wurden von der Explosion in Mitleidenschaft gezogen. „Bei uns ist der Strom ausgefallen und noch nicht zurück“, erzählte der Journalist Fernando Cano, der etwa eineinhalb Kilometer entfernt wohnt, der Deutschen Presse-Agentur. „Meine beiden Kinder haben sich sehr erschrocken, die Explosion war auch hier sehr laut.“

Papst Franziskus wünschte Opfern „ewige Ruhe"

Papst Franziskus bekundete laut Kathpress den Opfern der Explosion in einem Madrider Senioren-Wohnheim sein Beileid und seine Nähe. In einem Telegramm von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin an Madrids Erzbischof, Kardinal Carlos Osoro, heißt es, der Papst bitte um „ewige Ruhe für die Opfer" sowie Genesung und Frieden für Verletzte und ihre Angehörigen.

Madrid und die knapp 3,2 Millionen Einwohner der Metropole kommen einfach nicht zur Ruhe. Mitten in der Pandemie mit besonders schnell steigenden Zahlen waren die Stadt und die umliegende Region erst jüngst von extrem ungewöhnlichem Schneefall tagelang ins Chaos gestürzt worden. Der Schnee, der zum Teil noch auf den Straßen liegt, erschwert weiterhin den Alltag der Madrilenen.

Schnee verhinderte Unglück in Schule

Der Schnee verhinderte allerdings am Mittwoch womöglich eine noch viel größere Tragödie. Genau neben dem Unglücksgebäude liegt der Pausenhof einer Grundschule. Nach der Explosion war er voller Trümmerteile. „Hunderte Kinder, darunter meine zwei, wären genau zu dem Zeitpunkt dort in der Spielpause gewesen, wäre nicht der viele Schnee gewesen“, erzählte eine Mutter der dpa. In der Schule sei nur ein Kind leicht verletzt worden, das von Splittern eines zerbrochenen Fensters getroffen worden sei. (APA/dpa/TT.com)


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