Bisher 13.400 Geimpfte in Tirol: In elf Gemeinden wird nächste Woche weitergeimpft

Nächste Woche wird die Impfung der über 80-Jährigen in Tirol fortgesetzt. Das Infektionsgeschehen ist indes fast unverändert.

In weiteren elf Tiroler Gemeinden werden in der nächsten Woche die über 80-Jährigen geimpft. (Symbolbild)
© DANIEL KAUDER

Innsbruck – Der harte Lockdown bleibt vorerst bis 7. Februar Realität: Zum einen geht es derzeit darum, das Infektionsgeschehen in Österreich bzw. Tirol weiter einzudämmen, andererseits die Phase I in der Impfstrategie weiter umzusetzen. Beides ist mit Unsicherheiten behaftet. Denn bei den Neuinfektionen bewegt sich Tirol seit rund einer Woche seitwärts. Zwischen 100 und 140 positive Testergebnisse werden täglich verzeichnet, die Zahl der Gesamtinfektionen bleibt mit rund 1100 konstant.

Das trifft auch auf die Situation in den Spitälern zu: 129 an Corona erkrankte Personen werden aktuell stationär behandelt, 20 auf den Intensivstationen. Die Lage hat sich entspannt. Dass die Anzahl der positiven Corona-Tests trotz Lockdown nicht noch weiter zurückgeht, wird von Experten auf den privaten Bereich zurückgeführt. Er ist weiter die häufigste Ansteckungsquelle.

Sanitäter werden heute geimpft

Im öffentlichen Raum und in den Lebensmittelgeschäften gelten ab Montag verschärfte Maßnahmen: Die Abstandsregeln werden auf zwei Meter erweitert, das Tragen der FFP 2-Maske ist in Geschäften Pflicht.

Bei der Durchimpfung setzt das Land Tirol heute den nächsten Schritt: 300 Sanitäter des Rettungsdiensts, die vor allem in den Screeningstraßen arbeiten und Corona-Testungen durchführen, erhalten eine Impfung. Die Immunisierung der über 80-Jährigen wird kommende Woche in den Gemeinden fortgesetzt.

28.000 Menschen dieser Altersgruppe haben sich angemeldet, in der Vorwoche gab es bereits in acht Kommunen einen Probelauf, um das Zusammenwirken von Land, Gemeinden, niedergelassenen Ärzten und der Impflogistik zu „testen“. Gramais, Pettnau, Schwendt, Obernberg, Strassen, Walchsee, Fügenberg, Bruck am Ziller, Ellbögen, Schlitters und St. Jakob in Defereggen stehen (ohne Gewähr) auf dem Impfplan. Abhängig vom Infektionsgeschehen in den vergangenen sieben Tagen werden die Gemeinden ausgewählt.

Bisher 13.400 Menschen in Tirol geimpft

13.400 Personen wurden in Tirol bisher geimpft: 64 Prozent oder 8500 davon entfallen auf Mitarbeiter oder Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, 29 Prozent (3900) auf die Krankenanstalten, dazu kommen noch 500 über 80-Jährige (vier Prozent). 450 Impfdosen wurden schon ausgeliefert, scheinen aber noch nicht in der Statistik auf.

Neben den Covid-Impfungen in den Altenwohn- und Pflegeheimen seien auch in den Corona-Stationen an Tirols Krankenanstalten die Durchimpfungen bereits fortgeschritten und der Großteil der Mitarbeiter geimpft worden, betont Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (VP). Wie rasch die Impfung der über 65-Jährigen erfolgen kann, hängt von der Zulassung und Lieferung des dritten Impfstoffs von AstraZeneca ab.

Kritik übte Freitag die Tiroler Ärztekammer an der Impfstrategie und den unzureichenden sowie widersprüchlichen Informationen dazu. (pn)

Engpass für Impfplan droht

Weil AstraZeneca die Liefermenge für Österreich im ersten Quartal von zwei Millionen auf 509.000 Dosen reduzieren wird, dürfte auch der Impfplan der Bundesregierung wackeln. Die NEOS forderten bereits einen Impf-Krisengipfel. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) meinte noch am Vormittag, dass Lieferengpässe „durchaus verkraftbar“ seien.

Er betonte, die große Priorität des europäischen Beschaffungsprogramms würde bei BioNTech/Pfizer liegen. Hier gibt es für Österreich Vorreservierungen für 11,1 Mio. Dosen, von AstraZeneca sind es 5,9 Mio. Dosen. Besonders im zweiten Quartal werde die Menge der nach Österreich gelieferten Dosen „drastisch steigen“.


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