Lawinenabgänge in Tirol: Zwei Tote in Kühtai und in der Axamer Lizum

Mehrere Lawinenabgänge in Tirol forderten am Samstag die Einsatzkräfte. Für einen 16-Jährigen und einen 48-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Ein Skifahrer konnte sich selbst befreien, nachdem er in Kühtai verschüttet worden war.

  • Artikel
Im Bereich der Mute konnten die Einsatzkräfte eine verschüttete Person nur noch tot bergen.
© ZOOM.TIROL

Kühtai, Axams – Mehrere Lawinenabgänge in Tirol forderten am Samstag die Einsatzkräfte. Für zwei Wintersportler kam jede Hilfe zu spät.

Der erste Lawinenabgang in Kühtai endete noch glimpflich. Gegen 11.35 Uhr löste sich ein Schneebrett im Bereich der Drei-Seen-Hütte im freien Gelände. Ein Skifahrer wurde verschüttet. Er konnte sich selbst befreien, hat sich dabei jedoch verletzt. Daher wurde er vom Polizeihubschrauber in die Innsbrucker Klinik geflogen.

In Kühtai kam es zu zwei Lawinenabgängen.
© Zeitungsfoto.at

Nur kurze Zeit später, gegen 12.30 Uhr, kam es unterhalb des Finstertaler Stausees zwischen Hohe Mut und Drei-Seen-Bahn zu einem weiteren Lawinenabgang. Drei Jugendliche hatten bei der Abfahrt von der Bergstation die Piste verlassen und fuhren im Gelände talwärts. Unterhalb der Staumauer des Speichers stürzte der 16-Jährige. Als er seinen verlorenen Ski anschnallen wollte, löste sich plötzlich oberhalb ein Schneebrett. Der Jugendliche wurde erfasst und unter den Schneemassen begraben.

Seine beiden Freunde setzten die Rettungskette in Gang. Gegen 14.25 Uhr fand ein Lawinenhund den Verschütteten. Vom Notarzt konnte nur mehr der Tod festgestellt werden.

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

In der Axamer Lizum ereignete sich Samstagmittag ein tödliches Lawinenunglück. Ein 48-jähriger Österreicher startete vom Parkplatz Axamer Lizum alleine eine Skitour zum Widdersberg. Tourengeher bemerkten um 12.10 Uhr einen Lawinenkegel und suchten diesen mit ihren Lawinensuchgeräten ab. Um 12.18 Uhr orteten sie eine verschüttete Person, begannen mit der Bergung und setzten die Rettungskette in Gang. Die Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

Laut Lawinenwarndienst gingen am Samstag in Tirol gleich sieben Lawinen mit Personenbeteiligung ab. Fünf davon – auch die beiden tödlichen – betrafen die Stubaier Alpen. Die Experten sprachen von einer "gebietsweise heiklen Lawinensituation". Für Sonntag wurde, wie bereits für Samstag, erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3 auf der fünfteiligen Skala ausgerufen. (TT.com)


Schlagworte