Land Tirol warnt eindringlich vor Lawinen auf gesperrten Skipisten

Außerhalb der Betriebszeiten von Skiliften sollen sich Wintersportler dringend von Pisten fern halten. Sperren sei unbedingt Folge zu leisten, da es insbesondere am Abend durch Sprengungen und Selbstauslösungen zu Lawinenabgängen kommen könne.

Symbolfoto: Lawinenabgang auf eine gesperrte Skipiste in der Dämmerung und Tourengeher beim Aufstieg.
© Lawinenwarndienst Tirol

Innsbruck – Einen eindringlichen Appell richtete das Land Tirol am Donnerstag in einer Aussendung an Tourengeher und Variantenfahrer: Sie werden gebeten, sich außerhalb der Betriebszeiten unbedingt von Skipisten fern zu halten bzw. höchste Vorsicht walten zu lassen. Pistensperren sei unbedingt Folge zu leisten, da es insbesondere am Abend durch Sprengungen und Selbstauslösungen zu Lawinenabgängen kommen könne. "Es wird nicht nur präpariert, es werden auch künstliche Lawinenauslösungen vorgenommen, um untertags einen sicheren Skibetrieb zu ermöglichen“, wird Sicherheitsreferent LHStv. Josef Geisler zitiert.

Laut Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf sei außerhalb der Betriebszeiten von Skiliften zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Lawinen auf den Pisten zu rechnen – und künstlich ausgelöste Lawinen könnten sich rasch zur nicht mehr beeinflussbaren Bedrohung entwickeln. Es komme leider immer wieder vor, dass Wintersportler die Sperren von Pisten missachten. "Es muss bedacht werden, dass neben mobilen auch dauerhaft installierte Systeme für Lawinensprengungen eingesetzt werden und gerade bei stationären Sprengungsanlagen der Einsatz auch bei schlechter Sicht und Dunkelheit gegeben ist“, so Schöpf. "Um die Erhalter der Flächen bei ihren Aufgaben im Sinne der Sicherheit nicht zu behindern, ist es daher ein Gebot der Stunde, dass sich Wintersportlerinnen und Wintersportler von diesen Bereichen fernhalten sollen.“

Auch die Tiroler Lawinenkommission betrachtet die Nutzung von Skipisten außerhalb der Betriebszeiten mit Sorge. "Da von den sicherungspflichtigen Betreibern auch in der Nacht Lawinen künstlich ausgelöst werden müssen, um Infrastruktur wie Lifte und Skipisten zu schützen, gefährden diese Personen ihre Sicherheit und schaffen so große Probleme für das zuständige Sicherungspersonal“, wird Harald Riedl, Ausbildungsleiter der Tiroler Lawinenkommissionen, zitiert.

Erhebliche Lawinengefahr am Wochenende

An diesem Wochenende wird wieder mit großer Lawinengefahr auf den Bergen gerechnet. Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol, geht gebietsweise von Stufe drei der fünfteiligen Skala aus. Die Gefahr von Nass- und Gleitschneelawinen steige im Tagesverlauf an. "Die Gefahrenstellen liegen an allen Expositionen unterhalb von rund 1900 Metern sowie an sehr steilen Sonnenhängen unterhalb von rund 2400 Metern", so Mair.

TT-ePaper gratis testen und 20 x € 100,- Einkaufsgutscheine gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch

Vor allem in Gipfellagen würden teils störanfällige Triebschneeansammlungen entstehen und dadurch Gefahr durch Schneebrettlawinen ansteigen. Tirols oberster Lawinenwarner gibt zu bedenken: „Wie die letzten Tage gezeigt haben, ereignen sich gerade bei Lawinengefahrenstufe drei die meisten Lawinenunglücke.“ (TT.com)


Kommentieren


Schlagworte