Testpflicht auf Tirols Pisten: Ausnahme für Tourengeher fix, Sölden sperrt zu

Die seit Montag geltende Testpflicht in Tirols Skigebieten sieht nun doch eine Ausnahme für Tourengeher vor. Die Verordnung wurde diesbezüglich am Montag konkretisiert. In Sölden wurde unterdessen schon der Skibetrieb eingestellt.

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Die Bergbahnen Sölden haben den Skibetrieb am Montag eingestellt.
© Unterkofler

Innsbruck – Jeder, der sich auf einer Skipiste aufhält, muss seit Montag einen negativen Covid-Test (PCR oder Antigen, maximal 48 Stunden alt) mit sich führen. Diese bereits angekündigte Regel ist Teil eines Maßnahmenpakets, das die Ausbreitung der Südafrika-Mutation des Coronavirus eindämmen soll.

Von der Testpflicht ausgenommen sind Kinder unter zehn Jahren. Personen, die in den vergangenen sechs Monaten mit dem Coronavirus infiziert waren, brauchen ein solches nicht – anstelle dessen jedoch eine ärztliche Bestätigung. Selbsttests, wie beispielsweise die sogenannten "Nasenbohrertests", sind für die Skipisten kein anerkannter Nachweis.

Ausnahme für Tourengeher

Für helle Aufregung und Verwirrung sorgte am Sonntag unter anderem, dass die Testpflicht zuerst auch für Pistentourengeher gegolten hätte. Noch am Sonntagabend teilte das Land mit, dass Tourengeher doch noch ausgenommen werden.

Die Verordnung wurde nun am Montag konkretisiert. „Jene Personen, die zum Zweck der Ausübung des Ski- und Snowboardsports unmittelbar vor Betreten einer Skipiste eine Liftanlage benutzt haben, müssen einen negativen Covid-19-Test mitführen. Personen, welche Skipisten als Aufstiegsmöglichkeit benutzen – also PistentourengeherInnen –, sind von der Verordnung ausgenommen", heißt es nun vonseiten des Landes.

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Zur stichprobenartigen Kontrolle dieser Verordnung wurden die Polizei sowie die Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes von den Gesundheitsbehörden beauftragt.

Geisler: „Preis für Skifahren ist das Testen"

Tirols LHStv Josef Geisler weist in einer Stellungnahme darauf hin, dass er den Unmut der Bevölkerung verstehe, aber nur durch diese Verordnung das Skifahren in Tirol weiter ermöglicht werden könne: „Wir verstehen, dass diese Vorgabe des Bundes bei manchen für Unmut sorgt. Nur so ist es gelungen, das Gesundheitsministerium davon zu überzeugen, die Skigebiete weiter offen zu halten."

Der Preis dafür, dass Skifahren und Snowboarden in Tirol auch weiterhin möglich sind, sei das Testen, so Geisler.

Bergbahnen Sölden schließen Skibetrieb

Die Testpflicht hat bereits auch erste Auswirkungen in einigen Skigebiete. Die Bergbahnen Sölden haben den Skibetrieb bereits eingestellt. Das teilte das Skigebiet auf Facebook mit:

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen mit erneuten Verschärfungen für die Tiroler Skigebiete, sehen sich die Bergbahnen Sölden leider nicht mehr in der Lage, einen zufriedenstellenden und verantwortungsvollen Skibetrieb zu garantieren. Deshalb wird der Skibetrieb in Sölden ab heute, 15. Februar 2021 bis auf weiteres eingestellt."

Saisonkartenbesitzer hätten die Möglichkeit, das Angebot des Skigebiets Oetz bis auf Weiteres zu nutzen, hieß es.

Totalausfall des Ischgler Skibetriebs möglich

„Derzeit spricht alles dafür, eher nicht aufzusperren", betonte am Montag der Ischgler Seilbahnvorstand Günther Zangerl. Die Entwicklung der letzten Wochen haben die Paznauner Touristiker nicht besonders zuversichtlich gestimmt. Das Ischgler Skigebiet hatte in diesem Winter noch keinen einzigen Tag geöffnet.

„Dass es jetzt große Lockerungen gibt, ist nicht anzunehmen", betont Zangerl. „Wir haben hier eine lange Wintersaison, aber auch bei uns gibt es irgendwann eine Deadline."

Ende Februar wolle man gemeinsam mit dem Aufsichtsrat Nägel mit Köpfen machen und eine endgültige Entscheidung treffen. Die aktuellen Verschärfungen rund um Coronatests seien nicht der ausschlaggebende Punkt, die Entwicklung rund um die Mutationen hätten den Touristikern viel Optimismus genommen.

Grundvoraussetzung in Ischgl sei, dass sich die Schweiz und Österreich annähern. Das Skigebiet hängt mit jenem in Samnaun zusammen. Und hier habe sich die Situation zwischen den Ländern eher verschärft. (TT.com, mr)


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