Norwegen macht wegen Corona dicht: Sorge um Wintersport-Weltcups

Diese Grenzschließung erinnert an das Frühjahr 2020. In Norwegen sollen wegen mutierter Coronaviren auch keine Ausnahmen mehr für Profisportler gemacht werden. Der Ski-Weltverband sagt Events direkt ab.

Ob Therese Johaug und der Langlauf-Weltcup in Norwegen Station machen, ist offen.
© GEPA pictures/ Mathias Bergeld

Oslo - Die coronabedingte Abschottung Norwegens betrifft zunächst nur ein paar Wintersport-Weltcups, könnte aber schon bald zu einem größeren Problem für den europäischen Spitzensport werden. Das Land hat am Mittwoch mitgeteilt, die Einreisebeschränkungen aus Angst vor mutierten Coronavirus-Varianten nochmals zu verschärfen. Für Profisportler soll es keine Ausnahmen geben.

Ab Mitternacht in der Nacht zum Freitag werden die norwegischen Grenzen für praktisch alle Menschen geschlossen, die nicht im Land wohnen, wie Regierungschefin Erna Solberg am Mittwochabend sagte. Dabei handle es sich um die strengsten Einreisebeschränkungen seit März des vergangenen Jahres.

Die Grenzschließung, wegen der der Ski-Weltverband FIS am Donnerstag gleich die Weltcups von Skispringerinnen und Kombinierern Mitte Februar in Lillehammer absagte, könnte in den kommenden Wochen noch weitreichendere Folgen haben, wenn sie nach einer zweiwöchigen Testphase weiter Bestand hat.

Saisonfinale der Langläufer nach 24 Stunden wieder abgesagt

Im März stehen nämlich zahlreiche weitere Wintersportevents in Norwegen auf dem Programm: Die Skispringer wollen bei der sogenannten Raw-Air-Serie ihre Kräfte messen, in Oslo (18. bis 21. März) ist das Weltcup-Finale der Biathleten geplant. Am Mittwochvormittag hatte die FIS noch mitgeteilt, dass das Saisonfinale der Langläufer im März in Norwegen statt wie geplant in Peking als Olympia-Generalprobe stattfinden solle. Weniger als 24 Stunden später musste sie andere in Lillehammer geplante Wettbewerbe schon wieder absagen. Aber auch andere Sportarten könnten betroffen sein. So ist etwa am 18. Februar ein Europa-League-Match des deutschen Fußball-Bundesligisten Hoffenheim in Molde angesetzt.

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Geschlossene Grenzen und der ausgesetzte Profisport waren zwei Kennzeichen, die den ersten harten Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 vom zweiten im Winter unterschieden. Zumindest ersteres tritt im Fall von Norwegen nun wieder in Kraft. Neben ein paar Sondergenehmigungen, die nicht für Spitzensportler gelten sollen, dürfen eigentlich nur noch Einheimische nach Norwegen reisen. "Nein, es ist nicht vorgesehen, dass kulturelle Persönlichkeiten oder Sportler oder andere Ausnahmen von diesen Regeln bekommen", sagte Solberg explizit. (APA/dpa)


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