Wintersturm in den USA: Millionen Menschen ohne Strom

Eisige Kälte und ungewöhnlicher Schneefall sorgen in Teilen der USA für Chaos: In der Nacht mussten Millionen Menschen ohne Strom ausharren. Noch gibt es keine Entwarnung.

In Texas hat eine Kältewelle zu Stromausfällen geführt.
© Mark Felix / AFP

Houston – Wegen eines starken Wintersturms haben Millionen Menschen in den USA eine Nacht bei extremer Kälte und heftigem Schneefall ohne Strom verbracht. Der Sturm verursachte zeitweise Stromausfälle in mehr als 4,5 Millionen US-Haushalten. In sieben Bundesstaaten wurde der Notstand ausgerufen. Die ungewöhnliche Kaltwetterfront soll vom Süden und Osten des Landes weiter in den Nordosten ziehen.

Am stärksten betroffen war der südliche US-Bundesstaat Texas, wo mehr als vier Millionen Haushalte zeitweise ohne Strom ausharren mussten. Die texanische Netzagentur Ercot hatte zuvor rotierende Abschaltungen von Teilen des Netzes angekündigt, um einen kompletten Zusammenbruch der Versorgung zu verhindern. Zunächst hatte es geheißen, es würden etwa zwei Millionen Haushalte betroffen sein.

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Gouverneur Greg Abbott teilte mit, die Nationalgarde sei im Einsatz, um dabei zu helfen, frierende Menschen aus ihren Häusern in eines der 135 eingerichteten Wärmezentren zu bringen. Es seien rund 3.300 Polizisten des Bundesstaats, knapp 600 Angehörige militärischer Einheiten, Allradfahrzeuge der Forstverwaltung und 700 Schneepflüge im Einsatz.

Während die einen das Winterwetter genießen, leiden die anderen unter der bitteren Kälte und der damit einhergehenden Stromausfälle.
© Mark Felix / AFP

Die größte Öl-Raffinerie in den USA in Port Arthur wurde auf Anweisung des Betreibers Motiva aufgrund der eisigen Temperaturen bis auf Weiteres geschlossen. In der westlich gelegenen Stadt Abilene wurde auch die Wasserversorgung eingestellt, wie der US-Sender ABC berichtete.

Notstand ausgerufen

Für den Bundesstaat an der Grenze zu Mexiko wurde der Notstand ausgerufen. Auch in Alabama, Oregon, Oklahoma, Kansas, Kentucky und Mississippi wurde der Notstand erklärt. US-Präsident Joe Biden bewilligte Unterstützung durch die Katastrophenschutzbehörde Fema.

Der Flughafen der Metropole Houston musste wegen des Winterwetters zunächst bis Dienstagmittag (Ortszeit) schließen, beim Airport Dallas Fort Worth gab es zahlreiche Annullierungen, in Austin wurden am Montag alle Flüge gestrichen. Die Behörden riefen dazu auf, wegen verschneiter und vereister Straßen in ihren Häusern und Wohnungen zu bleiben. In Houston forderte Bürgermeister Sylvester Turner alle Bewohner, die noch Strom haben, dazu auf, ihre Heizungen zu drosseln, um das Netz zu stabilisieren. Der örtliche Stromversorger CenterPoint Energy sprach am Montagabend dort von rund 1,2 Millionen Kunden ohne Strom.

In weiten Teilen des Bundesstaats mussten die Anrainer mit Schnee und Eis zurechtkommen. Die New York Times und örtliche Medien berichteten, dass ein Teil der Stromausfälle auf eingefrorene Windräder zurückzuführen war. Windkraft ist in dem Bundesstaat eine wichtige Energiequelle. Bürgermeister Turner forderte die Führung des Bundesstaats auf, die Verantwortung für die "Größenordnung dieser Stromausfälle" zu übernehmen und eine Erklärung vorzulegen.

Weiterer Schneesturm erwartet

Für Mittwoch wird ein weiterer Schneesturm in der Region erwartet. In zahlreichen betroffenen Städten könnten Corona-Impfungen nicht wie geplant stattfinden, berichtete CNN.

Auch in Mexiko waren in den Bundesstaaten Nuevo Leon, Chihuahua, Coahuila, Tamaulipas, Durango und Zacatecas in der Nacht auf Dienstag mehrere Hunderttausend Haushalte zeitweise ohne Strom, wie der staatliche Stromanbieter CFE erklärte. (APA/dpa)


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