Anschober: Corona-Impfung im zweiten Quartal „massiv beschleunigt"

Bis Ostern sollen eine Million Österreicher vollen Impfschutz erhalten haben. Die erste Impfstoff-Lieferung von AstraZeneca in Österreich wird am Freitagabend erwartet. Die präzise Zuteilung des jeweiligen Impfstoffes an die jeweilige Zielgruppe sei dann die Herausforderung, so der Gesundheitsminister.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.
© APA/Fohringer

Wien – Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) geht bei der Schutzimpfung gegen Covid-19 von einer „massiven Beschleunigung im zweiten Quartal" aus. Nach der Marktzulassung von AstraZeneca, den Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums und einem entsprechenden Ministerratbeschluss wird der modifizierte Impfplan per Erlass für die Länder zur verbindlichen Vorgabe gemacht. Infolge dessen sollen bis Ostern eine Million Österreicher zwei Dosen und damit vollen Schutz erhalten haben.

Wie Anschober am Donnerstag per Presseaussendung avisierte, sollen die angestrebten zwei Millionen Impfungen bis Anfang April mit rund 1,25 Mio. Impfdosen von Biontech/Pfizer und Moderna sowie 740.000 Dosen von AstraZeneca erreicht werden. Die erste Lieferung des schwedisch-britischen Pharmakonzerns wird bereits morgen, Freitag, in Österreich eintreffen. 36.000 AstraZeneca-Dosen werden in den Abendstunden erwartet. „Der dritte von der EMA zugelassene Impfstoff hat eine sehr gute Qualität. Im Februar erfolgen voraussichtlich drei weitere Lieferungen mit jeweils rund 43.000, 106.000 und 155.000 Dosen", erläuterte der Gesundheitsminister.

Alle über 80-Jährigen sollen Anfang April geimpft sein

Die Herausforderung bei der Weiterentwicklung des Impfplans sei nun die präzise Zuteilung des jeweiligen Impfstoffes an die jeweilige Zielgruppe. Mit Biontech/Pfizer bzw. Moderna – beides mRNA-Impfstoffe – wurden bisher bereits Mitarbeiter und Bewohner in Alters- und Pflegeheimen, Gesundheitspersonal der Kategorie 1 sowie über 80-Jährige geimpft. „Anfang April werden damit auch alle über 80-Jährigen geimpft sein können", kündigte Anschober an.

Ab Mitte Februar werden laut Gesundheitsminister auch vermehrt Hochrisiko-Patienten geimpft. Schon ab kommender Woche sollen exponiertes Gesundheitspersonal, mobile Pflegekräfte und Menschen mit Behinderung sowie ihre Assistenten mit dem Impfstoff von AstraZeneca versorgt werden.

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Phase 2 ab Mitte März, Ende März Lehrer und Betreuer

Die Phase 2 der Impfung startet dann ab Mitte März. Dann kommen 65- bis 79-Jährige an die Reihe, für die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna vorgesehen sind, Gesundheitspersonal der Kategorien 3 und 4 inklusive 24-Stunden-Betreuern und Kontaktpersonen von Schwangeren, die allesamt den derzeit für Personen bis zum 65. Lebensjahr vorbehaltenen AstraZeneca- Impfstoff erhalten.

Ab Ende März kommt das Personal in Schulen, Kindergärten, Kinderbetreuungseinrichtungen, im Strafvollzug, bei der Polizei und beim Bundesheer zum Zug, die ebenfalls mit AstraZeneca-Dosen versorgt werden. In der Mitte des zweiten Quartals ist aus heutiger Sicht die Impfung der Gesamtbevölkerung, priorisiert nach Alter und Risiko geplant. „Wir erwarten laut den uns vorliegenden Lieferzusagen im zweiten Quartal eine massive Beschleunigung der Impfungen in Österreich und gehen bei den bisher genehmigten Impfstoffen von insgesamt mehr als fünf Millionen Dosen aus", stellte Anschober fest. Zusätzlich rechnete der Gesundheitsminister im Fall einer Marktzulassung noch im zweiten Quartal mit ersten Lieferungen von Johnson/Johnson und von CureVac sowie allenfalls von Novavax mit insgesamt weiteren 1,2 Millionen Dosen.

Ich erwarte von den umsetzenden Bundesländern eine sehr präzise Vorbereitung auf diese wirkliche Herausforderung einer noch vielfach intensiveren Impftätigkeit im zweiten Quartal des Jahres.
Rudolf Anschober, Gesundheitsminister

Weitere Impfdosen von Moderna, Valneva und Novavax

„Ich erwarte daher von den umsetzenden Bundesländern eine sehr präzise Vorbereitung auf diese wirkliche Herausforderung einer noch vielfach intensiveren Impftätigkeit im zweiten Quartal des Jahres", betonte Anschober. Wie der Gesundheitsminister bekannt gab, hat sich die Bundesregierung zur Absicherung der Handlungsmöglichkeiten entschieden, im Rahmen des EU-Beschaffungsprogrammes noch 2,9 Millionen Moderna-Dosen, 1,2 Millionen des Impfstoffes von Valneva sowie 1,9 Millionen Dosen von Novavax zu erwerben. Gerade für mögliche Mutationen sei es wichtig, dass Österreich auch Kontingente für die zweite Jahreshälfte für mögliche zweite Generationen von Impfstoffen als Reserve besitzt, erklärte Anschober.

Gut entwickelt sich nach Ansicht des Ministers „der Start des größten Impfprogrammes in Österreichs Geschichte". Bis Donnerstag wurden demnach in Österreich mehr als 270.000 Covid-19-Schutzimpfungen durchgeführt, im E-Impfpass waren um Mitternacht 240.859 Impfungen eingetragen. „Auch die Zahl der darin enthaltenen zweiten Impfdurchgänge ist bereits massiv gestiegen und liegt heute Morgen bei 39.821", bemerkte Anschober abschließend. (APA)


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