Nächstes High-Speed-Spektakel auf der Streif: "Da zieht keiner zurück"

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Nach der wetterbedingten Absage der zweiten Kitzbühel-Abfahrt sind die Speed-Spezialisten mit einem Tag Verspätung auf der Streif im Einsatz. Auch am Sonntag wird der High Speed beim Zielsprung zum großen Kriterium. ÖSV-Cheftrainer Puelacher sieht darin kein Problem.

Nach seinem Sieg am Freitag ist Beat Feuz am Sonntag in der zweiten Abfahrt der große Gejagte.
© EXPA/JOHANN GRODER

Kitzbühel – Die Hahnenkamm-Abfahrt ist auf ihrer gesamten Länge von 3.312 m eine Herausforderung. Im ersten Rennen am Freitag zeigte sich, dass heuer besonders die Anfahrtsgeschwindigkeit auf den Zielsprung hin das Kriterium ist. ÖSV-Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher rechnet damit, dass es auch in der auf Sonntag verschobenen zweiten Abfahrt (10.20 Uhr/live TT.com-Ticker) wieder an die 150 km/h sein werden. Und er geht nicht davon aus, dass das die Risikobereitschaft schmälern wird.

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Rennläufer seien konzentriert und dafür ausgebildet, sagte Puelacher: "Sie fahren da auf dem letzten Zacken hin, da zieht keiner zurück, auch am Sonntag nicht." Freitag war der Schweizer Urs Kryenbühl nach einem missglückten Zielsprung schlimm zu Sturz gekommen, hatte sich Gehirnerschütterung, Bruch des rechten Schlüsselbeines sowie Riss des Kreuz- und Innenbandes im rechten Knie zugezogen.

In der Traverse war der US-Amerikaner Ryan Cochran-Siegle abgeflogen und hatte sich eine leichte Halswirbelfraktur zugezogen. Und plötzlich hatte es sich wieder gezeigt, das wahre Gesicht der Streif, die die Athleten in den Trainings als heuer "angenehm zu fahren" bezeichnet hatten.

"So blöd es klingt, beide Unfälle waren individuelle Fehler"

"So blöd es klingt, beide Unfälle waren individuelle Fehler. Und wenn man Fehler macht in unserem Sport schaut es nicht gut aus. Kilde macht einen leichten Innenskifehler in Hinterreit, das hatte auch fatale Folgen. Skisport ist nicht gerade ein Gesundheitssport", stellte Puelacher fest. Für den Norweger Aleksander Aamodt Kilde, Titelverteidiger im Gesamtweltcup, war die Saison am 16. Jänner mit Kreuzbandriss vorzeitig beendet.

Zurück zur Streif, zurück zum Zielsprung: Noch am Freitagnachmittag waren mit schwerem Gerät große Schneebewegungen vorgenommen worden. "Die Kante ist noch da zum Glück, das wollen alle, damit sie sehen, wo sie weggehen. Aber das Tempo wird sich nicht ändern, es wird kalt in der Nacht, wir werden wieder mit diesen knapp 150 da hin kommen, es ist einfach so. Die Athleten sind so gut geworden, das Material ist so gut geworden, die Abfahrten werden uns fast zu schmal, wir können da die Geschwindigkeit nicht mehr reduzieren", erklärte Puelacher.

Zu den besten Springern zählt zweifelsfrei Matthias Mayer, der sich am Freitag dem Schweizer Beat Feuz nur um 0,16 Sekunden geschlagen geben musste. Dritter war der Südtiroler Dominik Paris geworden. "Die Leistungen der drei waren herausragend. Sie haben so ein hohes Niveau gezeigt, das war unglaublich. Da haben nur Kleinigkeiten entschieden, beim Matthias war es die Steilhang-Ausfahrt. Wie die drei in die Querfahrt gefahren sind und sich da runtergetraut haben, das war unglaublich in meinen Augen", versicherte Puelacher.

Urs Kryenbühl wurde am Freitag schwerverletzt mit dem Hubschrauber abtransportiert. Bilder, auf die man am Sonntag gerne verzichten will.
© HELMUT FOHRINGER

"Lassen wir die Schweizer heute mal vor und schauen wir, was im zweiten Rennen noch drinnen ist", hatte Mayer nach der Abfahrt gemeint, die das Wengen-Ersatzrennen war. Feuz sicherte sich beim ersehnten ersten Streif-Sieg den Siegerscheck von 52.000 Euro. Am Sonntag geht es im echten Hahnenkamm-Klassiker um satte 81.000 Euro für dem Ersten. "In Kitz freut man sich, wenn man herunten abschwungen kann. Aber man sieht halt trotzdem lieber den Einser", blieb Mayer im Angriffsmodus. Und er weiß, dass es da noch andere gibt, die aufs Podest wollen. "Vince gibt es auch noch", fügte der Kärntner hinzu.

Vincent Kriechmayr war mit 1,62 Sekunden Rückstand als zweitbester Österreicher Neunter geworden. Er fand keine Erklärung dafür, auch Puelacher nicht. "Wir wissen nicht ganz genau, was da passiert ist, ab und zu hat er die Linie nicht sauber halten können. Für mich ist das fast ein bisserl unerklärlich. Die letzte Konsequenz hat gefehlt, warum auch immer." Aber Kriechmayr sei ein genialer Skifahrer, der jederzeit gewinnen könne. Vielleicht ja schon am Sonntag ... (APA)

Das große Quiz zum Hahnenkammrennen
Während die Skistars auf der Streif den schnellsten Weg ins Ziel suchen, haben wir für euch einen Fragen-Parcours rund um die Hahnenkammrennen zusammengestellt. Wer schafft es ohne Fehler ins Ziel?
Frage 1 von 10:
Wer gewann im Vorjahr die Abfahrt in Kitzbühel?

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