Gut zu wissen: So laufen die Corona-Schnelltests an Schulen ab

Kurz und schmerzlos: Mit neuen Antigen-Schnelltests soll die Ausbreitung des Coronavirus an Schulen eingebremst werden. Wie die Tests funktionieren und wo bzw. wie oft getestet wird, erfahren Sie hier.

Fünf Millionen Testkits sollen den Schulen ab kommender Woche zur Verfügung stehen.
© HERBERT NEUBAUER

Innsbruck – Österreichs Schulen sollen vom Bund insgesamt 20 Millionen kostenlose Corona-Selbsttests erhalten. Die Ausbreitung des Virus an den Schulen nach den Semesterferien soll damit eingebremst werden. In Wien und Niederösterreich, wo die Schule bereits eine Woche früher als in den anderen Bundesländern wieder losging, wurden in der ersten Woche bereits rund 470.000 solcher Tests durchgeführt. Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den „Nasenbohrtests“:

Ist die Teilnahme verpflichtend?

Die Durchführung von Schnelltests ist Voraussetzung dafür, dass ein Kind die Schule besuchen darf.

Wie oft wird getestet?

  • Alle Schüler an Volks- und Sonderschulen werden zweimal pro Woche zu Unterrichtsbeginn getestet.
  • An Schulen mit „Schichtbetrieb“ (Mittelschulen, AHS-Unterstufe und Polytechnische Schulen) werden die Tests jeweils am Montag (Gruppe A) bzw. am Mittwoch (Gruppe B) vor Unterrichtsbeginn durchgeführt.

Wo wird der Test durchgeführt?

Die Schülerinnen und Schüler testen unter Anleitung von Lehrpersonen in der Schule, in der Regel im Klassenverband. Über den Ort entscheidet die Schule. An Volks- und Sonderschulen können im Bedarfsfall Eltern bzw. Erziehungsberechtigte die Tests mit ihren Kindern gemeinsam durchführen. Die Schule stellt dafür eine geeignete Teststation zur Verfügung.

Benötigen Schulen eine Einverständniserklärung der Eltern?

Für Kinder im Alter unter 14 Jahren braucht es für die Durchführung der Tests eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten. Diese erhalten Sie direkt von der Schule bzw. stehen sie auch HIER zum Download bereit.

⬇️ Download

Einverständniserklärung der Eltern für den Test

Adaptierte Einverständniserklärungen für psychisch oder psychisch beeinträchtigte Kinder sowie Einverständniserklärungen in anderen Sprachen finden Sie HIER.

Welche Vorteile haben die Schnelltests?

Die sogenannten „Anterio-Nasal-Tests“ erlauben einen einfachen und schmerzlosen Abstrich. Der Tupfer muss nicht mehr tief in die obere Nasenhöhle, sondern nur in den vorderen Bereich der Nasenhöhle eingeführt werden und erfordert keinen Rachenabstrich – weshalb auch jüngere Kinder den Test einfach selbst durchführen können. Bereits nach 15 Minuten wird das Ergebnis – ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest – sichtbar.

Wie auch andere Schnelltests ist der Selbsttest insbesondere dafür geeignet, eine hohe Virenlast nachzuweisen. Das bedeutet wiederum, dass Personen, die hoch ansteckend sind, rasch erkennbar sind.

Die LEPU-Testkits bestehen aus Testkarte, Tupfer und Lösung.
© HERBERT NEUBAUER

Welche Antigen-Selbsttests werden verwendet?

Um den Bedarf decken zu können, hat das Bildungsministerium zu den bisher verwendeten LEPU-Medical-Tests zusätzlich Selbsttests der Firma ACON (Flowflex) angekauft.

  • Schüler von Volksschulen, Sonderschulen Mittelschulen, AHS-Unterstufen und Polytechnischen Schulen erhalten die Selbsttests der Firma LEPU-Medical.
  • Schüler der Sekundarstufe II, von mittleren und höheren Schulen sowie Lehrpersonen erhalten den Selbsttest von LEPU-Medical und/oder den Selbsttest Flowflex. Dieser ist in der Anwendung ähnlich dem von LEPU-Medical.

Für beide Tests gilt: Die Reaktionstemperatur des Tests – und damit auch die Umgebungstemperatur während der Testung muss zwischen 15 und 30 Grad Celsius liegen.

Wie wird ein Schnelltest durchgeführt?

Schritt-für-Schritt-Anleitung LEPU-Selbsttest

  1. Den ausgepackten Tupfer rund zwei Zentimeter in die Nase einführen und in jeder Nasenhöhle fünf Mal im Kreis drehen
  2. Schutzabdeckung der Testkarte entfernen und Tupfer in die Öffnung schieben.
  3. Sechs Tropfen Verdünnungsmittel in die Vertiefung geben und Tupfer zwei Mal in jede Richtung drehen.
  4. Linke und rechte Seite zusammenkleben.

15 Minuten warten.

📞 Ist das Testergebnis positiv, kontaktiert die Schulleitung die Gesundheits-Hotline 1450 sowie die Eltern des Kindes.

📽️ Video | So wird der LEPU-Medical-Selbsttest durchgeführt

🌎 Anleitung in Fremdsprachen

Eine Anleitung des LEPU-Medical-Selbsttests zum Download in mehreren Sprachen finden Sie HIER.

Schritt-für-Schritt-Anleitung Flowflex-Selbsttest

  1. Probe entnehmen: Das Abstrichstäbchen mit sanfter Drehung etwa zwei Zentimeter tief in die Nase einführen und in jeder Nasenhöhle fünf Mal im Kreis drehen.
  2. Probe in die Testflüssigkeit geben: Tropferspitze des Röhrchens abschrauben, ohne zu drücken. Mit dem Abstrichstäbchen 30 Sekunden umrühren. Röhrchen am unteren Ende mindestens 5 Mal zusammendrücken. Stäbchen herausnehmen, dabei das Röhrchen zusammendrücken. Stäbchen auf das Taschentuch legen.
  3. Tropferspitze wieder fest auf das Röhrchen schrauben. Gründlich mischen durch Wirbeln oder Schütteln.
  4. Testkarte auspacken und auf eine flache, saubere Oberfläche legen. Kleine Kappe der Tropferspitze abschrauben. Röhrchen mit der Tropferspitze nach unten drehen und senkrecht halten. 4 Tropfen in die Probenkammer geben.

15 bis maximal 30 Minuten warten.

📞 Ist das Testergebnis positiv, informiert die Schulleitung die Gesundheits-Hotline 1450 oder die örtliche Behörde.

📽️ Video | So wird der Flowflex-Selbsttest durchgeführt

Wie zuverlässig sind die Testergebnisse?

Die Testgenauigkeit der neuen anterio-nasalen Selbsttests entspricht in etwa jener der bei den Massentests verwendeten Antigen-Tests. Eine Studie der Berliner Charité zeigt, dass angeleitete Selbstabstriche für den untersuchten Antigen-Test nicht schlechter sind als professionelle Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Raum. Eine Validierungsstudie der AGES kommt zum selben Ergebnis. Die Übereinstimmung der Testergebnisse mit jenen der normalen PCR-Tests beträgt laut AGES rund 95 Prozent. Die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde plant, die Testungen mit einer Studie zu begleiten.

Was passiert, wenn das Testergebnis positiv ist?

Wird ein Kind in der Schule positiv getestet, werden die Erziehungsberechtigten und die 1450 bzw. die örtliche Gesundheitsbehörde von der Schule kontaktiert. (TT.com)


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