259 Millionen sollen Tiroler Mobilität Beine machen

Die Landesregierung beschloss ein umfassendes Infrastrukturpaket. Allein in die Bahninfrastruktur fließen 160 Millionen Euro. Der ÖBB-Pakt geht ins Finale.

Die Regionalbahn wird im Osten Innsbrucks derzeit noch im O-Dorf zwangsgestoppt. Der finale Ast nach Rum soll 2023 in Betrieb gehen.
© Domanig

Innsbruck – Dieses Mal fließen die Millionen nicht, um die wirtschaftlichen Corona-Spuren bestmöglich zu übertünchen. Dieses Mal sind die Mittel über Jahre in mühevollen Vorarbeiten der zuständigen Fachabteilungen zu einem nunmehr – zumindest aus Sicht der schwarz-grünen Landesregierung – runden Verkehrsinfrastrukturpaket zusammengefügt worden.

Das Paket in seiner Gesamtschau wiegt rund 561 Millionen Euro schwer. Der Anteil des Landes daran ist nicht von schlechten Eltern: Sind es doch an die 259 Millionen Euro, welche man zur Cofinanzierung der jeweiligen Einzelprojekte in den nächsten vier Jahre (im Fall des ÖBB-Pakts sogar bis 2030) lockerzumachen beschlossen hat. Und davon wiederum sollen 161 Millionen Euro ausschließlich in die Bahninfrastruktur fließen.

Projekte im Überblick

Regionalbahn nach Rum (2020 – 2023): rund 37 Millionen Euro Gesamtinvestition (Landesanteil: rund 20 Millionen Euro)

Regionalbahn nach Völs (2021-2025): rund 67 Millionen Euro Gesamtinvestition (Landesanteil: rund 34 Millionen Euro)

Zillertalbahn (2021-2025): rund 43 Millionen Euro Gesamtinvestition (Landesanteil: rund 17 Millionen Euro)

Stubaitalbahn (2021-2025): rund 32 Millionen Euro Gesamtinvestition (Landesanteil: rund 13 Millionen Euro)

Achenseebahn (2021-2024): rund 10 Millionen Euro Gesamtinvestition (Landesanteil: rund 10 Millionen Euro)

Umfahrung Fügen: rund 98 Millionen Euro Gesamtinvestition (Landesanteil: rund 98 Millionen Euro)

Mobilitätsprojekt Mayrhofen: Auftrag zur Planung beschlossen

Tirol Vertrag 2 mit den ÖBB: rund 273 Millionen Euro Gesamtinvestition (Landesanteil: rund 67 Millionen Euro)

Was für Landeshauptmann Günther Platter (VP) auch ein wichtiger Beitrag zur notwendigen Konjunkturbelebung ist – Teile dieses Finanzpaktes wurden dem Grunde nach bereits in den Corona-Infrastruktur- bzw. Konjunkturpaketen beschlossen, teils handelt es sich aber um „frisches“ Geld –, stellt für LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) auch ein wichtiges Signal für einen „klima- und umweltfreundlichen Verkehr“ dar.

Die Zillertalbahn soll um einiges schneller werden.
© ZVB

Neben Mitteln für die Achenseebahn sollen mit 54 Mio. € an Landesmitteln die finalen Stufen der Innsbrucker Regionalbahn zünden. Arbeiten für den Ast Rum (bis 2023) sind begonnen, in Richtung Völs soll es ab 2025 gehen. Die Stubaitalbahn erhält anteilsmäßig 13 Mio. € vom Land. LHStv. Josef Geisler hebt auch die Zillertalbahn (17 Mio. € Landesanteil; u. a. für Streckenausbau) hervor. Dass die geplante Umstellung auf Wasserstoff noch stark hakt, steht auf einem anderen Papier. Für den „Tirol Vertrag II“ mit den ÖBB steuert das Land 67 Mio. € bei (gesamt: 273 Mio. €) – die finale Abstimmung soll aber erst im März vorliegen.

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Während das „Mobilitätsprojekt Mayrhofen“ erst noch ohne Budgetrahmen beschlossen wurde, ist die Umfahrung Fügen mit 98 Mio. € bereits exakt budgetiert. Freilich: Vorerst hängt hier alles vom Verwaltungsgericht ab, das über drei Beschwerden erst noch zu entscheiden hat. (mami)


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