Tote und verwundete Zivilisten bei türkischem Angriff in Nordsyrien

Eine Frau und zwei Kinder wurden bei einem Angriff der türkischen Armee getötet. Sieben weitere Zivilisten wurden verletzt. Das Verteidigungsministerium sprach von sieben toten Kämpfern der Kurdenmiliz.

In Israel toben weiter Gefechte. Diese Aufnahme zeigt ein zerstörtes Gebäude nach einem Luftangriff Israels in Hama.
© AFP PHOTO / HO / SANA

Ankara – Bei einem Angriff der Türkei in Nordsyrien, wo türkische Truppen bereits Grenzgebiete beherrschen, sind eine Frau und zwei Kinder getötet worden. Die Truppen hätten nach Störfeuer in der Region Tal Rifat sieben Kämpfer der Kurdenmiliz YPG außer Gefecht gesetzt, teilte das Verteidigungsministerium in Ankara am Sonntag mit. Die syrische Staatsagentur Sana berichtete, eine Frau und zwei Kinder seien getötet und sieben weitere Zivilisten verletzt worden.

Tal Rifat liegt zwischen Aleppo und der türkisch-syrischen Grenze. Die Türkei ist mehrmals in Syrien einmarschiert und war zuletzt im Herbst 2019 mit verbündeten syrischen Milizen gegen die YPG vorgegangen. Vergangenen Oktober hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zudem mit einem weiteren Militäreinsatz in Syrien gedroht, wenn "Terroristen" sich nicht wie versprochen aus der Grenzregion zurückziehen würden. Ankara sieht in der YPG einen Ableger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und bekämpft sie als Terrororganisation.

Tal Rifat ist eine der verbleibenden Gegenden in Nordsyrien, die noch von der YPG kontrolliert wird. Die Türkei hat ihren Einfluss in der benachbarten Provinz Idlib mit eigenen Truppen und verbündeten Milizen zunehmend ausgeweitet. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Sonntag, dass weitere türkische Militärfahrzeuge und Lastwagen die Grenze nach Idlib überquert hätten. Darunter seien unter anderem Panzer und Mannschaftswagen.

Die Türkei unterstützt in der Region Rebellen, darunter islamistische Gruppen. Ankara hatte mit Russland als Schutzmacht der syrischen Regierung von Präsident Bashar al-Assad ein Abkommen geschlossen, um in der Provinz Idlib eine Deeskalationszone einzurichten. Die Menschenrechtsaktivisten zählten in dieser Zone zuletzt 65 türkische Beobachtungsposten. Eigentlich gilt dort auch eine Waffenruhe. (APA, dpa)


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