Tiroler Landesmuseen blicken auf digitales Ausstellungsjahr zurück

Im Jänner und im Sommer 2020 waren die Museen noch gut besucht, dann mussten die Ausstellungen ins Internet verlagert werden. Dort wurden die Angebote aber über 80.000 Mal besucht.

Beate Palfrader, Peter Assmann und Barbara Psenner bei der Wiedereröffnung nach dem ersten Lockdown.
© Tiroler Landesmuseen

Innsbruck – Die Tiroler Landesmuseen haben am Donnerstag auf ein vorwiegend digitales Ausstellungsjahr 2020 zurückgeblickt. Während die Museen im Jänner und im Sommer gut besucht waren, mussten die Ausstellungen während der Lockdowns ins Internet verlagert werden. Dass die Online-Angebote über 80.000 Mal besucht wurden, verbuchte man in einer Aussendung aber als Erfolg.

"Soziale Medien waren früher privat, inzwischen sind sie jedoch gesellschaftspolitisch relevant und ein bedeutender Teil des beruflichen, musealen Alltags", sagte Direktor Peter Assmann. Am dritten Tag des ersten Lockdowns wurde das Online-Programm intensiviert. Laut Assmann war dies für viele der Ansporn, "zwischen den Lockdowns wieder ins Museum zu gehen". Für Kulturlandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) stand fest, dass "das Live-Erlebnis in einem Museum ebenso wenig ersetzbar wie in der Musik oder darstellenden Kunst" sei.

"Kultursommer im Zeughaus" mit über 9000 Besuchern

Das Jahr hätte – ohne das Virus – noch gut begonnen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die Museen im Jänner ein Besucherplus von 17 Prozent, und auch im Sommer hielt der Trend an. "Im Ferdinandeum konnten im August 2020 sogar mehr Einnahmen verzeichnet werden als im August des Vorjahres", hieß es. Auch der "Kultursommer im Zeughaus" unter freiem Himmel lockte Kunsthungrige an, 9029 an der Zahl.

Insgesamt 126.901 Besucher kamen zu 18 Sonderausstellungen, Sammlungspräsentationen und Interventionen. Während der Lockdowns setzten die Landesmuseen dagegen auf digitale Führungen und Eröffnungen, Online-Ausstellungen, Podcasts und interaktive Formate.

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Programm 2021 mit vorbehaltenen Änderungen

Für das Jahr 2021 steht das neue Programm nun – selbstverständlich unter dem Vorbehalt, dass Änderungen möglich sind. Im Ferdinandeum werden im Sommer bzw. Herbst Arbeiten des Künstlerkollektivs Gelitin zu sehen sein sowie eine Sonderausstellung von Oliver Laric. Neben einer Sonderausstellung mit dem Titel "Werden" stehen laufende Präsentationen der Grafischen und der Modernen Sammlung am Programm, unter anderem mit Piazzetta, Rembrandt, Dürer, Steeg und Oppl.

Im Ferdinandeum wird es Arbeiten von "Gelitin" zu sehen geben.
© Gelitin

Volkskunstmuseum und Zeughaus widmen sich in Sonderausstellungen dem Thema "Transit – Transport – Mobilität", die sich mit der Zuwanderung aus dem Trentino im 19. Jahrhundert sowie der Geschichte der Fortbewegung beschäftigen. Außerdem wird Florian Raditsch im Volkskunstmuseum die Stuben und das Stubenforum bespielen. Im Zeughaus wird darüber hinaus Tirol im Dreißigjährigen Krieg beleuchtet, im Tirol Panorama wird die Propaganda im Ersten Weltkrieg unter dem Titel "Für Gott, Kaiser und Vaterland" behandelt. (APA)

Ein Schwerpunkt in den Tiroler Landesmuseen wird 2021 das Euregio-Museumsjahr zum Thema „Transit – Transport – Mobilität“.
© Tiroler Landesmuseen

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