Nach Corona-Fall in Spielerhotel: "Keine Absicht, Australian Open zu verschieben"

507 Spieler, Spielerinnen und Offizielle der Australian-Open-Blase mussten sich erneut in Quarantäne begeben, weil sie als mögliche Kontakte eines Hotel-Angestellten im "Grand Hyatt" in Melbourne gelten.

Noch sollen die Australian Open wie geplant stattfinden.
© DAVID GRAY

Melbourne - Australian-Open-Turnierdirektor Craig Tiley hat "keine Absichten", das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres wegen eines positiven Coronatests bei einem Hotelmitarbeiter zu verschieben, wie er bei einer Pressekonferenz am Donnerstag versicherte. "Wir sind absolut zuversichtlich, dass die Australian Open stattfinden werden", beteuerte Tiley.

507 Spieler, Spielerinnen und Offizielle der Australian-Open-Blase mussten sich erneut in Quarantäne begeben, weil sie als mögliche Kontakte eines Hotel-Angestellten im "Grand Hyatt" in Melbourne gelten. Um 9.00 Uhr Ortszeit (23.00 Uhr Mittwochabend MEZ) sei mit dem Testen begonnen worden, erklärte Tiley. Bis zum Nachmittag wolle man fertig sein. Er sei optimistisch, dass alle Tests negativ ausfallen.

Thiem nicht von Quarantäne betroffen

Die für Donnerstag geplanten Partien der beiden ATP- und drei WTA-Turniere sowie des ATP Cups, die den Profis auch als Vorbereitung auf das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres dienen, waren abgesagt worden. Davon betroffen waren unter anderem auch Dominic Thiem, Dennis Novak sowie Philipp Oswald/Tristan-Samuel Weissborn. Das zweite Gruppenmatch beim ATP Cup gegen Frankreich war ebenso verschoben worden. Thiem und Novak sind jedenfalls nicht von der Quarantäne betroffen, erfuhr die APA am Donnerstag von Thiem-Manager Herwig Straka.

Turnierboss Tiley sagte, er sei zuversichtlich, dass man am Freitag wieder im Plan sei, wenn alle Testergebnisse bekannt seien. Da soll u.a. auch das Duell Österreich-Frankreich stattfinden, allerdings sind die Wettervorhersagen schlecht. Man verfügt aber immerhin über drei überdachbare Courts und acht weitere Indoor-Plätze, damit sollen alle Events bis Sonntag fertiggespielt werden.

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Wawrinka und Tsitsipas sollen betroffen sein

Laut Medienberichten sollen unter anderen Stan Wawrinka (SUI) und der Grieche Stefanos Tsitsipas von der erneuten Quarantäne betroffen sein. Die Auslosung für das Australian Open, die am Donnerstag vorgesehen war, wurde um einen Tag verschoben.

Daniel Andrews, der Premierminister des australischen Bundesstaates Victoria, ist in seinen Prognosen freilich vorsichtiger. "Derzeit sollte das Tennis davon nicht beeinflusst sein, aber das kann sich ändern. Jeder 'Victorian' weiß, dass wir in unsicheren Zeiten sind." Die Australian Open können wahrscheinlich stattfinden, aber "es gibt keine Garantien", fügte er hinzu. (APA/sda/Reuters)

Mats Wilander sieht Thiem als komplettesten Spieler

Mats Wilander war einst nicht nur selbst siebenfacher Grand-Slam-Sieger, sondern ist auch ausgewiesener Tennis-Experte in Diensten von "Eurosport". Der 56-jährige Schwede äußerte sich gegenüber Reuters voll des Lobes für US-Open-Sieger Dominic Thiem. "Ich glaube, er hat eine gute Chance, Ende 2021 der beste Spieler der Welt zu sein", sagte Wilander kurz vor dem geplanten Beginn der Australian Open in Melbourne am Montag.

"Er hat sich bewiesen, dass er ein Grand-Slam-Turnier gewinnen kann, sogar wenn er nicht sein bestes Tennis zeigt", meinte Wilander. Vor einem Jahr hatte Thiem nach einer 2:1-Satz-Führung gegen Novak Djokovic seinen ersten Major-Titel im Finale der Australian Open noch verpasst. "Er hätte Djokovic schlagen sollen, wenn er nicht in Panik geraten wäre und zu viel riskiert hätte. Dann war er bei den French Open und den ATP Finals müde, und ich kann gar nicht glauben, dass er da nicht gewonnen hat", präzisierte der ehemalige Weltranglisten-Erste.

Wilander sieht auch in der Verpflichtung von Nicolas Massu einen Schlüssel. Günter Bresnik habe eine gute und notwendige Basis gegeben. "Aber dann ist er 'schal' geworden. Wenn man ihn jetzt sieht, hat er eine großartige Hand. Für mich hat er bei weitem das kompletteste Spiel, mischt es auch mehr als Novak (Djokovic) und Rafa (Nadal)." Massu habe Thiem geholfen, "kreativer zu sein, wenn er nicht so gut spielt oder hinten liegt".


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